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Ortsteil-Serie

Hellinghausen: Für die Neugeborenen gibt´s warme Söckchen

HELLINGHAUSEN  - Hellinghausen gehört zwar zu den kleineren Ortsteilen in Lippstadt, aber dennoch lässt es sich dort recht gut leben. Das merken schon die Jüngsten, denn sie werden gleich mit einem Paar Söckchen in Hellinghausen begrüßt. Dort gibt es nämlich einen Strickkreis und die Frauen haben es sich zur Aufgabe gemacht, jeder Familie, in der ein Kind geboren wird, ein Paar warme Söckchen zu überreichen. So hat es jeder neue Erdenbürger in Hellinghausen gleich von Anfang an muckelig warm und fühlt sich so auch wohl in seinem künftigen Heimatort.Gut aufgehoben fühlen sich in Hellinghausen auch die neu Hinzugezogenen, denn der über 1000 Jahre alte Ort zwischen Gieseler und Lippe hat viel zu bieten. Allerdings hält sich die Zahl der Neubürger sehr in Grenzen, denn es gibt dort nur wenige Baugrundstücke. Und damit ist gleich ein Problem angesprochen, das dem Ortsvorsteher ein wenig zu schaffen macht. „Mein Traumziel wäre ein neues Baugebiet südlich des Spielplatzes. Aber daraus wird derzeit wohl nichts, weil die Planer dafür keinen dringenden Bedarf sehen“, berichtet Thomas Stuckenschneider im Gespräch mit dieser Zeitung. Der demografische Faktor hat inzwischen nämlich auch Hellinghausen eingeholt. Dabei geht es in dem Ort eigentlich recht lebendig zu. Von den 418 Einwohnern sind immerhin 70 Kinder und Jugendliche. Und es gibt nach Angaben des Ortsvorstehers gerade unter jungen Familien einige, die ein Baugrundstück in Hellinghausen suchen. „Leider können wir ihnen kaum welche anbieten. Wir haben zwar einige Baulücken im Ort, aber die Eigentümer geben sie nur ungern ab“, berichtet Stuckenschneider und fährt fort: „Wenn wir denn schon kein ganzes Baugebiet bekommen, so zwei zusätzliche Baugrundstücke pro Jahr, damit wäre uns auch schon geholfen. Dann können wenigstens die jungen Hellinghäuser, die hier bleiben wollen, ein Eigenheim errichten.“Für junge Familien mit Kindern ist der Ort ausgesprochen ideal. Mitten im Dorf gibt es nämlich einen großen Spielplatz mit vielen Bäumen und attraktiven Spielgeräten. Dort treffen sich nicht nur die Eltern mit ihren Kindern, der Spielplatz lockt auch Besucher aus Lippstadt an. Manchmal kommen sogar ganze Schulklassen aus Nachbarorten, die sich auf dem phantasievoll angelegten Gelände nach Herzenslust austoben. Das ist dem Ortsvorsteher durchaus recht, denn der Spielplatz ist neben der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Clemens-Kirche mit dem weithin bekannten „versteinerten Brot“ auch so etwas wie ein Markenzeichen für Hellinghausen. „Wir haben hier so recht kein Dorfzentrum, das war früher rund um die Kirche, aber weil es dort sehr feucht war, zogen die Leute auf die Düne und so leben wir heute in einem Straßendorf ohne eigentlichen Mittelpunkt. Diese Funktion erfüllt für uns heute der Spielplatz, wo man sich vor allem im Sommer unter den schattigen Bäumen auf den mobilen Sitzgruppen sehr gut niederlassen kann“, berichtet Thomas Stuckenschneider.Direkt gegenüber liegt der Friedhof des Ortes. Auch er ist ein Kommunikationspunkt für die Bürger. Vor allem seit er so schön wieder hergerichtet wurde. Ein Bürger des Ortes kümmert sich um die Pflege. „Und wenn er weitere Unterstützung braucht, dann sind sofort ein paar Helfer da“, freut sich der Ortsvorsteher über seine aktiven Mitbürger. Engagement und Gemeinsinn beweisen die Hellinghäuser aber nicht nur beim Erhalt des Friedhofs. Kürzlich haben sie auch einen Bürgerring gegründet, der soll sich nach der Vorstellung von Thomas Stuckenschneider der Pflege des Ortsbildes und der Gemeinschaft widmen. 43 Mitglieder sind dort inzwischen aktiv.Treffpunkt für den Bürgerring und die übrigen Vereine im Ort ist der traditionsreiche Gasthof Scheer. Die Hellinghäuser sind froh, dass es in ihrem kleinen Ort noch eine Gaststätte gibt, wo man sich trifft und alles Wesentliche bespricht. Eine Bäckerei oder ein Lebensmittelgeschäft gibt es nämlich nicht mehr im Ort. Der einzige Laden am Ort ist ein gut frequentiertes Blumengeschäft. Um so wichtiger ist da die Gaststätte.Dort probt auch das Blasorchester Hellinghausen, das klingende Markenzeichen, das den Ort weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat, wie der Ortsvorsteher mit Nachdruck betont. Dabei schwingt auch ein wenig Familienstolz mit: Thomas Stuckenschneider ist nämlich der Vorsitzende und spielt dort Trompete, sein Vater hat das Orchester gegründet und der Bruder sorgt als Leiter des Orchesters für den richtigen Ton. Das soll nach dem Willen des Ortsvorstehers auch noch lange so sein, denn welcher Ort in dieser Größenordnung hat schon ein eigenes Orchester als Visitenkarte?   hes-

08.11.2008 00:00
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