LIPPSTADT

Probleme an Umflut haben mit Welle gar nichts zu tun

LIPPSTADT Nach der Angler-Kritik an ihrem Projekt „die Welle machen“? Mitnichten. Sich weiter für deren Realisierung stark machen? Unbedingt; „ganz sachlich, mit guten Argumenten“: Im Patriot-Gespräch sieht das Team der Lippstädter Welle jedoch Klärungsbedarf. Und möchte das Projekt nicht als Spaß-Spektakel für „eine äußerst kleine Gruppe“ verkannt sehen. Und auch an den angeblich negativen Folgen fürs Ökosystem haben die Jungs so ihre Zweifel.

So hätte die Welle auf die Wasserzufuhr zur Südlichen Umflut zum Beispiel gar keinen Einfluss, wie Lippe-Experte Ulrich Detering auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. Die Angler hatten indes beklagt, dass die Welle die Umflut sterben und stinken lasse. Doch Problem dort vielmehr: Gleich beide Zuflüsse zur Umflut seien versandet, wie Heinrich Gockel als sachkundiger Bürger zu berichten weiß. Zum einen der am Bootshaus, zum anderen der Weihe-Abzweig der Gieseler am „Dreiländereck“ Bökenförde, Lippstadt und Bad Westernkotten. „Deshalb wird dort auch kein Wasser abgezweigt und die Weihe (die in die Umflut mündet, Anm. d. Red.) ist trocken gefallen“, sagt Gockel. Und: „Wenn die Südliche Umflut aufgefrischt werden soll, muss die Versandung beseitigt werden.“

Doch nicht alle Bedenken der Angler seien haltlos, sagt Detering: So gelte es, das Problem der Organismen- und Fisch-Sackgasse (wenn die Welle denn zum Tivoli kommt) schon zu lösen. Die Krux dort: Zwar wäre der Standort Stadt-näher und es gäbe keine Konkurrenz zu den Kanuten, jedoch wäre die Welle dort - aufgrund des geringeren Gefälles von „nur“ 90 Zentimetern (1,50 Meter an der Burgmühle) - wohl deutlich unspektakulärer. Zudem stünde sie dort vermutlich nur zeitlich begrenzt zur Verfügung - weil der südliche Lippebug-Arm (und damit auch der Fisch-Aufstieg) während des Welle-Betriebs (also zwischendurch) dicht gemacht werden müsste, um genug Fließkraft zu generieren.

An der Burgmühle hingegen - dort würde das Welle-Team sein Projekt weit lieber realisiert sehen - gibt es laut Detering drei Optionen. Zum einen, die Welle via beweglichem Element auf der Kanustrecke zu integrieren. Zum anderen sie dort zu platzieren, wo einst die Wasserkraftschnecke stehen sollte - wie jüngst von SPD-Sprecher Jens Behrens angeregt. Oder aber sie nahe des Hochwasserwehres zu bauen. Fakt ist: Die Bezirksregierung ist gerade dabei, alle vier Varianten (drei an der Burgmühle, eine am Tivoli) zu skizzieren und die Kosten zu ermitteln. Nicht mehr und nicht weniger - entscheiden muss letztlich die Stadt.

„Kein kurzer Hype, kein Spaß-Spektakel“

Die vier Jungs von der Welle (120 Mitglieder hat der Verein mittlerweile) machen derweil weiter Werbung für ihr Projekt. Zwar könnten sie die Kanuten „gut verstehen“, doch biete die Burgmühle nun einmal die besten Bedingungen für die Welle, nicht nur dank separatem Fisch-Aufstieg.

Eine „stehende Welle“, ähnlich wie die am Münchener Eisbach, sei „kein kurzfristiger Hype“ und „kein Spaß-Spektakel“, sagt Max Kersting. Und ebenso wenig könne von einer „kleinen Zielgruppe“ die Rede sein. Die Welle, das sei vielmehr Stadt-Marketing pur (mittlerweile würden schon Matserarbeiten zu den ökonomischen Auswirkungen auf Lippstadt geschrieben) und eine „echte Chance die Stadt zu beleben“. Zumal die Bedingungen hier ideal seien und eine Welle im weiten Umkreis schlichtweg fehle. Und: „Wir sprechen da ja nicht nur von Surfern selbst, sondern von ganz vielen Menschen, jung wie alt, die da gern zugucken würden.“

Im Folgenden - im späten Frühjahr sollen die Ergebnisse der Bezirksregierung vorliegen - liegt es also an der Verwaltung und letztlich der Politik abzuwägen und freilich auch zu entscheiden, ob und wie die Welle gebaut wird. Das Ideengeber-Quartett (Henrik Frensch, Alexander Lempke, Stefan Schulte-Beerbühl und Max Kersting) jedenfalls will „niemandem etwas aufdrängen“, bittet jedoch, sich ernsthaft Gedanken zu machen; über ein Projekt, dass sich in ihren Augen nicht negativ aufs Ökosystem auswirken, sondern das Bewusstsein dafür eher wecken würde. - stn

15.02.2017 16:17
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