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Chaos auf der Autobahn

Von Dominik Friedrich

Eringerfeld    Die ersten Orangen aus Spanien liegen schon wieder in den Obstregalen der Supermärkte. Die bei Zalando oder Amazon bestellten Pakete werden bereits am nächsten Tag mit der Post geliefert. Warum geht das bloß alles so schnell?

Ganz einfach: Weil Lkw rund um die Uhr durch Deutschland und ganz Europa fahren, um Güter wie Lebensmittel oder Kleidung von A nach B zu transportieren. Die Folge: verstopfte Straßen. Gerade wer häufiger auf Autobahnen unterwegs ist, kennt das Problem. Auf dem rechten Streifen fahren die Lkw dicht an dicht, in der Nacht blockieren die Sattelschlepper häufig nicht nur alle Parkplätze der Raststätten, sondern die Ein- und Ausfahrten gleich mit. Man hat den Eindruck: Das war vor einigen Jahren noch nicht so schlimm.

Und der Eindruck täuscht nicht. Eine aktuelle Untersuchung der Universität Duisburg-Essen ergab jetzt, dass der Lastwagen-Güterverkehr in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und bis 2030 noch mal um weitere 39 Prozent wachsen wird. Schon jetzt fehlen an den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen 4000 Parkplätze für Lkw, heißt es. Der Bund sucht deshalb dringend Flächen, auf denen neue Rastplätze gebaut oder kleine vergrößert werden können.

Geschehen ist das bereits an der Autobahn 44 im Geseker Ortsteil Eringerfeld. Dort wurde an der Südseite der Fahrbahn 2016 eine Rastanlage mit mehr als 130 Parkplätzen für Lkw eröffnet. Gut sechs Millionen Euro kostete die Baumaßnahme. Es gibt nur ein Problem: Die Brummi- und die Autofahrer, die hier auf dem Weg in den Osten Deutschlands eine Pause einlegen, bekommen nichts zu Essen und können nicht tanken.

Als es darum ging, den Bau und den Betrieb eines Tankstellen- und Restaurantgebäudes an ein privates Unternehmen zu vergeben, fühlte sich ein Bewerber ungerecht behandelt. Er klagte vor Gericht. Doch bevor es zum Urteil kam, zog er die Klage zurück. Der andere Bewerber, genauer gesagt die Firma Shell Deutschland Oil, darf nach langer Wartezeit nun endlich das Gebäude bauen. Wie die Shell-Mitarbeiterin Cornelia Wolber in dieser Woche berichtete, werden Restaurant und Tankstelle Ende 2018 eröffnet.

Noch länger auf eine gute Rastmöglichkeit müssen die Verkehrsteilnehehmer übrigens auf der Nordseite der A 44 in Eringerfeld warten. Hier soll der bereits bestehende Parkplatz ebenfalls zu einer großen Tank- und Rastanlage mit über 120 Lkw-Parkplätzen ausgebaut werden. Dafür muss die Bundesrepublik Deutschland als Bauherrin noch angrenzende Grundstücke kaufen. Nicht alle Eigentümer haben sich aber bislang bereit erklärt, diese abzugeben.

21.08.2017 16:15
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