KREIS SOEST - Wenn es um die Grund- und Gewerbesteuerhebesätze in der Region geht, konnten Ende vergangenen Jahres drei Gemeinden in allen drei Sparten mit den günstigsten Konditionen aufwarten: Bad Sassendorf, Ense und Lippetal. 192 Prozent bei der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen), 381 bei der Grundsteuer B (für sonstige Grundstücke) sowie 403 Prozent bei der Gewerbesteuer wurden von keiner der elf weiteren kreisangehörigen Kommunen unterboten.
Enthalten sind diese Daten in einer Übersicht der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Diese haben jetzt in einer Koproduktion die Hebesatz-Daten aller knapp 11 300 deutschen Kommunen ins Internet gestellt.
Zwischen 192 (Bad Sassendorf, Ense und Lippetal) und 247 Prozent (Rüthen und Warstein) pendelten im vergangenen Jahr die Hebesätze bei der Grundsteuer A im Kreis Soest. Bei der Grundsteuer B lag die Spanne zwischen den bereits erwähnten 381 Prozent in Bad Sassendorf, Ense und Lippetal sowie 455 Prozent in Soest. Der höchste Gewerbesteuerhebesatz wurde für Werl protokolliert (437 Prozent). In Lippstadt, Soest und Welver erreichte er jeweils 430 Prozent.
So wichtig die Grundsteuer B sowie die Gewerbesteuer als kommunale Einnahmequellen sind, so wenig beeinflussen deren Hebesätze die Entscheidung eines Häuslebauers oder eines Unternehmers für eine bestimmte Stadt oder Gemeinde. Meint jedenfalls der Geseker Stadtkämmerer Ulrich Herber. „Eine gute Infrastruktur spielt eine viel wichtigere Rolle als die Höhe der Hebesätze“, meint der Hüter der Stadtfinanzen. Gleichwohl halten die Geseker Stadtmütter und -väter auch mit Blick auf die Nachbarn viel davon, möglichst niedrige Sätze festzulegen. Mit Werten von 220 Prozent bei der Grundsteuer A, von 381 v.H. bei der Grundsteuer B sowie von 403 Prozent bei der Gewerbesteuer ist das 2011 im kreisweiten Vergleich offenbar gelungen. Die Grundsteuer B spülte Geseke im vergangenen Jahr übrigens 2,2, die freilich stark von der wirtschaftlichen Konjunktur abhängige Gewerbesteuer sechs Millionen Euro in die Stadtkasse, bilanzierte Herber. - fe