Eikeloh: Ein Dorfklima wie aus dem Bilderbuch
In Eikeloh packen die Menschen gerne mit an, wenn es etwas zu tun gibt. Der Friedhof ist inzwischen wichtiger Ort für Austausch und Gespräche
EIKELOH - Wenn die Eikeloher auf eines besonders stolz sind, dann ist es die ausgezeichnet funktionierende Dorfgemeinschaft. „Wann immer es etwas zu tun gibt, packen alle mit an“, weiß Ortsvorsteher Werner Henkenmeier zu berichten. Die Menschen in dem kleinen Ort am Hellweg, ein so genanntes Haufendorf, scheinen vor Energie nur so zu strotzen. Was sie anpacken, das machen sie richtig. Der alten Schule zum Beispiel nahmen sie sich an, bauten, werkelten und renovierten kräftig und schufen sich 2006 so ein neues Bürgerzentrum. Inzwischen wird es gerne und oft von verschiedenen Gruppen im Ort genutzt, darunter die Caritas, eine Krabbelgruppe und die Strickgruppe.„Wir sind mit unserer Lage nicht unbedingt unzufrieden“, sagt Thomas Kersting, Landwirt und potentieller Nachfolger von Ortsvorsteher Werner Henkenmeier. Dem pflichtet auch Heinz Arens, der Vorsitzende des Bürgervereins, bei. Gerade was Probleme mit Hochwasser und Sturm betreffe, lebe man in Eikeloh „auf einer Insel der Glückseligen“. Das sei in anderen Erwitter Ortsteilen ganz anders.Apropos Klima: Auch das Klima der Eikeloher untereinander scheint in Ordnung zu sein. Henkenmeier, Kersting und Arens bezeichnen die Stimmung im Ort als sehr ausgeglichen, ruhig und harmonisch. Diesen Effekt schreiben sie auch dem intakten Vereinsleben zu. So engagieren sich die Einwohner im Schützenverein, in der Frauengemeinschaft kfd und im Bürgerverein. Außerdem sind die Eikeloher in der Schießgruppe SSV, der Jugendgruppe KLJB, in der Caritas-Helfergruppe, dem Kirchbauverein, der Jagdgenossenschaft und schließlich in der CDU-Ortsunion aktiv.Kommunikation hilft in vielen Fällen, kleine Sorgen und Probleme einfach und effektiv aus der Welt zu schaffen. Nachdem vor über zehn Jahren der letzte Laden im Ort geschlossen hat, hat die Funktion des Kommunikationszentrums inzwischen der Friedhof übernommen. „Das klingt vielleicht zunächst etwas makaber, aber der Friedhof ist zu einem wichtigen Ort des Austausches für die Eikeloher geworden“, macht der Ortsvorsteher deutlich. Dort wird gemeinsam diskutiert, geweint und gelacht. Und gibt es größere Feste zu feiern, wird kurzum das Bürgerzentrum in der alten Schule zum Treffpunkt für alle Generationen.Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten die Eikeloher hingegen die Entwicklung beim Thema Wasserturm. Seit Juni ist das Gebäude an ein junges Ehepaar verkauft, die den Turm nun als Büro- und Gewerberäume nutzen möchten. Ein kontroverses Thema, wie der Ortsvorsteher einräumt. „Viele sehen die Veräußerung als Ausverkauf des letzten Gebäudes vor der Kirche.“ Andererseits sei so jedoch die Erhaltung des Wasserturms gesichert. Dieser Turm ist den Eikelohern so sehr ans Herz gewachsen, weil es kreisweit nur noch in Lippstadt und Rüthen vergleichbare Bauwerke gibt. So bleibt er dem Ort als Wahrzeichen erhalten. bw