Garten

„Pflanzen bewusst düngen“

Lippstadt - Über kein Thema in der Pflanzenpflege werden so viele Mythen weitergegeben wie über das Thema Düngen von Pflanzen. Schenkt man den Düngemittel-Herstellern Glauben, besitzt jeder Dünger geheimnisvolle Inhaltsstoffe, von denen nur eine kleine Gruppe der Gartenfreunde Kenntnis besitzt. Der Patriot-Gartenexperte Josef Dahlhoff möchte an dieser Stelle mit diesen Mythen aufräumen und darlegen, aus welchen Bestandteilen ein Dünger zusammengesetzt ist und was die Nährstoffe in der Pflanze bewirken.

Die im Handel befindlichen Dünger werden meistens als mineralische Volldünger angeboten und enthalten als Hauptnährstoffe „N“, welches für Stickstoff steht, „P“ für Phosphor, „K“ für Kalium und „Mg“ für Magnesium. Zu den Nährstoffen, die nur in Spuren gebraucht werden, gehört hauptsächlich „Fe“, was für Eisen steht. Es hat sich durchgesetzt, dass die Konzentrationen der einzelnen Bestandteile eines Düngers von den Herstellern als Zahlenreihe angegeben werden in der Reihenfolge Stickstoff, Phosphor, Kalium und immer häufiger auch das Magnesium. Dies kann z.B. bei Nitrophoska/Blaukorn 15-5-20-2 sein. Die angegebenen Zahlenwerte geben die Konzentration in Prozent wieder. Dieser Dünger hat dann 15 Prozent Stickstoff, fünf Prozent Phosphor usw. Bei der Frage, wie die optimale Zusammensetzung der Nährstoffe eines Düngers sein muss, hängt dies von vielen Faktoren ab: Wichtig ist neben der gesamten Konzentration das Verhältnis der Nährstoffe zueinander. Es reicht bei Grünpflanzen, einen Dünger zu verwenden mit einem reduzierten Phosphoranteil, aber erhöhten Stickstoffanteil, z.B. eine N-P-K-Zusammensetzung von 7-3-6 oder 14-8-20.

Die zweite Zusammensetzung ist doppelt so stark konzentriert, wovon Sie natürlich nur die Hälfte verwenden dürfen für den gleichen Effekt. Typische Blühpflanzen benötigen im Gegensatz dazu ein ausgeglichenes Nährstoffverhältnis mit leicht erhöhten Phosphatanteil. Das Verhältnis von Stickstoff zu Phosphat ist auch ein wesentliches Merkmal, z.B. für Blühpflanzen solche, die zum Beispiel N-P-K von 7-8-6 oder 6-8-7 Anteile aufweisen.

Anwendung: Ein Grünpflanzendünger mit sieben Prozent Stickstoff, drei prozent Phosphor und sechs Prozent Kalium kann mit etwa vier Gramm pro Liter Wasser angewandt werden, um ein gutes Wachstum zu erzielen. Diese Menge kann alle 14 Tage gegeben werden. Stehen die Pflanzen an dunkleren Standorten in der Wohnung, darf nur die halbe Konzentration angewendet werden. Speziell Blaukorn sollte nicht bei Kübelpflanzen Anwendung finden. Für den Gartenbereich (Staudenbeete und Sträucher) ist es ein guter Dünger (20 bis 30 Gramm pro Quadratmeter).

Pflanzen, die eine besondere Düngerzusammensetzung benötigen, sind Kakteen, Bonsai- und Hydrokulturpflanzen. Spezialdünger, die nur einen Nährstoff beinhalten, zum Beispiel Eisendünger oder Magnesiumdünger (Bittersalz) sollte nur bei eindeutigem Mangel gegeben werden. Langzeitdünger sind wirkungsvoll und einfach, aber vom Preis her in der oberen Kategorie zu finden. Sie geben ihre Wirkstoffe über mehrere Monate hinweg langsam an die Erde ab. Dünger mit erhöhtem Phosphoranteil sind ziemlich rar geworden. Im Freiland sind die Phosphat- Werte meistens zu hoch und brauchen nicht gegeben werden. Jedoch müssen Kübelpflanzen mit Blütenansätzen mit Phosphat versorgt werden. Achten Sie beim Düngerkauf auf die N-P-K Angabe und nicht darauf, für welche Pflanzen der Dünger angeblich geeignet ist. Fehlt eine N-P-K Angabe, sollten Sie den Dünger grundsätzlich nicht kaufen.

Kübelpflanzen sollten mit einem Dünger gedüngt werden, der ins Gießwasser gegeben wird. Die sogenannten Düngerstäbchen sind für eine wurzelschonende Nährstoffversorgung völlig ungeeignet (Wurzelverbrennungen). Benutzen Sie zum Beispiel einen Blühpflanzendünger für eine Blattpflanze, so reagiert die Pflanze mit einem reduzierten langen Wachstum. Dieser Effekt kann im Wohnbereich durchaus gewollt sein, da auf der Fensterbank nur ein begrenzter Platz vorhanden ist. Die Pflanze macht dabei aber einen gut ernährten Eindruck.

Unabhängig von der Stärke der Düngergabe darf man nicht vergessen, dass sich bei Pflanzen nur ein optimales und gesundes Wachstum einstellt, wenn alle Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Ist ein Nährstoff-Depot in der Erde in nicht ausreichender Menge vorhanden, führt die fortgesetzte Zufuhr des falschen Düngers zu keinem nennenswerten Wachstumserfolg. Organischer Dünger ist bei Torf und Kübelpflanzen weniger geeignet, da durch die reduzierten oder fehlenden Bodenorganismen die Freisetzung der Nährstoffe nicht in der Geschwindigkeit der Pflanze zur Verfügung gestellt werden. Düngen sollten Sie immer dann, wenn die Pflanze wächst. Wächst sie stärker, muss stärker oder häufiger gedüngt werden. Das ist meistens im Sommer der Fall.

Ein letzter Tipp: Düngen Sie bitte nicht nach der Devise „Viel hilft viel“. Weniger und häufiger düngen bringt die besten Resultate.

26.04.2010 09:45
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