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KULTUR
Kunstverein ist klamm

LIPPSTADT - Ist das Kunsthaus am Speelbrink bedroht? Der Lippstädter Kunstverein sieht sich jedenfalls nicht mehr in der Lage, die gestiegenen Gebäudekosten aus Eigenmitteln aufzufangen und hatte deshalb eine Erhöhung des jährlichen Miet- und Nebenkostenzuschusses um 5262 Euro beantragt.

Der Schul- und Kulturausschuss folgte am Dienstag zwar nicht dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Erhöhung abzulehnen, wollte aber auch nicht abgekoppelt von den eigentlichen Haushaltsberatungen über diese recht drastische Zuschusserhöhung entscheiden.

Von Kürzungen weniger betroffen

Im Vergleich zu anderen Kulturträgern war der Kunstverein bei den Einsparmaßnahmen im Zuge der Haushaltssicherung eigentlich noch glimpflich davongekommen. 2010 waren die städtischen Zuschüsse pauschal um zehn Prozent gekürzt worden. Überproportional traf es dabei den Städtischen Musikkverein, dem etwa 15 Prozent gestrichen wurden. Beim Miet- und Nebenkosten-Zuschuss für das Kunsthaus Am Speelbrink beträgt die Kürzung indes nur rund sechs Prozent.

Seit dem Jahr 2000 hatte der Kunstverein einen Zuschuss von 21 000 Euro erhalten, der neben den vollen Miet- und Nebenkosten auch noch einen Anteil für weitere laufende Aufwendungen enthalten hatte. Dieser Betrag war 2010 auf die jährlichen Miet- und Nebenkosten in Höhe von zurzeit 19 670 Euro reduziert worden. Hinzu kam in den vergangenen Jahren ein Einzelzuschuss für die Ausstellungen, der sich 2011 auf 1500 Euro belief.

Der Kunstvereins-Vorsitzende Michael Wilke verwies im Ausschuss jedoch auf die gestiegenen Unterhaltungskosten für das Kunsthaus, die der Kunstverein nicht aus eigener Kraft stemmen könne. Gespart werden könne weder bei den Versicherungen noch bei den Nebenkosten. „Was sollen wir machen? Den Malschülern die Heizung abstellen, so dass sie ohne Wärme oder im Dunkeln sitzen?“ Er vertraue jedoch darauf, dass sich das Problem gemeinsam mit Politik und Verwaltung lösen lasse. „Bisher haben wir noch jede Kuh vom Eis gekriegt.“

Angesichts der „beachtlichen Summe“ (Marlies Stotz, SPD) wollte der Ausschuss über das Thema jedoch nicht losgelöst von den Haushaltsberatungen entscheiden. Das sei ein „klassischer Fall für die Fraktionen“, betonte Wilhelm Börskens (CDU).

„Spielraum wird immer enger“

Dem widersprach auch Theodor Kremer nicht. Der BG-Politiker betonte jedoch, dass sich hier wie schon beim Musikverein ein grundsätzliches Problem zeige. Dadurch, dass den gekürzten Zuschüssen immer weiter steigende Kosten gegenüberstünden, werde der Spielraum für die Kulturträger immer enger. „Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem wir die Kürzungen wieder zurücknehmen müssen, die wir vor zwei Jahren beschlossen haben.“ - bal

01.02.2012 19:24
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