LIPPSTADT

Arbeitsrechte machen Deutschland stark

Lippstadt - Ist der CDA-Vorsitzende Karl-Josef Laumann die Antwort auf die Kapitalismuskritik Eugen Drewermanns? Holte der Theologe noch bei de DGB-Mai-Kundgebung im letzten Jahr zum Rundumschlag gegen die westliche Welt aus, so findet der Politiker Laumann bei seiner Festrede auf dem Rathausplatz am Freitag besonnene Töne, wenn es um das Thema „Die Zukunft der Arbeit gestalten wir“ geht.

Im Großen und Ganzen sei Deutschland sehr gut aufgestellt, lautet Laumanns Diagnose. Es gehe den Menschen gut, weil die Arbeitnehmer gut organisiert seien. Soziale Partnerschaften zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern hätten dazu beigetragen, dass Deutschland die letzte Finanz- und Wirtschaftskrise ohne nennenswerte Probleme gemeistert habe. Das sei ein „Erfolgsmodell, um den Wohlstand einer ganzen Gesellschaft zu nähren“, sagte Laumann.

Doch von Natur aus bleibt nichts so, wie es ist, gab er zu bedenken. „Auch nachfolgende Generationen sollten sich organisieren“, warf er mahnend in den Raum.

Dass die Liste der Probleme lang sei, verstand der Politiker sehr genau zu beschreiben. Immerhin befinde sich das Land im Umbruch. Energiewende und demografischer Wandel seien die großen Baustellen der Zukunft, denen sich die Gesellschaft stellen müsse.

Laumann forderte unter anderem, dass es möglich sein müsse, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. „Wie viel Flexibilität müssen wir uns zumuten, um erfolgreich zu sein“, fragte Laumann. Er stellte klar, dass es Grenzen der Flexibilität geben müsse. Unbefristete Arbeitsverträge müssten die Regel bleiben. Zudem hob der CDA-Vorsitzende hervor, dass der Mensch keine Ware sei, sondern dass es eine Würde des Menschen gebe. Es müsse deshalb „gleiche Tarife geben“, damit die Qualität und nicht der niedrigste Lohn über den Wettbewerb entscheide. Darüber hinaus gelte es, international Arbeitsrechtsstandards einzuhalten und dass das, was eingekauft werde, „auch aus fairen Produktionsbedingungen stammt“.

Zuvor hatte der DGB-Kreisvorsitzende Holger Schild einen kritischen Blick auf das geplante TTIP-Abkommen mit den USA geworfen. Dabei gehe es um „die Verschärfung des Wettbewerbs. Sicherheit, Verbraucher-, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz kommen dabei unter die Räder“, betonte Schild. Gute Arbeit komme nicht von alleine. Zur Solidarität mit den Flüchtlingen rief er schließlich zusammen mit Laumann auf. Es müsse für alle eine faire Chance geben - ebenfalls auf dem Arbeitsmarkt. - mes

01.05.2015 16:26
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