LIPPSTADT - Stadtwerke-Chef Siegfried Müller dürfte die derzeitige Frostperiode mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten: Während der Erdgas-Absatz sprunghaft steigt und den Stadtwerke-Gewinn vergrößert, müssen die Arbeiten am Kombibad ruhen.
Wie Müller gestern gegenüber unserer Zeitung deutlich machte, schnellte der Gasverkauf um 130 Prozent nach oben. So flossen am Donnerstag 5,5 Millionen Kilowattstunden Erdgas in Haushalte und Betriebe - bei einer Tagesdurchschnittstemperatur von minus 10,3 Grad.
Zum Vergleich: Am 9. November wurden bei durchschnittlich 5,1 Grad (über Null) 2,4 Mio. kWh abgesetzt. Müller: „Wenn jetzt noch die Sonne nicht scheinen und es bedeckt sein würde, würde der Gasumsatz noch einmal um zehn Prozent steigen.“
Beton bindet nicht, Erde gefroren
Derweil ruhen seit vergangenem Mittwoch die Bauarbeiten am Jahnplatz, wo die Wände des neuen Kombibades bereits stehen. Der Grund: Bei den zweistelligen Minus-Temperaturen bindet laut Müller der Beton nicht ab.
An sich könnte der Bereich jenseits der Außenmauern jetzt verfüllt werden, doch auch das Erdreich ist komplett gefroren. Müller: „Wir könnten da nur Schollen reinlegen.“ Der Terminplan gerate durch die sibirische Kälte aber nicht in Gefahr, so der Stadtwerke-Chef mit Blick darauf, dass man bisher mit dem Projekt zeitlich weiter sei als ursprünglich kalkuliert. - hei