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GESEKE

Ruine wird Traumschloss

Störmede - Für die Störmeder wird ein Traum wahr. Fast jeder Dorfbewohner verbindet mit der Schlossruine im Ortskern seine ganz persönliche Geschichte. Der eine hat in seiner Kindheit in den historischen Gemäuern gespielt oder in der umliegenden Gräfte geplanscht, der andere im Schutz der Ruine seinen ersten Kuss bekommen. Jetzt erwacht die Burg endlich wieder aus dem Dornröschenschlaf. Märchenhochzeiten, romantische Abende bei Wein und Kerzenschein, Familienfeiern, Betriebsfeste, Konzerte, Ausstellungen oder Tagungen - voraussichtlich schon zum Ende des Jahres 2012 soll das Schloss in neuem Glanz erstrahlen und als „Rittergut Störmede“ stilvoller Veranstaltungsort für Gäste aus nah und fern sein.

Möglich macht das die Lippstädter Investor-Familie Bröggelwirth. Rund drei Millionen Euro werden Hartmut Bröggelwirth, Ehefrau Silvia und Tochter Nicole in den kommenden Monaten in die Hand nehmen, um das Baudenkmal grundlegend zu sanieren. Als sich die Familie vor rund sechs Jahren entschied, das nördlich gelegene Gutshaus samt der angrenzenden Torhäuser, der Ökonomie und des Hohen Hauses zu erwerben, war es für Hartmut Bröggelwirth wie eine Liebe auf den ersten Blick. „Unser Kerngedanke war schon damals, das gesamte Ensemble auf dem zwei Hektar großen Gelände wieder zusammenzuführen“, erinnerte er sich. Dieser Gedanke ließ die Familie seitdem nicht mehr los. Von der Stadt erstanden die Bröggelwirths daher nach langwierigen Verhandlungen im vergangenen Jahr auch die Schlossruine und die umliegende Parkanlage mit dem Wassergraben.

Immer wieder wurden seitdem zusammen mit dem zuständigen Architekten Markus Smolin die Entwürfe für die Neugestaltung überarbeitet. „Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir den Gedankenprozess in die Tat umsetzen wollen“, erklärte Bröggelwirth am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Zeitpunkt für den Pressetermin war gut gewählt. Erst am Dienstag erhielten die Investoren nach umfangreichen archäologischen Untersuchungen die denkmalrechtliche Benehmensherstellung des Münsteraner Amtes für Denkmalschutz. Damit kann noch in diesem Monat die Sanierung der Außen- und Innenfassade sowie des Gewölbekellers starten. „Die Fassade wird verputzt, die historischen Ornamente wieder hergestellt“, erklärte Smolin.

Mit der endgültigen Baugenehmigung rechnet der Architekt spätestens im September. Im Untergeschoss entstehen dann ein Weinkeller und sanitäre Anlagen, im Erdgeschoss eine mobile Bühne und zwei große Säle für insgesamt rund 250 Gäste. Lichtdurchflutet werden die rund neun Meter hohen Räumlichkeiten sein, erhält das Denkmal doch als Dach eine gewölbte Glaskuppel.

An der Nordseite der Noch-Ruine wird sich ein Nebengebäude mit Funktionsräumen für Küche, Lager, Aufzug und Personal anschließen. Die Gebäude werden durch eine Glasfassade verbunden. „Durch diese Architekturspange hebt sich der Alt- vom Neubau ab“, erläuterte Smolin.

Eine große Außenterrasse, erreichbar von der Albert-Brand-Straße, lädt schließlich in den Sommermonaten zum Verweilen ein. „Wir planen zwar keine permanente Tagesgastronomie. Bei schönem Wetter wird das Rittergut aber geöffnet sein“, versprach Bröggelwirth. Auf Hochtouren laufen derzeit die Personalplanungen. Tochter Nicole wird die Gastronomie betreiben. „Wir werden auf jeden Fall selber produzieren. Der Verzicht auf einen Catering-Service ist erklärtes Ziel“, verwies Bröggelwirth auf die Entstehung neuer Arbeitsplätze in Störmede.

Zukunftsweisend ist auch das Gesamtkonzept der Familie. Über die Sanierung der Schlossruine hinaus denken die Bröggelwirths bereits an die Gestaltung eines Rittersaals im großen Torhaus sowie die Umwandlung der ehemaligen Schäferei in eine Konzert-Scheune. „Das erfolgt aber alles Schritt für Schritt in kleinen Ausbaustufen“, versicherte der Gutsherr.

Den ersten Schritt zum Traumschloss kann so manches Störmeder Liebespaar jedenfalls kaum noch abwarten. „Es werden schon Hochzeiten verschoben bis zur Eröffnung“, berichteten Smolin und Bröggelwirth. - df

11.08.2011 16:48
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