Garten

Auf den Schnitt kommt´s an
LIPPSTADT - Erstaunlicherweise waren die ersten Januartage nördlich des Haarstrangs deutlich kälter als in den südlichen Bereichen. In der Rüthener Innenstadt stand das Thermometer vor ca. 10 Tagen bei minus 14 Grad. In Lippstadt dagegen bei ca. minus 22 Grad. „Dadurch sind einige Pflegemaßnahmen an Obst- und Beerensträucher zum Erliegen gekommen“, berichtet der Patriot-Gartenexperte Josef Dahlhoff. Gerade der Januar und Februar seien aber besonders geeignet um Obstbäume zu schneiden.Die Bäume befinden sich im Ruhestadium und sind unbelaubt. Sinken die Temperaturen aber noch mal unter minus 5 Grad, sollte nicht mehr geschnitten werden. Es könnten sonst Frostschäden entstehen. Früher habe man größere Schnittstellen mit einem Umfang von einem alten 5-Mark-Stück oder noch größere mit einem Wundverschlussmittel geschützt, berichtet der Fachmann. Nach neusten Erkenntnissen seien die Selbstheilungskräfte der Bäume ausreichend, um die Wunde zu verschließen. Empfindliche Bäume wie die Süßkirsche, die Aprikose oder der Pfirsich würden im Sommer nach der Ernte geschnitten. Bei trockenem Sommerwetter setze die Wundheilung sehr schnell ein und die Gefahr des Eindringens eines Pilzes sei sehr gering. „Möchte man sehr große Schnittstellen schützen, gibt es im Handel Wund- und Baumwachse“, so Dahlhoff. Ein fachlich richtiger Schnitt ist nach Angaben unseres Experten die wichtigste Maßnahme zur Erzielung von gleichmäßigen Erträgen und Qualitäten. Dahlhoff: „Beim Betrachten des Baumes von allen Seiten, fallen meistens im oberen Kronenbereich die häufigsten Abweichungen von der angestrebten Pyramidenform auf. Obstbäume brauchen einen klaren dominanten Mitteltrieb. Konkurrierende Triebe führen nur zu vermehrten Wachstum und müssen entfernt werden. Eine Faustregel besagt: Alle Seitentriebe im oberen Drittel, die mehr als halb so dick sind wie der Haupttrieb, sollten entfernt werden.“ Eine andere wichtige Schnitttechnik ist: Wenige große Schnitteingriffe sind besser als viel kleine. Ein bis zwei starke Äste komplett entfernt, bringen einen überraschenden Effekt.Weiter sollten schlechtes Fruchtholz ( das sind schlecht belichtete Partien im Bauminneren ) und nach unten hängendes altes Fruchtholz entfernt werden, rät der Patriot-Garten-Fachmann: „Die Trieb- ( blätterbildend ) und Knospenformen ( blütenbildend ) sind bei Äpfel und Birnen vergleichbar. Die Langtriebe ( länger als 50 cm ) sind meistens mit einer Blattknospe besetzt. Diese haben anfangs nur zum Baumaufbau eine Bedeutung und sind später nur ein Zeichen eines zu starken Triebwachstums. Diese können bereits im Sommer entfernt werden.“ Für die Fruchtbildung sind laut Dahlhoff die kürzeren Triebe wichtig. Diese sind ca. 1 bis ca. 20 cm lang und meistens mit einer Blütenknospe besetzt. Je kürzer die Triebe desto fruchtbarer sind sie. Beim Schneiden sollte man darauf achten, dass die kurzen, fruchtbaren Triebe überwiegen und an guten Positionen stehen. Ungünstige Stellen sind zum Beispiel nach unten hängende und in die Baummitte wachsende Triebe oder zu dicht stehende Zweige. Diese sollten entfernt werden.Für diese Arbeiten gibt es im Fachhandel eine große Anzahl von qualitativ hochwertigen Werkzeug. Unser Fachmann rät zur Anschaffung einer guten Schere. Sie sollte Stoßdämpfer oder Puffer haben, welche die Gelenke schonen. Alle Einzelteile sollten austauschbar sein. Gute Pflege wie Einstellen, schärfen und Ölen sollte selbstverständlich sein. Eine klappbare Universalsäge mit verchromten Sägeblatt garantiert eine glatte Schnittfläche welche zur schnellen Wundhaltung wichtig ist.Kleinfrüchtige Sorten zum Beispiel Rubinette, Gala oder Cox Orange vertragen laut Dahlhoff einen etwas kräftigen Schnitt. Eine Frucht- triebausdünnung fördere die Fruchtgröße. Bei großfrüchtigen Sorten zum Beispiel Jona Gold oder Boskop sollte man weniger stark schneiden um möglichst viele Früchte zu bekommen.Bei Obstbäumen, die nur unregelmäßig tragen, sollte erst nach der Blüte geschnitten werden. Die wenigen Blüten, die der Baum hervorbringt, wären sonst verloren. Bei einer schwachen Blüte kann auf ein Rückschnitt ganz verzichtet werden. Der Schnittzeitpunkt ist:bei Kernobst am besten Januar bis Ende Februar, über minus 5 Grad, bei Süßkirschen am besten nach der Ernte im belaubten Zustand, Sauerkirschen können zur Anregung des Wachstums auch im Nachwinter Ende März geschnitten werden,Aprikose sollte aus Gründen der Baumgesundheit nur während der Wachstumszeit geschnitten werden,Bei Pfirsich sollte der grobe Schnitt im November bis Dezember, der Feinschnitt sicherheitshalber nach der Blüte ( wegen Spätfrostgefahr) erfolgen,Zwetschgen schneidet man besser nach der Ernte wegen Krankheitsgefahr, Walnuss und Kiwi sollte man nur im belaubten Zustand schneiden ( ca. August bis September). Wird im Frühjahr geschnitten, verblutet der Baum.Zum Schluss hat unser Fachmann noch einen ganz wichtigen Rat: Aus Sicherheitsgründen sollte man Bäume immer zu zweit beschneiden. Die Gefahr, dass sonst die Leiter umkippt, sei einfach zu groß.
17.01.2009 00:00
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