KULTUR

„Die göttlichste Musik, die es gibt“

LIESBORN    „46 Jahre, ich kann es immer noch nicht glauben!“, sagt Florian Meyer-Langenfeld. Vom 13. Mai bis zum 18 Juni gehen die „Liesborner Museumskonzerte“ in die nächste Runde. Und tatsächlich, ganz jung ist die Kammermusikreihe im Museum Abtei Liesborn nicht mehr. Wäre sie ein Mensch, wäre sie nach so vielen Dienstjahren vermutlich längst im Ruhestand. Doch durch eine geschickte Künstlerauswahl hält Festivalleiter Meyer-Langenfeld das Programm so frisch, dass die Museumskonzerte auch nach fast fünf Jahrzehnten nichts von dem Muff und der Unflexibilität manch anderer in die Jahre gekommenen Traditionsveranstaltung haben.

Das Publikum alter allerdings naturgemäß mit. Jüngere Hörer lassen sich eben in der Regel von klassischer Musik nicht so sehr begeistern wie die älteren Semester. Schon in der Vergangenheit hatte Florian Meyer-Langenfeld deshalb immer mal wieder Veranstaltungen ins Programm genommen, die gezielt auch etwas andere Publikumsgruppen ansprechen sollten. So wurde der Reigen im vergangenen Jahr vom Vision String Quartet eröffnet, das klassische Klänge mit Jazz, Pop und Funk verbindet.

Daran knüpft in diesem Jahr der Abend „Baroque Blues“ an, den Eckart Runge (Cello) und Jacques Ammon (Klavier) am Samstag, 10. Juni, im Museum Abtei Liesborn präsentieren. Wie der Titel schon andeutet, setzt das 1999 gegründete Duo auf musikalische Grenzgänge zwischen Barock, Jazz, Filmmusik, Theater und Tango. Da treffen zum Beispiel Kompositionen von George Gershwin und Astor Piazolla auf Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

Sehr viel traditioneller, aber nicht weniger hochkarätig geht es im Eröffnungskonzert zu, das am Samstag, 13 Mai, vom Navarra String Quartet aus London gestaltet wird. Das 2002 am Northern Royal College of Music in Manchester gegründete Ensemble war bereits 2012 und 2014 in Liesborn zu hören. Diesmal serviert die englisch-irisch-niederländische Formation Werke von Haydn und Beethoven. Als Verstärkung ist der englische Cellist Guy Johnston mit dabei, der gemeinsam mit dem Ensemble Franz Schuberts Streichquintett C-Dur spielt, für das zwei Celli benötigt werden. „Das ist die göttlichste Musik, die es gibt, für mich und viele andere auch“, sagt der Festivalleiter, der selbst lange Jahre als Cellist bei den Essener Philharmonikern gespielt hat.

Weiter geht es am Samstag, 20. Mai, mit einem Recital von Liv Migdal (Violine) und Jongdo An (Klavier), die sich Bach, César Franck und Beethoven widmen. Ebenfalls Beethoven, aber auch den tschechischen Neoklassizisten Bohuslav Martinu und Alt-Wiener Tanzweisen von Fritz Kreisler hat das Streichtrio Berlin im Gepäck, das am Samstag, 27. Mai, in der alten Abtei aufspielt.

Das Klavierduo Ping und Ting besteht aus den Zwillingsschwestern Lok Ping und Lok Ting Chau. Die Hongkonger Pianistinnen haben 2015 den dritten Preis beim wichtigen Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München gewonnen. Ihr Liesborner Programm verbindet am Samstag, 3. Juni, so unterschiedliche Tonkünstler wie Johannes Brahms, Leonard Bernstein und Doming Lam, der zu den Pionieren der Neuen Musik in Hongkong zählt.

Die Reihe der Abendkonzerte endet am Samstag, 17. Juni, mit einer selten zu hörenden Besetzung: Harfe und Fagott. Die Harfenistin Agnès Clément hat im vergangenen Jahr den 1. Preis beim ARD-Musikwettbewerb in München abgeräumt. Sophie Dartigalongue ist Solofagottistin der Wiener Philharmoniker. In Liesborn spielen sie Werke der italienischen Barockmusik und der französischen Romantik von Antonio Vivaldi, Domenico Scarlatti, Arcangelo Corelli, Claude Debussy, Maurice Ravel und Camille Saint-Saëns.

Den Abschluss bildet am Sonntag, 18. Juni, traditionsgemäß das „Liesborner Debüt“. In der Matinee stellen sich ab 11 Uhr 1. Preisträger des Landes- und möglicherweise auch Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ vor.

Die Abendkonzerte beginnen um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei Wadersloh Marketing, (0 25 23) 9 50 10 55.   bal

20.03.2017 19:10
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