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LIPPSTADT

Salmonellen im Sandkasten?

Lippstadt - Wenn auf dem Spielplatz Salmonellen drohen, dann ist mitunter falsch verstandene Tierliebe der Grund. So führt das Entenfüttern dazu, dass insbesondere auf der neu gestalteten Anlage im Grünen Winkel das schnatternde Federvieh in Scharen einfällt - und massenweise Kot hinterlässt, der für Kinder ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Der Mann, der am Ufer steht und das Toastbrot gleich paketweise in die Lippe wirft, dürfte zwar die Ausnahme sein - gefüttert wird aber reichlich. So wird ein Info-Schild, das einen Steinwurf entfernt am „Ententeich“ südlich des Behördenhauses auf die Folgen des Fütterns hinweist, geflissentlich ignoriert. Was Folgen für die Entenpopulation hat. Besonders am neuen Lippebug mit seiner Sonnenterrasse und dem Spielplatz „Entenei“ mit den überdimensionalen Enten sind nach den Worten von Lothar Dreckhoff große Entenscharen zu beobachten.

Das führt der für die städtischen Grünflächen zuständige Fachdienstleiter darauf zurück, dass „die Tiere dort mit Brot und sonstigen Resten menschlicher Nahrung gefüttert werden“, wie er sagt. „Die Menschen meinen es sicherlich gut“, doch das Zufüttern sei einerseits „nicht notwendig, weil die Natur für ausreichend artgerechte Nahrung sorgt“.

Entenfüttern ein Bärendienst

Zudem verlören die Enten durch das permanente Füttern „zunehmend die Fähigkeit zur selbstständigen Nahrungssuche“. Und: „Bleibt Brot im Wasser oder an Land liegen, fühlen sich natürlich auch Ratten unwiderstehlich angezogen“, sagt Dreckhoff.

Mit Blick auf den neuen Spielplatz sorgt sich der Grünflächen-Fachmann vor allem um die Kinder: „Durch Entenkot und nicht verzehrte Futterreste können Krankheitserreger auf die Kinder übertragen werden.“ Weshalb er an die Bürger appelliert, auf das Füttern der Enten zu verzichten.

Beim bloßen Appell würde es Dr. Frank Renken, Chef des Kreis-Gesundheitsamtes, nicht belassen. Er erinnerte am Freitag im Patriot-Gespräch daran, dass Entenfüttern eine Ordnungswidrigkeit sei. Die aber werde „leider nicht geahndet“.

Es sei bekannt, so der Mediziner, dass Kinder beim Spielen eine durchaus ansehnliche Menge Erde verspeisten. „Wenn der Boden mit Bakterien und Salmonellen - ob die nun von Enten, Hunden oder Katzen stammen - kontaminiert ist, dann besteht die Gefahr, dass ein Durchfallerreger mal durchschlägt.“

Weshalb „Tierliebhaber“ beim Entenfüttern sowohl den Wasservögeln als auch spielenden Kindern mitunter einen Bärendienst erweisen. - hei

06.07.2012 19:17
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  Wolfgang Stange, Lippstadt 09.07.2012 09:23:42
Als im vergangenen Jahr im Grünen Winkel die Ausbaupläne auf großen Stelltafeln präsentiert wurden habe ich nachgefragt, ob denn die offenen Eingänge des Betonkreises um den Spielplatz z. B. mit selbstschließenden Türen noch geschlossen werden - schließlich könnten so Hunde und Enten in dem Spielsand ihr Geschäft erledigen? Die lapidare Antwort lautete: "Nein, das ist gestalterisch so nicht vorgesehen".
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