LIPPSTADT - Es ist nicht gerade ein Geheimnis, dass das Kulturangebot für Jugendliche und junge (oder jung gebliebene) Erwachsene in Lippstadt im Vergleich zu umliegenden Städten reichlich mau ist. Veranstalter wie der Spaßverein und das Lippstädter Lustspielhaus — um zwei prägnante Beispiele zu nennen — tragen viel dazu bei, um das Kulturleben auch mit Angeboten jenseits des Mainstreams zu beleben, aber eine gleichwertige Alternative zu Bürgerzentren wie dem Alten Schlachthof in Soest oder der Weberei in Gütersloh ist das kaum.
Keine Mittel im Plan
Die Initiative Lebendiges Lippstadt hatte deshalb vor einiger Zeit den Güterbahnhof als Standort für ein Kulturzentrum vorgeschlagen. Das hat sich — mangels Güterbahnhof — inzwischen erledigt. Dafür haben die Linken im vergangenen Herbst das Hallenbad ins Spiel gebracht. Die Ratsfraktion hatte im September beantragt, die künftige Verwendung des Gebäudes als Bürger-, Jugend- und Kulturzentrum zu prüfen.
Der aktuelle Haushaltsplanentwurf sehe „nicht zuletzt aufgrund der vorrangigen Haushaltskonsolidierung“ keine Mittel „für ein derartiges Projekt vor“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die jüngste Sitzung des Schul- und Kulturausschusses. Damit ist das Thema aber keineswegs vom Tisch.
Das große Ganze
„Der Bau und Betrieb eines Bürger-, Jugend- und Kulturzentrums kann aus Sicht der Verwaltung nicht isoliert von der anderen kulturellen und wirtschaftlichen Infrastruktur in der Stadt Lippstadt betrachtet werden“, heißt es in der Vorlage weiter. „Insoweit müsste die Schaffung einer derartigen Einrichtung von einer allgemeinen Bedarfsanalyse zum kulturellen Angebot getragen werden.“ Eine solche Bedarfsanalyse will die Verwaltung nach Aussage von Fachdienstleiter Wolfgang Streblow jetzt in Angriff nehmen.
Es hängt nicht am Ort
Sollte der Bedarf auch behördlicherseits festgestellt werden, sagt das freilich noch nichts über den möglichen Ort eines zukünftigen Bürgerzentrums aus. Eine kulturelle Nutzung des Hallenbadgebäudes müsse „auch im Gesamtzusammenhang mit allen weiteren Perspektiven und Rahmenbedingungen für eine künftige Nutzung dieses Standortes geprüft werden“, betont die Verwaltungsvorlage.
Dass die Idee jedoch keineswegs an einem bestimmten Gebäude — sei es das Hallenbad oder der Güterbahnhof — hängt, zeigt das Beispiel Soest. Zehn Jahre dauerte es dort, bis die Befürworter die zunächst massiven politischen Widerstände überwunden hatten. In der Zeit waren zahlreiche Standortvorschläge abgelehnt worden — der Schlachthof kam erst ganz zum Schluss ins Spiel. - bal