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ANRÖCHTE

Ohne Zwiebeltaktik bei der Kleidung läuft gar nichts

Anröchte - Die Temperaturen haben sich im zweistelligen Minusbereich festgesetzt. Die Sonne strahlt ungehindert vom blauen Himmel. Die Luft ist klar und klirrend kalt. Winterfreuden pur auch in Anröchte? Nicht ganz. Denn: Was machen die Leute, die trotz eisiger Kälte im Freien arbeiten müssen? Welche Tipps haben Passanten in Sachen Wärme parat? Diese Fragen richteten wir gestern an Marktbeschicker, eine Postbedienstete, den Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens und an einen Spaziergänger.

„Ohne die Zwiebeltaktik bei der Kleidung läuft gar nichts. Mehrere Schichten sind einfach unumgänglich“: In dieser Aussage waren sich alle Befragten einig, denn bei ihnen gehörten diverse Pullover, viele Strümpfe, Mützen, Schals & Co. einfach zur Grundausstattung.

Michael Janosch vom Sommer-Waneke-Stand aus Robringhausen (landwirtschaftliche Direktvermarktung), bot auf dem Markt nicht nur Fleisch und Wurst an: Er hatte auch eine kleine Gasheizung dabei. „Der Markt ist nicht so stark besetzt wie sonst. Beispielsweise kommen die Kollegen mit Obst und Gemüse gar nicht, da alles sofort gefriert“, sagte er mit Blick auf leere Standplätze vor dem Rathaus zu dieser Zeitung.

„Ohne dicke Socken und vier Pullis hat man keine Chance“, meinte Nicole Kunze, die für Markus und Hermann Thöne frischen Fisch verkaufte und jede Gesprächspause nutzte, sich an einer heißen Tasse Kaffee die Hände zu wärmen.

Große Freude über eisfreie Straßen

„Was will man mehr: Die Sonne scheint. Es liegt kein Schnee, die Straßen sind nicht glatt und alle Häuser gut erreichbar,“ freute sich Postzustellerin Brigitte Weber mit Blick auf die letzten beiden Winter.

Renate Berganski hatte trotz Dauerfrostes am Delbrücker Markt-Geflügelstand von Andreas Hansel gute Laune: „Dicke Oberbekleidung und viele Socken müssen sein.“ Die gute Frau hatte an ihrem Stand trotz der „Hammerkälte“ sogar bunte Ostereier im Angebot, die zumindest gedanklich auf wärmere Temperaturen hoffen lassen. Sie erzählte auch: „Wir hätten die Stände fast gar nicht aufbauen können, weil der Poller an der Zufahrt zum Marktplatz festgefroren war.“

Dicke Pudelmütze, Schal, warme Klamotten und heiße Getränke waren auch für Walter Henning von der Hellweg-Entsorgung gestern Garanten dafür, den „klirrenden Arbeitstag“ gut wegstecken zu können.

„Das Wetter ist doch kein Thema. Es ist schließlich Winter. Ich habe früher auch im Freien gearbeitet. Wir haben uns Zeitungsseiten umgewickelt, das hielt genauso warm, wie Fußlappen in den Stiefeln“ erinnerte sich der 77-jährige Herbert Schreiber, der zu Fuß im Ortskern unterwegs war und einen Schlenker zu den Marktbuden nicht ausließ.

Fazit: So kann er aussehen, der ganz normale Anröchter Wintertag - mit ungewöhnlichen Temperaturen allerdings...

02.02.2012 18:42
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