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LIPPSTADT
Keine Tierbabys in der Auslage

Lippstadt - „Langhaardackel rot, geimpft und entwurmt“. Das Foto dieses Preisschildes hinter dem ein Dackelbaby süß hervorlugt, löste dieser Tage ein Rauschen im Blätterwald aus.

Ein Duisburger Zoofachhändler hatte den Handel mit Hundewelpen als neue Geschäftsidee entdeckt und preist seine neueste Sortimentserweiterung als so wörtlich „einmaliges Angebot“ an.

Ob das die Kunden auch so sehen, wird die Zeit zeigen. Die Tierschützer jedoch sind bereits auf den Barrikaden und monieren die „nicht artgerechte Haltung“ der Welpen, die zudem noch viel zu jung seien und in den Boxen vereinsamten, anstatt eine Bindung zu Menschen aufbauen zu können.

Doch nicht nur Tierschützer sehen diese Art des Verkaufs kritisch. Wie eine Umfrage des Patriot ergab, lehnen auch die Lippstädter Tier- und Zoofachgeschäfte diesem Vertriebsweg weitestgehend ab.

„Ich halte nichts davon Hunde und Katzen im Geschäft anzubieten. Im Laden ist Trubel, das ist stressig für die Tiere“, sagt Michael Szottysek von der Firma Fressnapf. Sein Chef Johannes Weber kann sich für diese Vertriebsform auch nicht recht begeistern. „Ich halte nichts davon“, sagt er. Welpen sollten besonders in der Prägungsphase nicht alleine gelassen werden. Doch das fände in diesen Läden statt und auch nachts seien die Welpen nicht in menschlicher Obhut, kritisiert Johannes Weber.

„Kein Thema“ ist der Verkauf von Hundewelpen auch beim Raiffeisen-Markt. „Wir haben nur Nager und Fische im Angebot“, sagt Verkäufer Christian Dunkelmann. Die artgerechte Haltung dieser Tiere sei schwierig und bis jetzt habe auch noch kein Kunde nach kleinen Hunden oder Katzen gefragt, berichtet er.

Haltung grundsätzlich nicht artgerecht

Von „grundsätzlich nicht artgerechter Tierhaltung“ spricht Otto Lütjens. Den Tieren fehle der Umgang mit den Menschen und die Bindung zum Muttertier, so der zweite Vorsitzende des Lippstädter Tierschutzvereins.

Oft seien die angebotenen Tiere auch noch zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden. „Wir lehnen das ab“, sagt Lütjens und verweist auf die Vielzahl von Tieren, die in den Heimen auf ein neues Zuhause warten. „Alle Tierheime sind überfüllt und hier wird ein Supermarkt für Tiere eröffnet“.

Rein rechtlich, so Tierarzt Dr. Antonius Thiemeyer sei gegen den Verkauf nichts einzuwenden. Doch aus ethischen Gründen sei diese Praxis verwerflich. Die Sozialisierung eines Hundes finde von der achten bis zur sechzehnten Lebenswoche statt. Dies, so der Tierarzt, sei der sensibelste Augenblick im Leben eines Hundes. „Da wird viel kaputt gemacht wenn die Welpen da in einem Zwinger gehalten werden.“

Ein seriöser Züchter, so Thiemeyer, habe die Welpen in der Familie und beliefere keine solchen Läden.

Das Geschäftsmodell, so schätzt der Veterinär, werde sich weiter verbreiten und der Bedarf an Tieren steigen. „Zu Nachteil der Tiere“, wie Thiemeyer glaubt. - gm

31.01.2012 18:50
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  , 01.02.2012 00:49:10
Wir waren heute in Duisburg und haben uns Zoo Zajac angesehen. Der Bereich der Welpen ist freundlich, sauber, beheizt, mit Spielsachen und Schlafplätzen ausgestattet. Die Tiere haben die Möglichkeit nach draußen zu gehen und haben in den Außengehegen sogar Buddelkisten. Neben 3 Tierärzten stehen auch Tierpfleger und Tiertrainer zur Verfügung, die z.B. Gassi gehen. Alle angebotenen Hunde waren deutlich älter, als das vom Tierschutz vorgesehene Mindestabgabealter von 8 Wochen. Sie zeigten keine Anzeichen von Stress. Weiterhin wurden die Elterntiere der Labradoodle z.B. auf ED und HD getestet. Alle Welpen werden untersucht und kommen dann in Quarantäne, bis sie zum Verkauf freigegeben werden. Mir ist es lieber, wenn potentielle Hundebesitzer bei Zajac einkaufen, anstatt die Tiere billig (und krank) in Polen vom Markt zu holen, bei irgend einem Bauern kaufen, wo sie nur den Stall kennen gelernt haben (und 0 geprägt/sozialisiert sind), bei Privatleuten, die unbedingt von ihrem Hund einen Welpen haben wollten, aber vergessen haben, dass da meistens mehr als einer raus kommt, oder bei Vermehrern, wo es nur auf die Schönheit, nicht aber auf die Gesundheit der Tiere ankommt. Den Trubel um den Welpenverkauf kann ich somit nicht verstehen, und schon gar nicht mit dem Hinweis, dass sich in den Tierheimen tausende von Hunden befinden. Das ist so richtig, ABER die wenigstens davon sind nunmal Welpen und es gibt Menschen, die sich keine Wundertüten ins Haus holen wollen. Mir ist es wirklich lieber, wenn diese Menschen bei Zajac kaufen, als bei den o.a. Beispielen!
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