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Mit reichlich Wut im Bauch Ticket für die WM gelöst

LIPPSTADT - Die letzten beiden WM-Qualifikaions-Rennen im Augsburger Eiskanal waren wirklich nichts für schwache Nerven. Und als sich die amtierende Weltmeisterin Jasmin Schornberg aus Lippstadt im ersten A-Finale kurz vor dem Ziel ein hauchdünne Torstabberührung leistete und damit Platz sechs für sie notiert wurde, drohte der erneute WM-Traum vorzeitig ausgeträumt zu sein.

Doch mit reichlich Wut im Bauch nahm die 24-Jährige das alles entscheidende letzte Rennen in Angriff. Sie riskierte alles - und gewann alles. Mutter Heidi Schornberg hielt es am Streckenrand kaum aus, war am Ende aber richtig happy. Heidi Schornberg: „Die mentale Stärke von Jasmin ist unglaublich und ihr ist ein echter Traumlauf gelungen.“ Und dieser Traumlauf katapultierte sie auf Rang eins und in der Addition aller vier Quali-Läufe (bei einem Streichergebnis) zur Weltmeisterschaft im September nach Slowenien. Zugleich qualifizierte sich die Sportlerin vom Kanuring Hamm für den Weltcup und die Europameisterschaften, die im Juni in Bratislava stattfinden.

Zum Auftakt der WM-Qualifikation trafen sich die besten deutschen Kanuslalom-Damen in der Nähe von Leipzig in Markkleeberg. Hier standen die ersten beiden der insgesamt vier Quali-Rennen auf dem Programm. Im Gegensatz zu früheren Wettkämpfen zählten diesmal nur die „nackten Platzierungen“. Insgesamt warteten drei WM-Tickets auf ihre Besitzer und Jasmin Schornbeeg erwischte einen guten Auftakt. Nach Platz drei hinter Jennifer Bongardt (WSF Köln) und Melanie Pfeifer (KSA Augsburg) landete die Lippstädterin auf Platz drei. Im zweiten Rennen wurde dann für Jasmin Schornberg Platz zwei notiert. Der Sieg ging diesmal an Melanie Pfeifer und auf Platz drei fuhr Jacqueline Horn (KSA Augsburg) vor.

Nachdem Jasmin Schornberg dann auch ihrer Uni in Augsburg einen Besuch abgestattet hatte, wo sie Medien-Kommunikation studiert, ging es wenige Tage später in Augsburg in die heiße Phase der WM-Qualifikation. Auch hier galt es zunächst einmal wieder, das A-Finale der besten acht Damen zu erreichen. Nachdem diese Hürde übersprungen war, wurde es ernst. Melanie Pfeifer (Augsburg) durfte als erste jubeln, denn nach ihrem zweiten Platz im dritten Quali-Rennen stand sie bereits als erste WM-Teilnehmerin fest.

Doch wer würde sie noch nach Slowenien begleiten? Jacqueline Horn (Augsburg), die das dritte Rennen gewann und Jennifer Bongart (Köln) auf Platz drei waren zwei ganz aussichtsreiche Kandidatinnen für die letzten beiden Tickes. Und Jasmin Schornberg? Kostete sie am Ende Platz sechs im dritten Rennen die WM-Teilnahme? Nein! Schornberg spielte im entscheidenden vierten Rennen ihre ganze Nervenstärke aus und fuhr auf Platz eins. Das was das WM-Ticket, über das sich auch noch Jennifer Bongardt freuen durfte, die sich als Dritte qualifizierte. - towi

03.05.2010 19:24
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