Berufsorientierung: 76 Achtklässler nehmen ihre eigenen Kompetenzen unter die Lupe
Geseke - Manchem berufserfahrenen Erwachsenen könnte ein Kompetenzcheck wohl Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Das eigene Können unter die Lupe zu nehmen, erfordert schließlich auch eine gehörige Portion Mut. Das Ergebnis könnte durchaus ernüchternd ausfallen. Bei den 76 Achtklässlern der Edith-Stein-Ganztagshauptschule stand so ein Kompetenzcheck jetzt auf dem Stundenplan.
Talente und Stärken stehen im Vordergrund
Einen ganzen Schultag lang haben die Jugendlichen ihr mathematisches Verständnis, logisches Denken, ihre Sprach- und Konzentrationsfähigkeiten sowie Selbstpräsentation unter die Lupe genommen. Wirtschaftler, Soziologen und Psychologen des federführenden Unternehmens standen den Jugendlichen professionell zur Seite. Im Vordergrund standen die Talente und Stärken, um eine individuell passende Berufswahl zu ermöglichen. „Die Stärken brauchen die Schüler ja auch ihr Leben lang in ihrem späteren Beruf“, erklärt Schulleiterin Ute Stukenberg. Eher zweitrangig erschien es da, auch die Schwächen herauszufinden.
„Der Kompetenzcheck ist ein Baustein der Berufsorientierung“, erklärt eine der zuständigen Lehrerinnen Simone Brake. Dazu gehörten auch die Auswertungsgespräche mit Eltern und Schülern. „Es ist ganz entscheidend, dass die Eltern mit ins Boot genommen werden, dadurch ist das Ergebnis auch für die Jugendlichen deutlich fruchtbarer“, betont Ute Stukenberg, die sich besonders über die Nachhaltigkeit des Kompetenzchecks freut. Immerhin soll der Check auch auf die Praktika in der Klasse 9 vorbereiten. „Jetzt haben auch die Eltern Anhaltspunkte, gemeinsam mit ihren Kindern gezielt nach Praktikumsplätzen zu suchen“, erklärt Berufsorientierungslehrerin Sabine Welz. Die Daten ihrer persönlichen Auswertung haben die Schüler an die Hand bekommen, sie sollen ihnen bei ihren zukünftigen Entscheidungen oder bei noch folgenden Berufsberatungen der Arbeitagentur als Orientierung helfen.
Möglich wurde der professionell durchgeführte Check durch finanzielle Fördermittel in Höhe von 5000 Euro aus dem Innovationsprojekt „Zukunft fördern. Vertiefte Berufsorientierung gestalten“ der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit, des NRW-Ministeriums für Schule und Weiterbildung sowie der Stiftung Partner für Schule NRW. - jul