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WIRTSCHAFT
Neue Chancen für die Jungen

KREIS SOEST - Was für die Mädchen seit zehn Jahren gang und gäbe ist, kommt in diesem Jahr auch - ganz offiziell - für die Jungen: Beim sogenannten Boys’ Day am Donnerstag, 14. April, sollen die Fünft- bis Zehntklässler weiterführender Schulen in solche Berufe hineinschnuppern können, die für die Männerwelt immer noch ungewöhnlich sind und die Jungen bislang eher selten in ihre Berufswahl einbeziehen. Dazu gehören Tätigkeiten aus den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege. Der Boys’ Day wird in diesem Jahr auf Initiative des Bundesfamilienministeriums erstmals bundesweit stattfinden. Bislang hatten sich - parallel zum Girls’ Day - vergleichsweise wenige Jungen Tagespraktika absolviert, die aber nicht immer geschlechtsuntypisch waren.

„Der Boys’ Day hat einen gesellschaftlichen Ansatz“, erläutert Andreas Goesmann, bei der Agentur für Arbeit Soest zuständig für die Koordination des „Zukunftstages“. Die Pflege und auch die Erziehungsarbeit ruhten auch im Kreis Soest oft noch auf weiblichen Schultern - der männliche Part in der Erziehung soll gesteigert werden. Kreisweit soll für den Boys Day nun eine Interessengemeinschaft gegründet werden. Goesmann: „Wir planen, zielgerichtet für die Initiative zu werben und wollen Kindergärten, Pflegeschulen und Krankenhäuser informieren.“ Allerdings müssten bei manchen Aufgaben auch der Datenschutz beachtet werden. Dabei dürften jedoch trotz aller Anstrengungen kaum ausreichend Plätze für die potenziell 6500 Jugendlichen zur Verfügung stehen (die Teilnahme ist freiwillig; um die Plätze müssen sich die Jungen eigeninitiativ bewerben). Darum sind auch größere Informationsveranstaltungen zu bestimmten Berufen oder ein „Haushalts-Praxistag“ denkbar. Bei letzterem ginge es dann etwa darum, sich zum Beispiel mit Haushaltsaufgaben wie Kochen oder Wäsche sortieren, bügeln und falten auseinanderzusetzen.

Interessengemeinschaft soll gegründet werden

Den Girls’ Day gibt es übrigens inzwischen seit genau zehn Jahren. Für diese Aktion engagieren sich u.a. Wirtschaftsverbände - auch, um bei Mädchen mit guten Noten das Interesse für gewerblich-technische oder handwerkliche Berufe zu wecken. Das habe in jedem Fall dazu beigetragen, dass Mädchen, die einen entsprechenden Berufswunsch äußern, zumindest nur noch selten schräge Blicke ernten, glaubt Goesmann - wenn er z.B. auf Beratungsgespräche bei Berufsmessen denkt. Dennoch gebe es noch einiges zu tun: Beim Blick auf die Wünsche bei der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit liegen klassische Frauenberufe immer noch vorn - obwohl diese oft deutlich weniger lukrativ seien.

Im Internet finden sich bundesweite „Aktionslandkarten“ zu den Zukunftstagen. Dort können Betriebe und Institutionen ihre Teilnahme melden. - axs

http://boys-day.de

http://girls-day.de

13.01.2011 18:58
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