Schülervertretung informiert sich über Hilfe zur Selbsthilfe im Kongo
Rüthen - Die rund 50 jugendlichen Zuhörer betrachten staunend die Bilder der Schule im kongolesischen Kilueka: Die Bänke der Schüler sind teilweise von Termiten zerfressen, nachts schlafen Ziegen in den Klassenräumen. Dennoch zeigen die Fotos, die Augustin Konda den Jugendlichen der Schülervertretung des Friedrich-Spee-Gymnasiums präsentiert, strahlende Kinder, die mit selbstgebautem Spielzeug spielen oder auf improvisierten Instrumenten Musik machen. Augustin Konda berichtet über Hilfsprojekte im Bas Congo, der Provinz südwestlich der Hauptstadt Kinshasa und ist gekommen, um über die Lebensbedingungen im Kongo zu erzählen.
Konda ist von Beruf Biologe und beschäftigt sich mit der traditionellen Naturheilkunde. Und er unterstützt ehrenamtlich die Entwicklung in seinem Heimatdorf Kilueka. Kondas Vortrag macht klar, dass die Frauen in Afrika äußerst hart arbeiten müssen. Sie versorgen die Familie, machen die Hausarbeit, holen Wasser, kümmern sich um die Kinder und müssen auf dem Feld arbeiten. Erstaunt fragen die Schüler nach den Aufgaben der Männer. Konda erklärt, dass sich die Männer aus der Hausarbeit heraushalten und sich auf die Feldarbeit beschränken.
Aus diesen Gründen haben sich die Frauen von Kilueka in der Kooperative „Songa Nzila“ („den Weg zeigen“) zusammengeschlossen. „Songa Nzila“ hat sich zur Aufgabe gemacht, das Los der Frauen zu erleichtern und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. So können heute zum Beispiel die Arbeiten auf dem Feld sowie der Transport von schweren Gütern effektiver erledigt werden, nachdem durch deutsche Spenden zwei Zugochsen angeschafft wurden.
Daneben engagiert sich „Songa Nzila“ auch für die Gesundheit der Menschen, die insbesondere unter Malaria leiden. Durch den Anbau von Artemisia, einer aus China stammenden Heilpflanze, können sich die Menschen einfach gegen die Krankheit schützen. Konda ist überzeugt: „Wir brauchen keine Medikamente von Großkonzernen der Pharmaindustrie. Viel von dem Wissen, das wir brauchen, findet sich vor Ort.“
Auch der Umweltschutz spielt eine wichtige Rolle. Um die weitere Abholzung der Urwälder zu bremsen, sollen die Familien durch die Nutzung von Lorena-Öfen weniger Holz benötigen. Zugleich sollen die Menschen erkennen, dass die Erhaltung der Wälder beispielsweise durch Imkerei größeren Nutzen bringt als der Verkauf von Feuerholz.
Viel Applaus gab es von den beeindruckten Jugendlichen. Der neu gewählte Schülersprecher Benedikt Menke meint: „Ich könnte mir gut vorstellen, das Projekt von Herrn Konda mit einem Teil des Erlöses unseres Weihnachtsbasars zu unterstützen. Vielleicht ackert ja bald ein Ochse mit dem Namen ‚Freddy“‘ auf den Feldern von Kilueka.“