Handwerk

Mit Anröchter Stein formt er edlen Schmuck

ANRÖCHTE - Die einen haben es in der Kehle. Andere bringen es auf die Bank. Und ganz viele tragen es am Körper. In Form von Schmuck. Die Rede ist von Gold - Sinnbild für Glanz und Gloria. Fürs Schöne schlechthin. Eberhard Droste aus Anröchte bedeutet es mehr. Ihm verschafft das Gold Arbeitsfreude und Broterwerb. Dabei ist es nicht nur Gold allein. Sowohl in seinem Gesellen- wie auch im Meisterbrief ist es vermerkt. Nämlich: Auch mit dem kleinen Bruder des Goldes, dem Silber, steht er auf vertrautem Fuß.

Und die Fußwanderung begann so. Der junge Mann aus Anröchte wollte gern Uhrmacher werden. Aber die Stellen waren rar - auch im Jahre 1953. Sogar bei Meister Carl Jasper in Lippstadt, den der Vater kannte, war da nichts zu machen. Wohl einen Lehrling fürs Goldschmiedehandwerk (so die gebräuchliche Kurzfassung), den konnte er gebrauchen. Auch das war Eberhard Droste recht, und so erwarb er sich in dreieinhalb Lehr- und weiteren Gesellenjahren das Rüstzeug zur späteren Meisterschaft. Es folgten noch zwei Weiterbildungsjahre, die er beim Juwelier Rüschenbeck in Dortmund absolvierte. Auch dies eine feine Adresse.

Im Jahre 1962 besteht er vor der Handwerkskammer Wiesbaden seine Meisterprüfung. Vorausgegangen war eine Ausbildung and der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau. In die Selbstständigkeit wagt sich der junge Meister gleich im Anschluss. In seinem Heimatort Anröchte. Bescheiden ist der Anfang. Zunächst in kleinen Räumen des Hauses, das den Eltern von der WLE (Vater Droste war dort als Amtmann beschäftigt) mietweise zur Verfügung gestellt war. Im Jahre 1968 kann Eberhard Droste dieses Haus erwerben und im Jahr darauf um ein Ladengeschäft erweitern.

Am Beginn seiner Selbstständigkeit geht der neue Meister zunächst einmal auf Akquisitionstour. Holt sich Aufträge bei etablierten Meistern und Juwelieren aus der Umgebung ein. Doch mehr und mehr kann er sich dann auf die stationäre Arbeit in der heimischen Werkstatt konzentrieren. Eberhard Droste erinnert sich noch lebhaft an die Anfangsjahre. Vor allem an ein besonders gelungenes und von der Anröchter Bevölkerung sowie der Presse viel gelobtes Werk. Einige Vereine hatten es bei ihm als Geschenk für einen heimischen Primizianten in Auftrag gegeben: ein Messkelch aus Silber, verziert mit Gold und Edelsteinen.

Viele schöne Werke der feinen Handwerkskunst schließen sich nun an. Sehr oft sind Schützenvereine Eberhard Drostes Kunden. Königspokale und Königsketten - alle individuell und mit besonderen Symbolen gestaltet. Und dann sind da die Jäger, die für ihre Liebsten, aber auch für sich selbst, wertvollen Grandelschmuck gefertigt haben möchten. Grandelschmuck - das sind Kleinode aus den Eckzähnen von Hirsch und Wildschwein, die in Rot- oder Grüngold oder auch in Silber eingefasst werden: Broschen, Ringe, Krawattennadeln.

Einen wesentlichen Bestandteil der Arbeit des Gold- und Silberschmieds macht auch die Umarbeitung „alter Schätzchen“ aus. „Da wird dann schon mal der Trauring der Oma zum modischen Finger- oder Halsschmuck für die Enkelin“, sagt Eberhard Droste. Und was vor allem seit längerer Zeit gefragt ist: die Verarbeitung von grünem Anröchter Stein in Verbindung mit Gold und Silber zu diversen Kostbarkeiten.

Eberhard Droste hat im Laufe seiner Tätigkeit auch drei junge Frauen zu Gehilfinnen ausgebildet. Seiner Frau Cäcilie, gelernte Steuerfachkraft und natürlich für den „Schriftkram“ zuständig, brachte er zusätzlich die Grundkenntnisse eines Gold- und Silberschmieds bei. Was im Übrigen seinen Berufsstand anlangt, so sieht er ihn eher im Rückschritt. „Die vielen Importe aus Billiglohnländern. Folge der Globalisierung.“ Er selbst ist immer noch mit viel Freude tätig. Als Rentner allerdings mehr „auf Sparflamme.“

- Willi Kröger

22.12.2011 19:15
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