Jetzt muss der Kreis Soest das alte „LP“ beantragen
Ministerium in Düsseldorf wartet auf Antrag für die Wiedereinführung
LIPPSTADT - Die Rückkehr des alten LP-Kennzeichens rückt immer näher. Zur Wiedereinführung des 1975 mit der kommunalen Gebietsreform ausgelaufenen Altkennzeichens ist jetzt der Kreis Soest gefordert. Er müsste einen Antrag an das zuständige Düsseldorfer Ministerium schicken und die Rückkehr des alten-LP-Kennzeichens wünschen. Bis Mitte März soll eine Entscheidung darüber im Soester Kreishaus gefallen sein, kündigte Pressesprecher Wilhelm Müschenborn an.
Die NRW-Landesregierung sah zunächst keinen Änderungsbedarf und wollte Autofahrern nicht die Möglichkeit einräumen, das Kennzeichen ihrer Wahl - in diesem Fall SO oder LP - am Auto anzubringen. Doch nach einem Beschluss der Verkehrsminister-Konferenz, die vor einiger Zeit in Potsdam getagt hat, ist NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger aktiv geworden. In einem Schreiben, das beim Kreis Soest inzwischen vorliegt, eröffnet das Düsseldorfer Ministerium nun die Möglichkeit, dass die alten Kennzeichen wieder eingeführt werden dürfen. Dazu müssen sie jedoch von der Behörde beantragt werden, unter deren Regie auch die Zulassungsstellen laufen. Allerdings müsse das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Frühjahr noch die Zulassungsverordnung ändern. Das wird nach Angaben von Minister Harry K. Voigtsberger derzeit schon vorbereitet.
Andere Kreise in NRW haben einen entsprechenden Antrag für Altkennzeichen bereits auf den Weg gebracht. So zum Beispiel der Kreis Siegen-Wittgenstein, der das Kennzeichen BLB für Bad Berleburg wieder aktivieren möchte. „Der Kreis Soest ist auch offen für eine Wiedereinführung“, erklärte Pressesprecher Wilhelm Müschenborn auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings müssten jetzt kurzfristig die finanziellen Auswirkungen untersucht werden, ließ der Sprecher des Kreises Soest wissen.
In seinem Schreiben an die Verwaltungsbehörden teilt Verkehrsminister Voigtsberger mit, dass er gerne eine Rückäußerung bis Mitte März hätte, um sie dann dem Bundesverkehrsministerium zu übermitteln. „Der Kreis Soest wird nun auch kurzfristig eine Entscheidung treffen“, kündigte Müschenborn an. Ob das allerdings bis zum gewünschten Termin klappe, bleibe abzuwarten. „Grundsätzlich ist der Kreis offen für die Wiedereinführung des LP-Kennzeichens“, versicherte Müschenborn. Wie genau und ab wann dann das LP bei den Auto-Nummernschildern wieder eingeführt werden könne, müsse man sehen, wenn alle Entscheidungen getroffen sind.
Wie bereits mehrfach berichtet, läuft seit 2010 die von der Hochschule Heilbronn initiierte Aktion unter dem Namen „Initiative Kennzeichenliberalisierung“. Regie führt dabei der Studiendekan Prof. Dr. Ralf Bochert. Ziel der Aktion ist es, bundesweit einige „alte Kennzeichen“, die im Rahmen von Gebietsreformen verloren gegangen sind, wieder neu zu beleben. Zuletzt kämpften 18 Kommunen in NRW mit einer Resolution für die Wiedereinführung ihrer alten Kfz-Kennzeichen. Auch Lippstadt gehörte dazu, um das alte „LP“ wieder an die Stoßstangen zu bringen. Die Resolution wurde Verkehrsminister Voigtsberger überreicht, um der Wiedereinführung der alten Kennzeichen Nachdruck zu verleihen.
74 Prozent waren dafür
Wie es in dem Resolutionstext heißt, seien die alten Kennzeichen auch über 35 Jahre nach der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen nach wie vor im Bewusstsein der Bürger.
Der Lippstädter Rat hatte bereits im Juli 2011 die Wiedereinführung des Kfz-Kennzeichens LP begrüßt. Im Rahmen einer Umfrage im Jahr zuvor hatten sich 74 Prozent der befragten Lippstädter Bürger für die Wiedereinführung ausgesprochen. Der daraus resultierende Wunsch vieler Lippstädter, das alte LP wieder ans Auto zu schrauben, könnte nun schon bald in Erfüllungen gehen. - wp