OMS Werbung
Snippets
Artikelansicht
RÜTHEN

Was der Körper so aushält

Rüthen - Den Besuch in Tschernobyl hat Stefan Gödde locker gemeistert. So sah es zumindest für den Zuschauer des Galileo-Spezial aus, das der TV-Sender ProSieben zum 25. Jahrestag der Reaktorexplosion in der Ukraine ausgestrahlt hat. Der aus Rüthen stammende Moderator hat für die Reportage eine Woche im Sperrgebiet gedreht.

„Es ist wirklich gespenstisch“, schilderte der 36-Jährige damals seine Eindrücke. Man müsse aufpassen, wo man sich bewegt. „Die Gammastrahlen gehen durch die Kleidung durch, man kann sich nicht davor schützen - nur vorsichtig sein.“

Rückblickend, sagt Stefan Gödde, sei der Besuch in Tschernobyl eine Extremsituation gewesen. „Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was gibt es alles für Extreme, die auf den Körper prallen können?“ Unwahrscheinliche Höhen und Tiefen, Eiseskälte, Höllenhitze - um nur zwei Gegensätze zu nennen. Gödde hat mit vielen Menschen gesprochen, die ein extremes Hobby haben. Entstanden ist daraus sein erstes Buch: Extrem. Unser Körper am Limit.

„Eine populärwissenschaftliche Reise in die Welt der körperlichen Extreme“, fasst der Hanser-Verlag zusammen, in dem das Buch erschienen ist. „Der Körper kann viel aushalten, wenn man ihn entsprechend trainiert“, weiß Stefan Gödde nun. Die Menschen, mit denen er gesprochen hat, hat er nicht etwa beim Durchblättern des Guinness-Buch der Rekorde gefunden. „Ich habe ein Jahr lang recherchiert“, sagt er.

Getroffen hat er dabei zum Beispiel Wim Hof. „Er kann nur mit einer Badehose bekleidet zwei Stunden bis zum Hals in Eiswürfeln sitzen. Jeder andere Mensch würde dabei erfrieren.“ Wie der Niederländer seinen Körper trainiert hat, damit das nicht passiert, beschreibt Stefan Gödde ganz genau. Das andere Extrem ist eine Sauna-Weltmeisterin.

Nicht immer gehen diese Experimente gut aus. Das weiß der Fernseh-Zuschauer spätestens seit dem Unfall von Samuel Koch in „Wetten dass“. Stefan Gödde kennt auch solche Beispiele. Bei der Sauna-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr gab es einen tödlichen Zwischenfall: Für einen Teilnehmer war die enorme Hitze dann doch zu viel. Ein Taucher, der mit einem Atemzug in 214 Meter Tiefe gegangen ist, brach bei seinem nächsten Rekordversuch („Er wollte 244 Meter machen“) zusammen. „Den Umständen entsprechend geht es ihm inzwischen aber wieder gut“, weiß Gödde inzwischen.

In „Extrem“ geht es aber auch um Stille, um die Lautstärke einer Quietsche-Ente, um Muskelkontraktionen bei Lachanfällen und warum Ekeln gut für die Moral ist. Ein Interview führte Stefan Gödde nach Birmingham. Dort hat er einen Mann getroffen, der die kleinsten Kunstwerke der Welt herstellt. Es hört sich unglaublich an, was Gödde berichtet. „Als Pinsel benutzt er das Bein einer toten Fliege. Einige seiner Werke sind so klein, dass er sie sogar schon eingeatmet hat.“ Um die Story rund zu machen, erzählt er dem Leser auch die Lebensgeschichte des Künstlers.

Für den frisch gebackenen Autoren geht es im November mit seinem Erstlingswerk auf eine kleine Lesereise. Zunächst macht er aber im Oktober Station bei der Frankfurter Buchmesse. - krt

01.08.2012 19:11
Vorlesen
Werbung
Artikel kommentieren
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein:
neuen Code generieren
Suche
Ticker
Lokal
Überregional
Videogalerie
17.04.2013
Großbaustelle Flughafen Paderborn-Lippstadt
1
Meistgelesen
Meistgelesen
Meistkommentiert
Wetter
Kalenderblatt
Heute, 24.05.2013
21. Kalenderwoche
144. Tag des Jahres
Noch 221 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Zwillinge
Namenstag: Dagmar, Esther, Franz
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297