Garten

Muntermacher für die Seele
LIPPSTADT  - „Gerade jetzt zum Winterende, wo die Zeit der tiefen Temperaturen und kurzen, dunklen Tage einfach nicht zu Ende gehen will, hungern wir nach kraftvollen Farben, um Licht in die Seele zu bringen“, weiß unser Garten-Experte Josef Dahlhoff. Er kennt aber auch ein gutes Mittel gegen aufkommende Winter-Depressionen: „Blühende Pflanzen haben nachweislich eine positive Auswirkung auf die Psyche.“Daher möchte Josef Dahlhoff diesmal allen Patriot-Lesern zwei wahre Muntermacher vorstellen, die das lange Warten auf den Frühling verkürzen sollen: Azaleen und Kamelien.Die Azaleen sind in einer Vielzahl von Größen und Formen erhältlich. Selbst als stattliches Stämmchen kennt die Blütenfülle kein Ende. Unser Gartenfachmann empfiehlt, beim Kauf von Azaleen darauf zu achten, dass nicht schon viele Knospen die Blütenfarbe zeigen. „Nur wenige sollten schon aufgeblüht sein. Diese Merkmale kennzeichnen eine hohe Qualität der Pflanze.“ Die verblühten Teile kann man regelmäßig entfernen um Platz für die nachfolgenden Blüten zu schaffen.Eine wöchentliche schwache Nährstoffgabe unterstützt den gleichmäßigen Aufblühvorgang. Die Blüten halten um so länger, je kühler sie stehen. Die Pflanze verträgt aber keinen Frost. An wärmeren Standorten benötigen sie deutlich mehr Wasser, berichtet Dahlhoff: „Aber Vorsicht: Stehendes Wasser im Übertopf ist tödlich. Die Pflanze wirft dann sehr schnell Blätter und Blüten ab.“ Auch Ballentrockenheit verursacht nach Angaben unseres Fachmanns das gleiche Schadbild. Mit Regenwasser kann man die Azaleen übrigens so richtig verwöhnen.Nach dem Verblühen kann man die Azaleen in Rhododendren-Erde umpflanzen. Der Erdballen sollte dabei leicht gelockert werden, um ein schnelles Einwachsen in die frische Erde zu gewährleisten. Ältere Pflanzen brauchen nur alle 2 bis 3 Jahre umgepflanzt zu werden. Die Gefäße können eher flach als hoch sein, da die Azaleen Flachwurzler sind.Im Sommer stehen die Azaleen am liebsten im Freien im Schatten eines Baumes. Bis Ende Juli kann gedüngt werden. Ab August werden die Blüten für das darauf folgende Jahr gebildet, wofür die Pflanzen wieder heller stehen müssen. Dies geschieht, bis die Temperatur nur noch 5 C hat. Man hält die Pflanze dann im Haus, wo sie möglichst kalt, unter 10 Grad Celsius, in die Winterruhe gehen können. Zeigt sich ab Ende Februar Anfang März bei einigen Knospen die Blütenfarbe, dann kann die Temperatur wieder gesteigert werden.Als zweiten Aufmunterer empfiehlt unser Garten-Fachmann Kamelien. Diese Pflanzen haben zu Unrecht den Ruf, schwierig in der Pflege zu sein. „Wer sie einmal im blühenden Zustand gesehen hat, den lässt die Begeisterung nicht mehr los“, berichtet Josef Dahlhoff. Die Blüten können 2 bis 20 cm groß werden. Die Blütenform reicht von anemonblütigen bis päonienförmigen, ja sogar rosenförmige Blüten bringen einige Sorten hervor. Die Anordnung der Blütenblätter scheint geradezu perfekt zu sein.Wenn Knospen oder Blätter fallen, liegt das nicht an den Pflanzen selber, sondern am falschen Standort. Die beste Temperatur während der Blütezeit liegt zwischen 10 und 15 C. Liegt sie darüber, führt das unweigerlich zu Knospenfall. Ein späterer kühlerer Standort bringt dann keine Rettung für die verbleibenden Knospen. Ein Wintergarten oder heller Flur ist der ideale Platz.Während der Blütezeit sollte eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit herrschen. Trockenphasen abwechselnd mit stehendem Wasser im Übertopf sind tödlich für Kamelien. Sonne kann die Kamelie vertragen, wenn man sie ab März daran gewöhnt. Tritt die Hitze plötzlich auf, reagiert sie schnell mit einem Sonnenbrand. Ist der Standort zu schattig, wachsen die Pflanzen zwar gut, bringen aber nur wenige Blüten hervor. Im Sommer ist ein halbschattiger Platz am idealsten. Auch im Lippstädter Klimabereich ist ein Auspflanzen ins Beet nicht ratsam, meint Gartenexperte Dahlhoff. Die meisten Sorten und Knospen vertragen nur minus 3 bis minus 5 C. Kamelien durchlaufen vier wichtige Entwicklungsphasen: Die erste ist der Blatt- und Triebwachstum im Frühjahr. Jetzt ist der Wasser- und Nährstoffbedarf am höchsten. Mit Rhododendünger schwach dosiert, aber regelmäßig, sowie ab und zu etwas Eisendünger unterstützt man die Pflanzen am besten. Die zweite Phase ist die Knospenbildung, die je nach Lichtangebot Ende Juli bis Anfang August beginnt. Jetzt nicht mehr düngen. Sind die Pflanzen gut mit Wasser versorgt, kann der Herbst kommen. Die dritte und wichtigste Phase ist die Blütenphase. Jetzt sollte man die Pflanze draußen lassen, bis es nachts nur plus 2 bis 5 C ist. Dann sollte man die Kamelie in einen kalten und hellen Raum stellen, der idealerweise ca. 8 bis 10C hat. Die Knospen können jetzt ganz in Ruhe ausreifen. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung gehen dann auch die Blüten auf. In der vierten Phase wird ein Frucht- und Samenansatz gebildet, der aber nur geringe Bedeutung hat.Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre, wenn die Wurzeln an der Oberfläche sichtbar werden. Die Erde, die verwendet werden kann, orientiert sich stark an der von Azaleen und Rhododendron. Man kann sie noch verbessern durch Zugabe von Gartenerde oder Kompost und grobem Sand- oder Lavabruch. Die Luftfeuchtigkeit darf nicht unter 60% fallen (Blütenfall). Kamelien im Kübel brauchen mehr Pflege und Sorgfalt als ausgepflanzte Kamelien im Garten.
14.02.2009 00:00
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