Die Römer brachten vor rund 2 000 Jahren die Fasane mit
Anröchte - Der Fasan ist eigentlich keine typisch deutsche Wildart, ist aber seit Jahrhunderten hier zu Hause. Ursprünglich stammt er aus den Steppen- und Sumpfgebieten Mittelasiens. Die ersten Exemplare wurden bereits vor etwa 2 000 Jahren von den Römern nach Europa gebracht.
In Deutschland begann die Einbürgerung erstmals zur Zeit der Kreuzritter. Vor allem der jagende Adel sorgte für die weitere Verbreitung. Im Mittelalter wurde er häufig auch wegen seines auffälligen, schmucken Federkleides gehalten.
Heute bevölkert der Fasan einen Gürtel von Ostasien über Mittel- und Vorderasien, Mitteleuropa bis hin nach Mittelamerika, also die gemäßigten Zonen.
In Anröchte gab es bis vor wenigen Jahren übrigens so gut wie gar keine Fasane. Die waren eher in der Soester Börde und im Münsterland beheimatet. Bei uns wurden im Herbst vor den Treibjagden Fasanen ausgesetzt, um dann geschossen zu werden. Das ist heute allerdings verboten.
Von diesen ausgesetzten Exemplaren haben sich einige Überlebende im Laufe der Jahre etabliert und einen Stamm gebildet, der auch dem rauen Klima an der Haar trotzt. Wachsende Bruterfolge geben davon Zeugnis. Ansonsten ist der Fasan ziemlich anspruchslos. Die Nahrung besteht wie bei den meisten Hühnervögeln aus Körnern, Samen, Insekten, Würmern und Wurzeln.
Überlebenswichtig ist für ihn Wasser. Man sagt dem Fasan nach, dass er die sechs „W“ braucht: Wiese, Wasser, Weizen, Würmer, Wurzeln, Wald.
Allerdings braucht der Fasan keinen dichten Wald, sondern eher die halboffene Landschaft. Kleine Feldgehölze, Hecken im Wechsel mit Feldern und Wiesen, dazu kleine Bachläufe, Quellen oder Teiche. Hier fühlt er sich wohl.
Fasane sind in der Regel Bodenbrüter. Es werden aber auch erhöhte Brutplätze angenommen, so z. B. Kopfweiden. Nach der Balz (im April/Mai) legt die Henne etwa 15 Eier. Es können aber auch mehr sein. Der Hahn kümmert sich um das Brutgeschäft und die Aufzucht überhaupt nicht. Weil er meist mehrere Hennen befruchtet hat, wäre ihm dies auch kaum möglich...
Wird ein Gelege zerstört, legt die Henne erneut. Dies kann mehrere Male passieren, allerdings werden die Gelege dann zunehmend kleiner. (Auf diese Art haben unsere Vorfahren auch die Legehennen gezüchtet, indem sie ihnen die Eier wegnahmen).
Die Jungen sind sogenannte Nestflüchter und kurz nach dem Schlüpfen schon ziemlich selbständig. Trotzdem werden sie von der Henne noch bis zum Herbst betreut.
Feinde hat der Fasan reichlich. Besonders die Gelege auf dem Boden und die Jungfasane sind Nesträubern ausgeliefert. Igel, Ratten, Füchse, Marder, Waschbären und Dachse bis zu Krähen, Elstern und andere Greifvögel nutzen jede sich bietende Gelegenheit.
Viele Fasane fallen auch dem Straßenverkehr zum Opfer oder sie werden Opfer der Landwirtschaft. Ganz besonders gefährlich ist hier die Heuernte, weil sie zeitlich mit dem Brutgeschäft zusammenfällt. Dabei werden oft Gelege ausgemäht. Jäger nehmen nach Möglichkeit die Gelegenheit wahr und markieren die Stellen, damit sie beim Mähen ausgelassen werden. - -tr-