Ministerin legt Grundstein für 100-Mio.-Euro-Projekt. „Für Studenten erste Wahl“
LIPPSTADT - Als NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze am Donnerstagnachmittag den Grundstein für den Hochschul-Neubau in Lippstadt legte, dürfte sie durchaus ein Déjà-vu-Erlebnis gehabt haben: 24 Stunden zuvor hatte die Landespolitikerin - Uhrzeit und Festredner waren nahezu identisch - bereits am Campus Hamm Gleiches getan. Weshalb sie gleich zu Beginn mit Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld vor 180 geladenen Gästen frotzelte: „Wir machen das genau so wie gestern.“
Knapp 16 000 Quadratmeter Nutzfläche umfasst das Campus-Projekt an der Rixbecker Straße. 85 Millionen Euro investiert das Land am „Himmelreich“ in Labors, Seminarräume, Hörsaal, Bibliothek und Mensa. Mit der technischen Ausstattung wird die 100-Millionen-Euro-Marke erreicht.
„Gute Lehre braucht gute Rahmenbedingungen“, sagte die Ministerin mit Blick auf diese und andere Investitionen - bis zum Jahr 2020 investiert das Land über zehn Milliarden Euro in verschiedene Hochschul-Programme. Svenja Schulze erklärte, dass die bisher in angemieteten Räumen untergebrachte Hochschule mit dem Campus-Projekt „jetzt ein Gesicht bekommt“. Der Neubau sei eine „hervorragende Basis für eine Vernetzung von Hochschule und Industrie“, so die Ministerin, die darauf hinwies, dass die Fachhochschule trotz ihrer noch jungen Geschichte bereits „enorme Erfolge“ vorweisen könne und an der Spitzenforschung beteiligt sei.
Der erste Bauabschnitt (mit Hörsaal, Bücherei und Mensa) soll laut Schulze rechtzeitig fertig sein, wenn im Herbst kommenden Jahres der doppelte Abitur-Jahrgang in NRW an die Hochschulen strömt.
Das ist für Präsident Zeppenfeld ein Muss. Der Zeitplan sei ehrgeizig, müsse aber „zwingend eingehalten“ werden. Zum Semesterstart Mitte September 2013 - dann wird mit bis zu 2000 Studenten in Lippstadt gerechnet - müsse der erste Bauabschnitt fertig sein . Aber da sei er ganz
„Spektakulär gute Architektur“
zuversichtlich. Schließlich habe man auch „in den vergangenen drei Jahren fast keinen Tag verschenkt“, sagte Zeppenfeld und dankte insbesondere seinem Vize Karl-Heinz Sandknop und dessen Mitarbeitern für ihr Engagement.
Die Grundsteinlegung sei „ein Meilenstein, nicht der erste und nicht der letzte“. Ziel der Hochschule sei es, die Studenten „fit zu machen für langes Leben und Überleben am Arbeitsmarkt“. Dabei gibt sich Zeppenfeld nicht mit Mittelmaß zufrieden: „Wir wollen für die Studierenden erste Wahl sein.“
Dass die Hochschule „schneller wächst als geplant“, hob Therese Yserentant hervor. Die Leiterin der federführenden Soester Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) sprach von einer „spektakulär guten Architektur“, mit der „ideale Voraussetzungen für Lehren und Lernen“ geschaffen würden.
Bürgermeister Christof Sommer („Das ist heute ein ganz besonderer Tag für Lippstadt“) wies auf die Notwendigkeit hin, dem „eklatanten Fachkräftemangel“ zu begegnen. Denn: „In Lippstadt sind über sieben Prozent der Beschäftigten Ingenieure, landesweit sind es nur 2,4 Prozent.“ Die Hochschule spiele daher für die heimische Wirtschaft eine große Rolle. Aber nicht nur das: „Studenten tun einer Stadt gut.“ - hei