Eckhard Bunte widmet sich vorwiegend der Pflege alter Bausubstanz. Das Unternehmen wurde 1906 von seinem Großonkel Wilhelm Düe gegründet
LIPPSTADT - Er sei einer der Letzten, wenn nicht überhaupt der Letzte aus der Reihe der in Familientradition tätigen Lippstädter Bauunternehmer, sagt Eckhard Bunte. „Die Firma wurde 1906 von meinem Großonkel Wilhelm Düe gegründet.“ Der war noch ein gelernter Zimmermann. Selbst in fortgeschrittenem Alter, so der Großneffe, habe er noch Dachstühle gezimmert. Und erst nach seinem Tode, 94-jährig, sei im Jahre 1966 die Führung des Unternehmens auf den Neffen Erich Bunte übergegangen.
Wilhelm Düe hat zu einem großen Teil Häuser auf eigenes Risiko gebaut und dann rohbaufertig verkauft. Das Geschäft entwickelte sich, trotz kriegsbedingter Rückschläge, kontinuierlich nach vorn. Den Höhepunkt erreichte es Anfang der 1960er Jahre - mit rund 40 Mitarbeitern. Die Zahl ging dann allmählich zurück. Nachlassen der Bautätigkeit sowie Rationalisierung. „Weniger schafften mehr.“
In dieser Phase beginnt 1969 Eckhard Bunte seinen Berufsweg. Nicht beim Vater Erich, sondern in der Firma Gebr. Timmermann erlernt er das Handwerk. „Ganz klassisch“, sagt er. Nach der praktischen Ausbildung setzt er noch theoretisch eins drauf: Diplomingenieur. Mit diesem Rüstzeug tritt er 1975 ins Geschäft des Vaters ein, um dann, nach dessen Tod im Jahre 2000, auch die Leitung zu übernehmen.
Als Eckhard Bunte beim Vater anfängt, gibt es noch immer eine Stammbelegschaft von 15 bis 20 Arbeitern, darunter auch Zimmerleute. Allerdings seien Maurer bis in die 80er Jahre hinein noch „Allrounder“ gewesen, die unter anderem auch Dachbalken gelegt, geputzt und verblendet hätten. Heute sei der Beruf mehr und mehr spezialisiert.
Der Maurerberuf. Nicht selten wurde er romantisch verklärt. Ein wenig in diese Richtung geht auch das Handwerksbild, das Eckhard Bunte entwirft.
In diesem - zeitgemäß - etwas verblassten Bild steht der Polier an der Spitze einer Hierarchie. Ihm folgt der Altgeselle - und dann erst die übrigen Gesellen. Außen vor bleiben die Lehrlinge, aber noch unter ihnen rangieren die Handlanger. Denen rufen die Maurer, sauber gewandet in weiße Hosen und Jacken, ihre knappen Befehle zu: „Speis, Steine!“ „Handlanger“, erzählt Eckhard Bunte weiter, „war ein ganz übler Knochenjob.“ Handlanger seien selten alt geworden. Heute gibt es sie nicht mehr, oder sie heißen anders. Ob aber Bauhelfer besser dran sind? Vielleicht - dank maschineller Unterstützung.
In dieses romantische Maurerbild rückt Eckhard Bunte auch die Baubude. Sie steht am Anfang jedes Bauvorhabens. Und mittendrin der Ofen. Der dient vor allem dem Aufwärmen der unverzichtbaren Henkelmänner. Worum sich die Lehrlinge zu kümmern haben. Ein Bild aus vergangenen Tagen. Henkelmann? Längst verdrängt vom „Hamburger“.
Eckhard Bunte hat sich zunehmend spezialisiert auf die Erhaltung und Erneuerung alter Bausubstanz. Mit vier Gesellen, von denen er drei selbst ausgebildet hat. Als eines seiner Lieblingswerke nennt er das Hülshoff-Ensemble, dem er mit seinen Leuten in Lippstadt zu neuer Blüte verholfen hat.
Der 57-jährige Bauhandwerker wirft einen Blick ganz weit zurück. In eine Zeit, da man nach primitiven Vorgaben arbeiten musste - und erstaunliche Leistungen vollbrachte. „Die frühen Maurer waren doch oftmals wahre Künstler.“
Eckhard Bunte will seine Arbeit gewiss nicht in die Nähe der Kunst rücken. Immerhin: Schönes bewahren und erneuern - das kommt doch auch von Können.