Garten

„Giftalarm im Garten“

LIPPSTADT - Mit der zunehmenden Freizeit und den wachsenden Ansprüchen an das Wohnumfeld verwenden die Menschen immer mehr Zeit auf die Pflege ihres Gartens, der Terrasse oder des Balkons. Viele Stunden verbringen sie auch mit der Suche nach attraktiven Pflanzen in Baumschulen oder Gartenfachmärkten. Gleichzeitig kennen sich die Menschen aber immer weniger mit den Pflanzen aus. Besonders große Unsicherheit herrscht bei der Frage, ist eine Pflanze giftig, und kann man sie trotzdem in den Garten pflanzen. Unser Garten-Fachmann Frank Nitschke hat hierzu einige Tipps und Informationen:

„Häufig wird mir die Frage gestellt, welche Gehölze oder Stauden besser nicht ausgewählt werden sollten, wenn sich Kinder oder Haustiere in dem Garten aufhalten. Ohne die Gefahr einer Vergiftung durch Pflanzen zu verharmlosen, muss gesagt werden, dass die Zahl der nachgewiesenen Schädigungen durch Pflanzen oder Pflanzenteile unter 5 % der Gesamtvergiftungen liegt. Von diesen 5 % entfallen dabei ca. 80 % auf Pilzvergiftungen. So die Statistik der Giftnotzentralen.“ Nach Angaben von Nitschke sollte man sich im Übrigen vor Augen führen, dass die meisten giftigen Pflanzen keinen geschmacklichen Anreiz bieten, diese in so großen Mengen zu verzehren, dass dabei gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen können. Oftmals seien die Früchte bitter oder enthielten Scharfstoffe, die sofort im Mundbereich brennen. „Gefährlich wird es, wenn Pflanzenteile in kleinsten Mengen Vergiftungen hervorrufen können, oder giftige Beeren in leuchtenden Farben Kinder locken und auch noch süßlich schmecken.“

Von der Giftigkeit her muss nach Angaben des Patriot-Gartenexperten der Eisenhut (Aconitum) als bekannte Gartenstaude zuerst genannt werden. Alle Pflanzenteile sind stark toxisch und die Wirkstoffe können auch über die Haut aufgenommen werden. Daher sollte diese Pflanze nicht in Gärten verwendet werden, in dem sich Kleinkinder unbeaufsichtigt aufhalten, rät Nitschke.

Der Aronstab (Arum) ist als Staude im Sortiment zu finden. Man trifft ihn auch häufig in Laubwäldern an. Im Schatten der Bäume sind die roten Beeren nach Angaben des Garten-Fachmanns schon von Weitem dicht gedrängt zu erkennen. Nitschke: „Die Beeren schmecken süßlich, brennen aber glücklicherweise stark im Mund, so dass man wohl kaum eine größere Menge davon verzehren wird.“

Das Maiglöckchen, als giftige Pflanze eigentlich bekannt, stellt wegen einer häufigen Verwechslung eine Gefahr dar. Beim Sammeln der ähnlich aussehenden, würzigen Bärlauchblätter können die Blätter des giftigen Maiglöckchens dazwischen geraten. Es fehlt diesen Blättern aber der typische Geruch des Bärlauchs, so dass eine Unterscheidung nicht so schwer fallen dürfte.

Bei den Gehölzen wird die Eibe (Taxus) von unserem Fachmann als sehr giftig eingestuft. Sie birgt auch ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential, da die Früchte (rote Beeren) gut schmecken und nur der zerbissene Samen in den Früchten stark giftig ist.

Als weitere Gefahrenquellen nennt Frank Nitschke bekannte, attraktive Gehölze wie Goldregen und Blauregen (Laburnum und Wisteria). Sie entwickeln nach ihrer reichlichen Blütenpracht sehr giftige Hülsenfrüchte, die Kinder zum Spielen und Naschen verführen können.

Unter den weitverbreiteten Kübelpflanzen, welche die Attraktivität der Terrasse in der warmen Jahreszeit erhöhen, sind insbesondere der Stechapfel(Datura) und die Engelstrompete (Brugmansia) als gefährlich für Kleinkinder einzustufen. Nitschke: „Schon kleinste Mengen aufgenommener Samen stellen eine große Gefahr dar.“ Dies ist auch beim hochtoxischen Rizinus (Ricinus) der Fall. Die beliebte Pflanze entwickelt stachelige Fruchtkörper, die einer Esskastanie ähneln. In ihm sind drei Samen enthalten, die ihre hochgiftige Wirkung beim Zerkauen entfalten.

Unser Fachmann konnte hier nur beispielhaft einige der gefährlichsten Giftpflanzen nennen. Wer als Gartenliebhaber bei der Auswahl von Gehölzen, Stauden und Kübelpflanzen verunsichert ist, oder bei einem Waldspaziergang gerne mehr über die Giftigkeit von einheimischen Pflanzen wüsste, der kann für den Anfang eine Broschüre beim Bundesinstitut für Risikobewertung anfordern.

http://bfr.bund.de

12.06.2010 08:24
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Walter , Entenhausen 10.12.2011 18:56
Ey Alter, gesunde Gesichtsfarbe auf dem Foto...irgendwie in der Sonnenbank steckengeblieben? Oder im Toaster? Kodak-Film verwendet? Britische Staatsbürgerschaft angenommen? Schönes etc. weiterhin Ahoj Walter
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