WIRTSCHAFT

Diagnose: In der Pflege fehlt Personal

Von Dagmar Meschede

Lippstadt - Die Zahl an Pflegebedürftigen steigt. Aber es fehlen nach wie vor spürbar die Fachkräfte. Diese Diagnose stellten gestern die stellvertretende Landrätin Irmgard Soldat und Arbeitsagentur-Geschäftsführer Dr. Reinhard Langer zum Auftakt der Gesundheits- und Pflegebörse im Esta-Bildungswerk in Lippstadt. 2013 gab es laut der „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe“ 1584 unbesetzte Stellen in Pflegeberufen; zwei Jahre später seien es immer noch 1055 gewesen, zitierte Soldat die Statistik. Und Langer verwies darauf, dass die Zeit, bis eine gemeldete Stelle im Pflegebereich besetzt ist, mittlerweile doppelt so lang sei wie bei offenen Stellen in anderen Berufen. Das machte er an Zahlen fest: So kämen im Normalfall auf eine freie Stelle vier Arbeitssuchende, Bei der Krankenpflege aber nur 1,2. In der Altenpflege kehre sich das Verhältnis sogar um. Hier stünden - statistisch gesehen - 0,5 Arbeitssuchende einer freien Stelle gegenüber. Dabei fehle es nicht am Geld, „sondern an denjenigen, die bereit sind, diese Arbeit zu machen“, sagte Langer. Mehr Pflegebedürftige stünden weniger Schulabgängern gegenüber, beschrieb er das Dilemma. Und oft würden die Menschen nur acht bis zehn Jahre im Pflegeberuf arbeiten, fügte zudem Meinolf Busse als stellvertretender Schulleiter des Esta-Bildungswerks hinzu. Umso wichtiger sei es, das Interesse für die Pflegeberufe zu wecken.

Genau darum ging es den 21 Ausstellern bei der Pflegebörse, die von der Regionalagentur ausgerichtet wurde. Senioreneinrichtungen gehörten genauso dazu wie Ausbildungsinstitute und die Agentur für Arbeit. Sie informierten die Besucher in Gesprächen über mögliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und brachten ihnen ein Stück weit die praktische Arbeitswelt im Pflegeberuf nahe. So konnten Interessierte beispielsweise mit dem Stethoskop ihren eigenen Herzschlag hören oder Blutdruck- und Blutzuckerwerte messen lassen. Oder aber es ging darum, beim Memory Sprichwörter oder Geräusche erraten: Gerade bei Demenzkranken sei es wichtig, Reize auszulösen und damit Erinnerungen zu wecken. „Die Patienten gehen darin voll auf“, sagte etwa LWL-Mitarbeiterin Manuela Ludwig.

Darüber hinaus gab es erstmals eine Stellenbörse, bei der rund 90 Arbeitsplätze im Pflegebereich angeboten wurden. Michael Quenkert von der Arbeitsagentur ließ schließlich noch einmal Zahlen sprechen: Demnach sind für den Kreis Soest bei der Arbeitsagentur 461 freie Stellen im Gesundheitsbereich gemeldet, davon 15 für die Altenpflege und knapp 20 im Bereich Altenpflegehelfer. Zudem seien rund 130 offene Lehrstellen gemeldet. Übrigens: Eine Folgeveranstaltung in Soest beginnt am heutigen Donnerstag in den Räumen der Ev. Frauenhilfe.

15.02.2017 18:44
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