Rüthen - Vom schlechten Wetter lassen sie sich nicht abhalten. Auch bei Regen malen, meißeln, schweißen und modellieren die Hobby-Künstler bei den Kreativtagen im und um das Handwerkerdorf herum. Zelte und Pavillons sorgen dafür, dass die Teilnehmer im Trockenen arbeiten können. Auch Organisatorin Gisela Michel vom Ausrichter, dem Kunstkreis 2, ist am Freitagvormittag zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.
32 Männer und Frauen haben sich für die 13. Kreativtage angemeldet. Norbert Feldhues gehört zu den Urgesteinen: Der Lipperoder ist zum zwölften Mal dabei. Normalerweise besucht er den Holzbildhauer-Kurs von Paul Krüper. Weil der aber im Moment in Malaysia weilt, beschäftigt sich Feldhues mit Holzschnitt - allein. Auch Hildegard Lankowski nimmt es sportlich, dass Krüper dieses Jahr keinen Kurs anbietet. Die Lippstädterin hat sich stattdessen für Malerei entschieden.
Dozentin Anette Pohl hat hier ein Thema ausgegeben: Alles im Fluss. Für Hildegard Lankoswki ist das ein Motiv aus dem Urlaub im Yellowstone-Nationalpark: Eine heiße Quelle - gelb an den Rändern, blau im Zentrum. Mit der Hilfe von Seidenpapier erhält das Bild Struktur. Denn dass die Bilder vielschichtig sind, eine Substanz und Dichte haben, ist der Dozentin wichtig. Diese Form des Malens ist auch für Astrid Dresel aus Kallenhardt neu. „Ich male zwar schon länger, aber Collagen habe ich bisher noch nicht gemacht.“
Poppige Mohnblüten bringt Jutta Zumdick aus Lippstadt auf ihre Leinwand. „Ich arbeite gegen den Regen an“, sagt sie schmunzelnd. Wie für viele andere auch ist es für sie nicht die erste Teilnahme an den Kreativtagen. „Hier kann ich dran bleiben. Ich lerne nette Leute kennen und auch was dazu.“ Jutta Schmidtmann aus Anröchte sieht das ähnlich. „Das ist mein Urlaub“, sagt sie. Die Lehrerin hat sich für den Kurs „Figürliches Modellieren“ entschieden.
Zum ersten Mal zeigt Dozentin Ursula Droste hier, wie man aus einem Drahtgestell und alten Zeitungen (die zu einem klebrigen Brei verarbeitet werden) Figuren gestaltet. „Ich hole mir hier auch Anregungen für meinen Unterricht“, erklärt Jutta Schmidtmann. Schon am ersten Tag hat sie ihre erste Figur fertig gestellt: einen tanzenden „Salsa Boy“.
Die Ergebnisse ihrer Arbeiten zeigen die Teilnehmer am morgigen Sonntag, 15. Juli, von 14 bis 16 Uhr allen Interessierten bei einer Vernissage am Handwerkerdorf. Dort gibt es dann auch Kaffee und Kuchen. - krt