KREIS

Sankt Martin darf reiten

Kreis Soest    Eitriger Nasenausfluss, Husten, Fieber – mit der Druse ist nicht zu spaßen. Hat sich ein Pferd diese Streptokokken-Infektion eingefangen, dann heißt es schnellstens den Tierarzt rufen. Der verschreibt ein Antibiotikum und damit ist das Tier auf dem Weg der Besserung. Im Moment geht die hochansteckende Pferde-Krankheit wieder um im Kreis Soest.

Zwei bis drei Fälle habe es im Kreis Soest gegeben, bestätigt Kreis-Veterinär Dr. Wilfried Hopp auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es ist aber keine flächendeckende Seuche ausgebrochen“, betont Hopp. Angesichts aufgeregter Kommentare von Pferdebesitzern in den sozialen Netzwerken und Gerüchten, es gebe eine offizielle Stallpflicht, beruhigt der leitende Amts-Tierarzt: „Druse ist mit Antibiotika gut behandelbar.“

Schon lange bedeute eine Infizierung kein Todesurteil für die Tiere mehr. Deshalb werde die Krankheit auch nicht staatlich bekämpft, sei also nicht meldepflichtig. Übrigens seit mindestens 30 Jahren nicht mehr. Es gibt also keine vom Kreis Soest angeordnete Stallpflicht.

„Pferde kann man auch gar nicht im Stall halten, sie müssen an die frische Luft. Sonst werden sie erst recht krank“, erklärt Karl-Josef Schiller, der in Rüthen-Hoinkhausen eine Pferdepension betreibt. Vorsorglich hat er seinen Betrieb gesperrt, das heißt, es darf kein fremdes Pferd hinein. „Wir wollen uns schützen“, habe die Stallgemeinschaft entschieden.

Die Vorsicht ist auch der Grund, weshalb viele der Laternenumzüge im Kreis Soest dieses Jahr wohl ohne Sankt Martin „hoch zu Ross“ stattfinden werden. Viele Pferdebesitzer lassen aus Angst vor Druse ihre Tiere nicht aus dem heimischen Stall beziehungsweise von der Koppel. Denn die hochansteckende Krankheit kann leicht übertragen werden. Vor allem bei jungen Pferden ist ein schwerer Verlauf mit eitrig entzündeten Lymphknoten im Kopf möglich, so Kreis-Veterinär Hopp.

Einen Impfstoff gegen Druse soll es in den USA geben. In Deutschland sei dieser Hopps Kenntnis nach aber nicht zugelassen – und eine Impfung übrigens auch nicht notwendig. „Es gibt schlimmere Krankheiten für ein Pferd, zum Beispiel Herpes.“ Ein Impfschutz gegen diesen Virus sei häufig Pflicht – zum Beispiel bei Pensions- oder Turnierpferden.

Zurück zum traditionellen Martinsumzug: Der Heilige darf sich auch dieses Jahr wieder reitend dem Bettler nähern. „Wenn das Pferd gesund ist, besteht keine Ansteckungsgefahr“, sagt Dr. Wilfried Hopp und wiederholt: „Es gibt keine Beschränkungen, das gilt auch für die Martinsumzüge im Kreis Soest.“    krt

09.11.2017 17:33
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