KREIS

Freilandeier nur mit Auslauf

Kreis Soest - Bevor es ans Eierlegen geht, erstmal im Boden und zwischen Grasbüscheln nach Körnern und Würmern scharren: So stellt sich der Verbraucher ein unbeschwertes Hühnerleben in der Freilandhaltung vor. In den Zeiten von Geflügelpest und Stallpflicht ist es damit oft allerdings vorbei.

Die Folge: Haben die Hühner länger als drei Monate keinen Auslauf im Freien, gelten ihre Erzeugnisse nicht mehr als Freilandeier, sie können noch als Eier aus Bodenhaltung in den Handel gebracht werden. Der Preisunterschied macht jedoch vier Cent pro Ei aus. Das wären erhebliche Einbußen für die Geflügelhalter. Zwei Landwirte aus dem Kreis Soest (siehe Meldung links) sind um diese Folgen - zumindest vorerst - herumgekommen. Weil die Lage in Sachen Geflügelpest hier in letzter Zeit ruhig war, hatte das Kreisveterinäramt die Stallpflicht für zwei Hühnerbetriebe gegen Auflagen wie regelmäßige Tupferproben aufgehoben.

Der Auslauf an der Frischluft dauerte für die Hühner allerdings nur zwei Tage, Dienstag wurde die Ausnahmeregelung widerrufen, nachdem der Kreis Paderborn einen Ausbruch der Geflügelpest in Delbrück-Westenholz gemeldet hatte (wir berichteten). Die zwei Tage Freilandhaltung kommen den beiden Geflügelbetrieben aus dem Kreis Soest dennoch zugute. Denn die Drei-Monats-Frist beginnt nun von neuem, berichtete der Leitende Kreisveterinär Professor Wilfried Hopp. In anderen Kreisen wie dem Münsterland, wo seit drei Monaten strikte Stallpflicht gilt, müssen die Geflügelbetriebe ihre Eier dagegen von Freiland- auf Bodenhaltung umdeklarieren.

Die Ausnahmeregelung im Kreis Soest rechtfertigte Hopp trotzdem: In Sachen Geflügelpest sei es längere Zeit ruhig gewesen. Das Kreisveterinäramt habe daher eine Risikoeinschätzung vorgenommen: „So viel Spielraum haben wir auch.“ Tatsächlich gab es im Kreis Soest seit dem Fund von zwei toten Trauerschwänen im Bad Sassendorfer Kurpark Ende Januar keine neuen Fälle von Geflügelpest. Diese Erkrankung gilt zwar als hochansteckend, sie betrifft aber nicht alle Vogelarten und Individuen gleichermaßen. Für Reiherenten sei das Virus gefährlich, dagegen habe man noch keine einzige tote Stockente gefunden, so Dr. Hopp. Bei den toten Trauerschwänen habe es sich um Jungtiere gehandelt, die Elternschwäne seien womöglich aufgrund einer Kreuzimmunität nach Kontakt mit einem verwandten Virus geschützt. Auch bei Hausgeflügel gebe es Unterschiede. Puten würden reihenweise umfallen, Hühner dagegen seien weniger gefährdet. - tbg

16.02.2017 19:16
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