GESEKE

Demo für Menschlichkeit

Salzkotten - Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) lag mit ihrer Erwartung deutlich zu hoch. Statt der angemeldeten 1500 Teilnehmer fanden sich gestern Abend nach Polizeiangaben 120 bis 150 Anhänger auf dem Marktplatz in Salzkotten zusammen. Mit 1300 Gegendemonstranten rund zehnmal so viele Teilnehmer legten unter dem Motto „Salzkotten steht auf!“ ein Bekenntnis für die Menschlichkeit ab.

Eine rund 50 Meter breite, hell erleuchtete Polizeiabsperrung trennte die beiden Lager voneinander, ein auffallend großes Aufgebot an Sicherheitskräften passte auf. Die Zahl der eingesetzten Polizeikräfte wurde nicht bekannt gegeben, mehrere Dutzend Einsatzfahrzeuge waren in der Innenstadt verteilt.

Vertreter zahlreicher Gruppen waren nach Salzkotten gekommen: Kirchenverbände, Parteien, Gewerkschaften und Flüchtlingshelfer bildeten mit Fahnen und Transparenten eine eindrucksvolle Phalanx.

Bundestagsabgeordneter Burkhard Blienert (SPD) rief aus: „Der Platz ist voll und das ist wunderbar“. Er bezeichnete die AfD als „Wölfe im Schafspelz“ und als kleine Gruppe, die versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen - als verlängerter Arm der extremen Rechten.

In die gleiche Kerbe schlug auch die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Bündnis 90/die Grünen): Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry bezeichnete Beer als das vermeintlich freundliche Gesicht einer Partei, die ihre Parolen weichspült und bei Pegida auf Stimmenfang geht. Hinter dem Biedermann-Image stehe der Geist von Leuten wie SS-Siggi, die an der Seite der AfD ihr Unwesen treiben. „Chapeau, Frau Merkel, Sie haben getan, was ich von einer Kanzlerin erwarte, halten Sie durch“, rief Beer aus. Landrat Manfred Müller (CD) stellte in seiner Ansprache klar: „Wir sind die Mehrheit und wir sind das Volk!“

Erik Friede vom Paderborner Bündnis gegen Rechts stellte die Frage, ob die AfD in einem Atemzug mit dem Nationalsozialismus genannt werden dürfe. Nein, dürfe man nicht, um die Nazi-Verbrechen nicht zu relativieren, „aber die AfD könnte der Wegbereiter in einen neuen Nationalsozialismus sein“, rief er aus. Sie gebe schon jetzt Menschen, die Asylbewerberheime anzünden, das Gefühl, im Recht zu sein.

Auf AfD-Seite gab es Merkel-Kritik in vielen Facetten. Einen kurzen Umzug durch die Stadt quittierten viele Händler in der Langen Straße mit dem Ausschalten ihrer Beleuchtung. Einige „Merkel muss weg“ und „Lügenpresse“-Rufe, beantwortet mit „Nazis raus“ und „haut ab“ auf der Seite der Gegendemonstrationen - und dann war der Spuk um 21 Uhr vorbei. Möglicherweise nur vorläufig: Die AfD NRW kündigte monatliche Demonstrationen an, unter anderem im Januar in Lippstadt und im Februar in Warstein. - fred

04.12.2015 21:05
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