Garten

Blumenpracht fängt klein an

LIPPSTADT - Pünktlich zum Winter-Ende wird es beim Hobbygärtner richtig spannend. Denn die erfahrenen Blumenfreunde reizt es jedes Jahr aufs Neue, den eigenen Garten mit einem Blumenmeer von selbst vermehrten Blumen zu gestalten. Hierzu bietet unser Garten-Fachmann Josef Dahlhoff wertvolle Tipps:

Die Natur hat mehrere Strategien für den Garten entwickelt, damit sich Pflanzen aus Teilen der Mutterpflanze regenerieren können. Durch Stecklingsvermehrung haben die Blumenfreunde die Möglichkeit, Pflanzen für ihren Balkon oder Garten in beliebiger Anzahl zu vermehren. Mithilfe der Vorschläge des PatriotExperten kann man seinen Garten neu gestalten oder anlegen, wenn dabei Stecklinge zum Einsatz kommen sollen. Gerade die selbstüberwinternden Sommerblumen, wie z.B. Geranien, Fuchsien und Wandelröschen, lassen sich mit Kopfstecklingen vermehren, berichtet Josef Dahlhoff.

Aber auch die Variante im Wasserglas verspricht Erfolg. Bei dieser Methode wird ein ca. 8 bis 10 cm langes Pflanzenstück in ein mit Wasser gefülltes Wasserglas gestellt. Die Wurzelbildung dauert aber deutlich länger als bei der Stecklingsvariante und ist für eine Massenvermehrung weniger geeignet.

Gerade dieses Jahr sind die gewachsenen Triebe durch den langen und außergewöhnlichen lichtarmen Winter sehr schwach und für das Schneiden von Stecklingen nicht geeignet, berichtet Dahlhoff. Sämtliche bis jetzt gewachsene Triebe sollten komplett abgeschnitten und weggeworfen werden. Die sogenannten Mutterpflanzen brauchen ab jetzt einen hellen und warmen Standort und können mit leichten Düngergaben zum Neuaustrieb überredet werden. In ca. 2 bis 3 Wochen sind die neu gewachsenen Triebe als Stecklinge zu gebrauchen, verspricht unser Garten-Fachmann.

Die gewonnenen Stecklinge sollten frei von Krankheiten oder Schädlingen sein und keine Blüten oder Blütenknospen haben. Mit einem scharfen Messer (z.B. ein kleines Küchenmesser) trennt man den ca. 3 bis 5 cm langen Steckling von der Mutterpflanze ab. Die Qualität des Stecklings entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Geht das Messer durch den Trieb wie beim Durchschneiden von Butter, dann ist das Pflanzenmaterial deutlich zu weich und kann nicht verwendet werden, erklärt Dahlhoff. Bei einem zu harten oder verholztem Pflanzenmaterial kann der Steckling die Schnittwunde nicht verschließen und kann somit auch keine neue Wurzeln bilden. „Ein mit leichtem Druck geschnittener Steckling hat die besten Vorraussetzungen, eine stattliche Pflanze zu werden“, berichtet der Patriot-Experte. Der optimale Härtegrad eines Stecklings ist meistens unterhalb des 2. oder 3. Blattansatzes. Die untersten beiden Blätter an der Schnittstelle werden abgeschnitten. Bei großblättrigen Stecklingen können die oberen Blätter um die Hälfte eingekürzt werden. So verringert man die Verdunstungsoberfläche, um der Pflanze über die wurzellose Zeit hinweg zu helfen.

Eine gereinigte Kunststoffkiste ist ideal, um die neuen Stecklinge aufzunehmen. Als Erde hat sich eine schwach oder gar nicht aufgedüngte Vermehrungserde bewährt. Zur Förderung der Wurzelbildung kann die Schnittstelle in ein spezielles Wurzelhormon eingetaucht werden. Dieses desinfiziert die Schnittstelle und regt die Wurzelbildung an. Diese Mittel dürfen aber nur sehr sparsam eingesetzt werden, warnt Josef Dahlhoff. Jetzt muss die Erde, die in der Kiste nur ca. 3 bis 4 cm hoch sein sollte, gut gewässert werden. Wichtig für die Pflanzen ist eine Abdeckung mit einer Scheibe oder Folie. Die dadurch entstehende höhere Luftfeuchtigkeit ist wichtig, um ein Austrocknen zu verhindern. Die Folie darf die Blätter aber nicht berühren, da sonst sofort an den Blättern Schimmelbefall einsetzten würde. Die Abdeckung wird erst bei einsetzendem Wachstum oder entstehendem Pilzbefall entfernt. In diesem Fall müssen die kranken Pflanzen aussortiert werden.

Der Standort der Kiste sollte sorgsam ausgewählt werden. Er sollte hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung sein. 18 bis 20C sind ideale Temperaturen, um ein Wurzelwachstum zu erzeugen. Nach 10 bis 14 Tagen können die bewurzelten Pflanzen dann in ca. 9 bis 10 cm große Töpfe gepflanzt werden. Die Erde kann dann schon Ton und etwas Dünger enthalten. Ab diesem Zeitpunkt kann die Helligkeit, Feuchtigkeit und Wärme gesteigert werden. Und ab Mitte Mai, so Josef Dahlhoff, können die selbstvermehrten Pflanzen dann ins Freiland oder in entsprechende Schalen gepflanzt werden.

19.03.2010 18:54
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