Garten

Dem Winter trotzen

lippstadt - Erscheint auch Ihnen das Gartenjahr viel zu kurz? Dann ist der Zeitpunkt sich über die Anschaffung eines eigenen Gewächshauses Gedanken zu machen jetzt genau richtig. Die Gurken und Tomaten können im Herbst deutlich länger geerntet werden, erklärt der Patriot-Gartenexperte Josef Dahlhoff. Im Winter sind Kübelpflanzen im Gewächshaus deutlich besser vor Frost geschützt und im Frühjahr lassen sich Salat und Kohlrabi schon zu einer Zeit ernten, wo im Freiland erst gepflanzt wird.

Vor dem Kauf sollte man sich jedoch über den Standort Gedanken machen. Nur wenn auch im Winter genügend Licht vorhanden ist, lässt sich ein Gewächshaus sinnvoll nutzen. Schatten vom eigenen Haus, hohen Bäumen oder Hecken sind zu vermeiden. Durch den Schatten vermoost und veralgt die Verglasung überproportional schnell und der Lichteinfall wird zusätzlich reduziert. Da das Gewächshaus einen stark prägenden Einfluss auf die Gartengestaltung hat, sollte der Standort einen bevorzugten gut einsehbaren Platz erhalten.

Das klassische Gewächshaus mit Spitzdach eignet sich bevorzugt für Gemüsegärtner. Der rechteckige Grundriss lässt sich durch einen Mittelgang gut aufteilen und die Erdbeete rechts und links lassen sich so optimal bearbeiten. Eine andere Nutzung ist der Einbau von Tischen, welche sich hervorragend eignen um Beet- und Balkonpflanzen heran zu ziehen oder einfach nur um Erdbeeren in Arbeitshöhe kultivieren und pflücken zu können. Auf dem gleichen Tisch kann eine Ecke reserviert werden, die für Erde, Töpfe und weiteres Zubehör genutzt werden kann. Die Höhe sollte an die eigene Körpergröße angepasst werden. Die eingebauten Tische bieten ebenfalls den Vorteil, dass die Pflanzen intensiver beobachtet werden können und Krankheiten und Schädlinge früher erkannt werden. Selbst die Feuchtigkeit der Erde kann so leichter beurteilt werden. Im Vergleich zu Grundbeeten erwärmt sich die Erde schneller und fördert somit zusätzlich das Wachstum.

Der zweite Gewächshaustyp, den Dahlhoff vorstellt, ist das an der Südseite angebaute Anlehngewächshaus. Im Vergleich zum frei stehenden Gewächshaus vermindert sich der Energiebedarf deutlich, da die Nordseite des Raumes aus massivem Stein besteht, sodass dieser Typ von Gewächshaus sich für Wärme liebende Pflanzen eignet. Befindet sich ein Lichtschacht vom Haus im Anlehngewächshaus kann durch öffnen des Fenstern meist das Gewächshaus frostfrei gehalten werde, wodurch Kübelpflanzen oder frühes Gemüse keinen Schaden mehr nehmen.

Die besonderen Hingucker im Garten sind die exklusiven Sonderformen, es gibt sie in rund, als Sechseck oder pyramidenförmig. Diese Glashäuser eignen sich als Wintergarten oder für frostempfindliche Gewächse mit erhöhtem Wärmebedürfnis. Bei dekorativen bewohnbaren Glashäusern ist Holz ein beliebtes Baumaterial. Für ein Gebrauchsgewächshaus rät der Gartenexperte davon ab, da durch die hohe Luftfeuchtigkeit das Holz verstärkt angegriffen wird und somit ein hoher Pflegeaufwand betrieben werden muss. Viel wichtiger erscheine das Krankheiten und Schädlinge sich an dem Holz festsetzen und bei einem erneuten Bepflanzen des Gewächshauses im Folgejahr die Krankheiten erneut ausbrechen. Verzinkter Stahl oder Aluminium für alle tragenden Teile sollte das bevorzugte Material sein. Ab einer gewissen Größe reichen kleine Punktfundamente nicht mehr aus. Soll das Gewächshaus auch im Winter genutzt werden, empfiehlt Dahlhoff ein Streifenfundament aus Ziegel oder Beton, da so eine bessere Wärmedämmung erreicht werden kann.

Ein wichtiger Punkt ist die Verglasung. Durchsichtiges Blankglas (vergleichbar mit einer Fensterscheibe) lässt zwar am meisten Licht hindurch, doch ist eine Verbrennung der Blätter in Scheibennähe enorm groß. Genörpeltes Glas (Klarglas) zerstreut das Licht und vermindert diese Gefahr. In geheizten Gewächshäusern sollten Isoliergläser oder Stegdoppelplatten verwendet werden. Als gut pflanzenverträglich haben sich Stegdoppelplatten aus Acrylglas in einer Stärke von 16 Millimetern erwiesen. Sie sind langlebig und vergilben selbst nach 15 Jahren nur minimal. Bei einfach verglasten Gewächshäuser lässt sich durch Luftpolsterfolie (oder Noppenfolie) preiswert auch eine isolierende Wirkung erzielen. Automatisch öffnende Luftklappen, Schiebetür vorne, Umluftheizung und Ventilatoren oder Wärmespeicher sind nützliches Zubehör. Ein intensiv genutztes Gewächshaus sollte über eine Heizung verfügen. Die Heizung kann wahlweise an der Zentralheizung angeschlossen werden. Ein Wärmetauscher mit Ventilator oder auch Kunststoffrohre die im Pflanzenbereich ausgelegt werden stellen die bevorzugte Erwärmung für ein mit Pflanzen bestücktes Gewächshaus dar. Mit Strom betriebene Wärmequellen sind uneffektiv und können nur eine frostfreie Beheizung ermöglichen.

19.02.2010 18:28
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