Garten

Mit Farbe experimentieren

LIPPSTADT - Einen wesentlichen Bestandteil der Gestaltung eines Gartens macht die Zusammenstellung verschiedener Farben aus, betont der Patriot Garten-Experte Frank Nitschke in unserem heutigen Garten-Tipp. Die Hauptfarbe bilden in den meisten Gärten die vielen unterschiedlichen Grüntöne der Belaubung und des Rasens. Viele Gehölze, aber auch Blattschmuckstauden begnügen sich dank ihres auffälligen Erscheinungsbildes mit unzähligen Abstufungen und Farbmischungen von Smaragd bis zu einem hellen Lindgrün. „Es lassen sich alleine mit dieser Farbe sehr unterschiedliche Wirkungen erzielen“, berichtet Nitschke. Allgemein werde der grünen Farbe eine positive und beruhigende Wirkung auf den Betrachter zugeschrieben. Gleichzeitig könne das Grün einen hervorragenden Hintergrund für helle, leuchtende Blütenfarben bilden.

„Bei allen Farbtheorien über Farbharmonien, Farbkontraste oder Komplementärfarben, bleibt das Farbempfinden eine persönliche, subjektive Beurteilung und damit eine sogenannte Geschmacksfrage“, weiß der Patriot-Gartenexperte. Dennoch, so meint er, kann es von Nutzen sein, wenn der Gartenbesitzer einige Regeln und Ansätze bei der Verwendung von Farben kennt.

Pflanzen mit auffallenden, kräftigen Blütenfarben, wie viele Rosenarten oder Beetstauden haben eine starke Leuchtkraft und Fernwirkung. Sie können gut in Zusammenhang mit der gebauten Architektur in einem sonnigen Beet an der Terrasse Verwendung finden. Um eine zu große Unruhe in der Farbwahl zu verhindern, können weiße Blüten in der Farbintensität vermitteln. Aufgepasst werden muss bei der Kombination von Pflanzen mit zarteren, pastellfarbenen Blüten. Diese können leicht im Rausch der Farben von rot, blau oder gelb verloren gehen. Eine klassische, harmonische Kontrastwirkung wird zum Beispiel mit intensiven Blau- und Gelb- b.z.w. Orangetönen erzielt. Die blaue Farbe als Begleitpflanzung gewählt, wirkt immer wohltuend farbvermittelnd und steigert die Farbwirkung von roten oder gelben Blüten. In Verbindung mit violetten Farbtönen wird eine kühle Stimmung erzeugt, die den schattigen Charakter einer Gehölzunterpflanzung hervorheben kann.

Schwieriger, so meint Frank Nitschke, ist die Farbgestaltung, die sich fast ausschließlich auf die Farbabstufungen einer Farbe konzentriert. Einzelne Farbnuancen werden wichtiger und Farbabweichungen von den Fotos der Pflanzenetiketten sind bedeutsamer, als in einer kontrastreichen Pflanzung. Auch wird mehr Augenmerk auf Feinheiten, wie die Blütenform und die Blütenstände gelenkt. Wer sich jedoch auf Farbexperimente einlassen möchte und sich nicht davor scheut eventuelle Korrekturen in der Pflanzung vorzunehmen, hat mit Sicherheit Freude daran; einen kleineren Gartenraum in einer Farbe zu gestalten. Klassisches Beispiel sind aus der englischen Gartenkultur Anfang des 20. Jahrhunderts rein rote oder weiße Gartenbereiche. Gerade bei den roten Farbtönen ist es erstaunlich, wie unterschiedlich sie in Zusammenhang mit ähnlich farbigen Pflanzen wirken.

Wer sich noch unsicher in der Farbgestaltung fühlt, aber gerne mehr Erfahrung sammeln möchte, dem macht unser Gartenfachmann folgenden Vorschlag: „Man beginne mit einer einfachen farblichen Grundstruktur und experimentiere dann mit weiteren einzelnen Farbakzenten. Dabei ergeben sich neue Variationen, die im besten Falle den eigenen Geschmack treffen und zu weiteren Pflanzungen anregen, um ausdrucksvolle Farbeffekte zu erzielen.“

Bei der Blüten- und Blattfarbe handelt es sich um zeitlich begrenzte Erscheinungen. Deshalb ist es nach Angaben von Nitschke wichtig, die jeweilige Blütezeit und Blütedauer zu kennen, um die beabsichtigten Farbwirkungen in den jeweiligen Gartenbildern zu kreieren. Dauerhafte Farben erzeugen bauliche Elemente, wie eine Gartenbank. Noch viel zu wenig wird hierzulande auf ein abgestimmtes Farbenspiel zwischen gebauter Umgebung und der Bepflanzung geachtet. Mit einem einfachen Anstrich lässt sich zum Beispiel zwischen einer Mauer und einem Pflanzbeet aus Rosen und Stauden ein spannungsreiches harmonisches Farbenspiel erreichen.

09.04.2010 18:52
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