LIPPSTADT

Perfider Anschlagsplan mit Festnahme in Lippstadt vereitelt

Von Juliane Klug

LIPPSTADT - Der 21-jährige Islamist, der im Februar nach dem Kauf einer Armbrust in Lippstadt-Bad Waldliesborn festgenommen worden war, ist jetzt von der Dortmunder Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird dem Mann, der 2015 Kontakt zum Islamischen Staat (IS) in Syrien aufnehmen wollte, vorgeworfen, einen Sprengstoff-Anschlag geplant zu haben. Zum Bau einer Bombe dienten ihm möglicherweise Zutaten wie eine Blockbatterie und eine größere Menge Münzen.

Die von ihm in Werl gekaufte Armbrust, die in den falschen Händen schnell zur tödlichen Waffe werden kann und mit dem der Angeklagte am Tag seiner Festnahme vor die Tür gegangen sein soll, gehöre lediglich zum „Randtatgeschehen“, sagte Dr. Thomas Jungkamp vom Dortmunder Landgericht auf Nachfrage unserer Zeitung. Vielmehr hätten verschiedene, bei der Durchsuchung der Pension gefundene Einzelteile dafür gesprochen, dass der Deutschkasache im Begriff war, „eine schwere staatsgefährdende Gewalttat“ vorzubereiten, wie es im Juristen-Deutsch heißt. So sei neben einem USB-Stick, auf dem sich Anleitungen zum Bau einer Bombe befanden, eine Blockbatterie gefunden worden, ein zweiadriges Stromkabel mit An- und Aus-Schalter, ein Fieberthermometer sowie eine 20-Milliliter-Kanüle. Laut Pressesprecher Jungkamp sind das alles Zutaten, die für den Bau eines Sprengstoffs sprechen.

Und auf noch etwas stießen die Ermittler: Jungkamp berichtet, dass der 21-Jährige eine größere Menge Hartgeld diverser Währungen bei sich aufbewahrt habe. Damit wollte er die Bombe später womöglich spicken. Münzen sind bekanntlich aus Metall. Sie hätten in einer Bombe verbaut eine ähnlich verheerende Wirkung wie Nägel oder Metallstifte und -teile.

In den Fokus der Ermittler geraten war der Mann bereits im Sommer 2015. Damals war er zum Islam konvertiert. Im Oktober desselben Jahres wurde der Einzeltäter dann in der Türkei aufgegriffen, als er die Grenze nach Syrien passieren wollte. Hier – so die Vermutungen – wollte er Kontakt zum IS aufnehmen. Denn für diesen sowie für die Terror-Organisation Al-Quaida hegt der Angeklagte Sympathien. Das stellten die Sicherheitsbehörden auch bei der Untersuchung des Handys fest, das sie nach seiner Rückkehr aus der Türkei in Frankfurt sicherstellten.

Im Anschluss soll der mutmaßliche Islamist öfter in einer Hildesheimer Moschee gewesen sein. Sie galt als Anlaufstelle für radikale Salafisten und ist mittlerweile geschlossen worden. Über Dortmund sei der Mann, der in früheren Medienberichten als Iwan K. bezeichnet wird und zuletzt keinen festen Wohnsitz besessen haben soll, in den Kreis Soest gelangt. „Spätestens in Lippstadt soll er sich dann überlegt haben, einen Sprengstoff-Anschlag zu verüben“, sagt Pressesprecher Jungkamp. Er unterstreicht, dass aufgrund des Stands der Planungen dafür jedoch keine unmittelbare Gefahr bestanden habe.

Seit Mitte Februar befindet sich der 21-jährige Verdächtige nun in Untersuchungshaft in einem Dortmunder Gefängnis. Bis zum Sommer werde die Kammer das Hauptverfahren voraussichtlich eröffnen, gibt Jungkamp auf Nachfrage Auskunft. Ein genauer Termin steht laut dem Pressesprecher derzeit noch nicht fest.

19.04.2017 18:41
Drucken Vorlesen Senden


Das Kommentieren dieses Artikels ist nach der Portal-Anmeldung möglich. Nicht angemeldete Leser können uns ihre Meinung gerne per E-Mail, Facebook oder auf postalischem Weg mitteilen.
Anzeige
Suche
Lokal
Überregional
Eingeloggt sieht man mehr
Wenn Sie sämtliche Artikel einsehen möchten, loggen Sie sich bitte ein.
Prospekte
Patriot Aktionen
Frage des Tages
Fühlen Sie sich in Ihrer Stadt bzw. Gemeinde sicher?
Jetzt abstimmen
Ergebnis
Umfragen-Archiv
Fotogalerien-Archiv
Kalenderblatt
Heute, 26.04.2017
17. Kalenderwoche, 116. Tag des Jahres
Noch 249 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Stier
Namenstag: Helene, Kletus, Ratbert
HISTORISCHE DATEN
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297