Eickelborn: „Wir leben hier wie in einer Kleinstadt“
Eickelborn: Ortsvorsteher Anton Herbst hebt gute Infrastruktur hervor. Einzug in renovierte kath. Kirche im März 2011? Zufluss für Alleegraben
EICKELBORN - Es ist der Lippstädter Ortsteil, der im Internet die meisten Treffer landet: 218 000 Einträge verzeichnet die Suchmaschine Google beim Stichwort „Eickelborn“. Was auch daran liegen dürfte, dass der Stadtteil die einst bundesweit größte Klinik für psychisch kranke Straftäter beherbergt. Klinik und Dorf bilden, wie Ortsvorsteher Anton Herbst (70) im Patriot-Gespräch sagt, eine Einheit - „das ist nicht zu trennen.“ Klar ist für ihn auch: Das Image der Forensik, der Arbeitgeber schlechthin, ist im Ort wesentlich besser als in weiter entfernten Städten oder Gemeinden.Die Infrastruktur von Eickelborn bezeichnet Herbst als sehr gut. „Wir leben hier wie in einer Kleinstadt, wir haben hier fast alles.“ Und als im vergangenen Jahr der Edeka seine Türen schloss und sich plötzlich eine Versorgungslücke auftat, da kam der Ortsvorsteher auf die Idee, einen Wochenmarkt einzurichten. Den gibt´s immer noch, auch nach der Eröffnung des Discounters. Zwar sind nicht mehr sechs, acht Händler vertreten, aber Kartoffeln, Eier und Obst werden ebenso noch donnerstags verkauft wie Fleisch.Wenn´s angeraten erscheint, schreiten die Eickelborner auch bei der Kinderbetreuung zur Selbsthilfe. So wie vor zehn Jahren, als Kolping-Vorsitzender Theo Biermann und einige Mitstreiter die Kindertagesstätte Fabuli ins Leben riefen, die sich mittlerweile in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes befindet.Die Verkehrsanbindungen geben laut Herbst keinen Grund zur Klage. Die Anbindung ans Radwegenetz ist gut, der Bus fährt jede Stunde nach Lippstadt (seltener nach Soest). „Wir sind schon mehr Lippstadt-bezogen“, sagt Anton Herbst.Bauland ist in Eickelborn genügend vorhanden. An der Rosenstraße stehen zwölf Bauplätze (zu moderaten Preisen) zur Verfügung. „Wenn Interessenten da sind, wird sofort mit der Baustraße begonnen.“Neue öffentliche Projekte auf den Weg zu bringen dürfte nicht leichter werden in Zeiten von Millionenlöchern im Stadthaushalt. Gut, dass der Feuerwehrstützpunkt im ehemaligen Hallenbad durch ist, findet Herbst. Dagegen befürchtet er, dass der Kreisverkehr, der „vier bis fünf Mal im Jahr kaputtgefahren“ wird, ein Dauerprovisorium bleibt. Versprochen ist die Maßnahme (165 000 Euro) für 2011 - aber wer weiß?Ein weiteres Projekt, das der Ortsvorsteher verwirklicht sehen möchte, ist der (Wieder-)Anschluss des Alleegrabens (Gräfte) an den Trotzbach. Heute ist der Graben ohne natürlichen Zufluss - und stinkt mitunter.Auch die Zukunft der Kirchen harrt noch einer Lösung. Während die ev. Kirche, wie die Pfarrkirche St. Josef im Besitz des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), nur noch von einem Lippetaler Gospelchor für Proben genutzt wird, zeichnet sich für die kath. Kirche eine Lösung ab. Zurzeit werden die Erbbaurechtsverträge vom LWL geprüft. Friedrich Herbst vom Kirchenvorstand hält es für durchaus realistisch, dass „wir am 19. März 2011, dem Josefstag, in die frisch renovierte Kirche einziehen“. Klar ist, dass bis dahin noch „ein großer Batzen auf uns zukommt“. hei