LIPPSTADT

Keine Spende ohne Quittung

LIPPSTADT - Otto Lütjens kann seinen Ärger kaum unterdrücken. Die Landesregierung von NRW habe vor etwa zehn Jahren das bestehende Sammelgesetz geändert. Nach seiner Meinung ohne notwendigen Druck: „Danach darf heute jeder als Einzelperson oder Gruppe eine Sammeltätigkeit für eine beliebige Organisation öffentlich durchführen.“ In anderen Bundesländern gebe es hingegen weiterhin gesetzliche Sammelverbote für nicht gemeinnützige Vereine bzw. Vereine, die die Verwendung der gesammelten Gelder nicht offenlegen und auch keine Spendenquittungen ausstellen. Nun habe der Tierschutzverein Lippstadt wiederholt festgestellt, dass auch in Lippstadt Organisationen auftreten, auf die genau das zutrifft.

„Man erkennt sie daran, dass sie oft mit zwei bis vier Personen einen Infostand betreuen und um Spenden und Mitglieder werben“, sagt Lütjens. Tiere und Kinder würden hierbei werbewirksam in den Vordergrund gestellt. Er ist davon überzeugt, dass professionelle Werbekolonnen einen erheblichen Teil der Spenden als Provision beanspruchen. „Eine direkte Hilfe für gemeinnützige Zwecke ist damit in Frage gestellt.“ Das sollten die Bürger bedenken, bevor sie vorschnell auf der Straße oder an der Haustür Mitgliedsverträge unterschreiben. „Es ist Geld, das uns und gemeinnützigen Institutionen vor Ort verloren geht“, ärgert er sich. „Dabei erhält man hier genau Einblick und Informationen darüber, wie die Spenden eingesetzt werden. Außerdem wird eine entsprechende Spendenquittung ausgestellt.“ Die Nachvollziehbarkeit der Arbeit in den Vereinen vor Ort sei jederzeit möglich. Der Tierschutzverein Lippstadt arbeite eng mit dem Ordnungsamt zusammen: „Das erteilt solchen Vereinen, die unberechtigt Mitglieder werben, sogleich ein Standverbot.“

Einen aktuellen Fall, erinnert sich Lütjens, habe es erst vor wenigen Wochen gegeben. Da wurde dieses Verbot prompt für einen Infostand am Bernhardbrunnen ausgesprochen. Es habe sich um zwei junge Männer und eine junge Frau aus dem Ruhrgebiet gehandelt, die offen zugaben, nicht ehrenamtlich zu helfen, sondern für ihren Job bezahlt zu werden. Als Lockmittel diente ein Jahresheft mit schönen bunten Bildern. Otto Lütjens weiß aus internen Berichten des Deutschen Tierschutzbundes, dass ein Teil des eingenommenen Geldes von solchen Vereinen keineswegs immer für das verwandt wird, wofür die arglosen Tierfreunde spenden. Außerdem seien die Mitgliedbeiträge oft um ein Mehrfaches höher, als der vom Tierschutzverein Lippstadt.“ Sein Appell: Wer wirklich helfen will, sollte das am besten nur vor Ort tun. - hewi

09.08.2011 18:21
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