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LIPPSTADT

Der Süden erfüllt lang gehegte Wünsche

Lippstadt - Vom ausgelassenen Feiern bis zum Bekenntnis zu gesellschaftlicher Verantwortung: Das Schützenfest im Süden umfasste viele Aspekte.

Dass Andreas Bumke sich schon seit Kindertagen gewünscht hat, König des Südens zu werden, konnten Schützen und Zuschauer ihm am Sonntag durchaus ansehen. Freudestrahlend und stolz zugleich führte er um kurz nach halb vier seine Königin Martina Zimmermann vor seine Residenz an der Westernkötter Straße.

Die alten Bäume dort boten dem Bataillon zumindest ein paar Augenblicke Schatten, ehe sich der König, die Königin (im champagnerfarbenen Kleid) und der farbenprächtige Hofstaat an die Spitze des Festumzuges durch den Süden setzten. In ihrem Gefolge hatten die Regenten auch das 25-jährige Jubelkönigspaar Andreas und Agnes Floer. Die 60-jährige Jubelkönigin Maria Immenkemper sowie die 50-jährige Jubelkönigin Carola Seiger hatten die Schützen schon am Samstag geehrt.

Um halb drei waren die fünf Kompanien am Sonntag vor dem Vereinslokal Ortwein an der Bökenförder Straße aufmarschiert. Nach einer ausführlichen Fahnenparade erlebten die Zuschauer dort eine wundersame Schützenvermehrung: Hatten die Hauptleute dem Major Ralf Schulte noch knapp 400 Schützen und Offiziere gemeldet, berichtete dieser seinem Oberst Wolfgang Kemmerling von beinahe 450 Grünröcken. Tatsächlich waren es weniger als 300. Nun ist es in allen Schützenvereinen üblich, bei der Meldung eher grob über Kimme und Korn zu peilen. Im Süden aber scheint zu gelten: Wenn’s ums Feiern geht, sind die Schützen besonders großzügig.

Ganz genau hatten sie es dagegen am Samstagnachmittag genommen. Vor einem ökumenischen Gottesdienst in der Josephskirche mit Pfarrer Gerd Reifer und Pfarrerin Margot Bell marschierte das Bataillon traditionell zur Kranzniederlegung am Ehrenmal der Gemeinde auf.

Oberst Wolfgang Kemmerling rief dazu auf, mit der Freiheit „pfleglich“ umzugehen. Er betonte, „dass wir alle es in der Hand haben“, Diktatur und Kriege zu vermeiden. „Bekennen wir uns zu unserem Staat!“, sagte Kemmerling. Verantwortung, Treue, Zuverlässigkeit und Kameradschaft würden heute anders interpretiert als früher, blieben aber Werte der Schützen.

Am Abend fand sich das Bataillon auf dem Schützenplatz am Weihewinkel ein, wo der Musikverein Boke und das Lippstädter Tambourcorps den Zapfensteich exerzierten. Anschließend fand in der Halle der Festakt mit zahlreichen Gästen statt. - isa d Lippstadt 3

05.08.2012 19:58
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