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KREIS
Ein klarer Fall von Liebe

KREIS SOEST - Die Bürger in Südwestfalen (und damit auch im Kreis Soest) lieben ihren Wald - und sie gehen ganz überwiegend pfleglich mit ihm um. Die erste Aussage stammt aus einer aktuellen Online-Umfrage der Südwestfalen Agentur zum Thema Wald, die zweite von Hubert Schümmer, dem Chef des Regionalforstamtes Soest-Sauerland. An der im Oktober 2011 gestarteten Befragung nahmen knapp 640 Bürger teil. Sie konnten die mehr als 70 Fragen und Aussagen mit einer Note von 1 (volle Zustimmung) bis 6 (keine Zustimmung) beantworten.

Die Aussage „Ich liebe den Wald“ fand mit der Durchschnittsnote 1,36 ebenso ein klares Ja wie „Der Wald gehört zu meinem täglichen Leben“ (1,62). Hubert Schümmer überraschen diese Werte nicht, doch ist es vermutlich nicht nur für ihn neu, dass „Kunst im Wald“ eher skeptisch beurteilt wird. Der Durchschnittswert aller Antworten zu diesem Aspekt lautet 4,02.

Die via Umfrage dokumentierte Liebe zum Wald steht aus Schümmers Sicht jedoch immer häufiger im Kontrast zum Wissen um das, was dort eigentlich geschieht. „Bei den jährlichen Waldjugendspielen gibt es im vierten Schuljahr Kinder, die noch nie einen Wald betreten haben und folglich auch nichts über ihn wissen“, so der Leiter des Regionalforstamtes. Die Unkenntnis, wenn es um die Natur geht, sei erschreckend und mache am Waldrand nicht Halt. Die Nutz-, Schutz- und Ausgleichsfunktion des Waldes sei für viele Zeitgenossen nur noch ein böhmisches Dorf.

Allerdings kann die Umfrage Forst-Praktikern wie Schümmer auch Hoffnung machen. So gab es hohe Zustimmungswerte für die Aussagen „Jedes Kind sollte während seiner Schullaufbahn mindestens eine qualifizierte Waldführung erhalten“ (1,47) sowie „Ich möchte mehr über den Wald erfahren“ (2,04). Was den letztgenannten Wunsch betrifft, stehen Schümmer und sein Team sozusagen längst Gewehr bei Fuß. „Gruppen können sich zu einer Waldführung melden, allerdings gegen Gebühr“, so der Chef des Regionalforstamtes.

Wer seiner Liebe zum Wald wieder einmal Ausdruck verleihen möchte, kann sich aber auch ganz individuell auf den Weg machen. Für Samstag und Sonntag sagen die Meteorologen zwar knackig-kalte Temperaturen, aber auch Sonnenschein voraus - keine schlechte Bedingungen also für einen Spaziergang durch den winterlichen Hain. Schneebruch droht in unseren Breitengraden mangels weißer Pracht vorerst nicht, doch weist Hubert Schümmer vorsorglich auf mögliche Gefahren etwa durch vereiste Wege hin. Sein Appell geht zudem an Hundehalter, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen. „Wenn das Wild unnötig aufgeschreckt wird, besteht die Gefahr, dass es auf dem gefrorenen Boden ausrutscht und sich verletzt“, so Schümmer.

Den Zauber eines weißen Winterwaldes wird der Spaziergänger in der Region Warstein/Rüthen/Möhnesee an diesem Wochenende freilich nur in seiner Fantasie erleben können. Schümmer, und wohl nicht nur er, findet das ausgesprochen schade. „Was“, so fragt er, „ist romantischer als ein verschneiter Wald?“ Was schon: Die Liebe zum Wald generell. - fe

03.02.2012 19:17
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