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LIPPSTADT
„So schnell wie möglich die Notbremse ziehen“

LIPPSTADT - Unsinnig, überflüssig, reine Geldverschwendung: Die Reaktionen der Patriot-Leserinnen und -Leser auf die angekündigte Freibad-Schließung und den Bau des Allwetterbades sind - unabhängig von der Frage, ob die Stellungnahmen repräsentativ sind - in ihrer Ablehnung eindeutig. Sowohl in den Leserzuschriften als auch in den Beiträgen im Diskussionsforum auf der Patriot-Homepage sprechen sich die Kritiker sowohl gegen das überraschende Aus fürs Freibad als auch gegen die Pläne für das zwölf Millionen Euro teure Kombibad aus.

Es sollte „alles so bleiben, wie es ist“, weil dann der Badbesuch „für jeden finanzierbar“ bleibe - dieser Ansicht ist ein Leser („Chris“) im Patriot-Forum. „Außerdem kann man kein Geld ausgeben, was man nicht hat.“ Mit Blick auf die höheren Eintrittspreise und die vom Kämmerer angekündigte Erhöhung der Grundsteuer meinte er: „Aber hierzu sollen wir wieder gemolken werden, obwohl wir das teure Bad nicht brauchen.“

Forum-Diskutantin „Margret“ fühlt sich angesichts des Umstands, dass „der Bürger häppchenweise von immer mehr Einschränkungen erfährt“, von den Politikern „verhöhnt“. Die Steuern würden erhöht, das Lehrschwimmbecken in Dedinghausen geschlossen. Die Bürger seien „doch recht zufrieden mit dem vorhandenen Angebot, das man nach sinnvoller Instandsetzung sicherlich noch Jahre gut nutzen könnte“. Das Argument, dass jetzt bereits viel Geld in die Planung investiert worden sei, sei ein schlechtes. „Nur weil man schon Mist verzapft hat, muss man doch nicht noch weiter Mist machen.“ Ihr Rat: „So schnell wie möglich die Notbremse ziehen.“

„Zwölf Millionen sind unverantwortlich“

Nach einem anderen Forums-Beitrag („Mary“) „beneiden uns andere Städte um unser Freibad mit schönem alten Baumbestand, 50-Meter-Bahn, bezahlbaren Eintrittspreisen“. Dagegen würden die Politiker „blindlings und unbeirrbar ‚ihr‘ Projekt in die Realität umsetzen, ohne Rücksicht auf Sinn oder Unsinn, Bezahlbarkeit, spätere Unterhaltskosten, Bedürfnisse und Wünsche der Lippstädter Bürger“. Die bereits „verjubelten“ Planungskosten von einer halben Mio. Euro „hätte man auch für Renovierung und Instandsetzung verwenden können“, schreibt die Leserin.

Forum-Teilnehmer „Bimiel“ wendet ein, dass die Wasserfläche unter dem aus seiner Sicht überflüssigen Cabriodach („In Senden ist das nur an 40 Tagen im Jahr geöffnet“) nur die Fläche wie im Jakob-Koenen-Bad habe und zu klein sei. Folge sei, dass „immer weniger Schulkinder schwimmen lernen und Schwimmvereine, die dafür einspringen, lange Wartelisten haben“. Wenn man ein „Minibecken“ mit 25 Metern bauen wolle, müsse dies „mindestens sechs Bahnen haben“ (und nicht wie bislang geplant fünf). „Zwölf Millionen für ein Bad auszugeben, das von der Wasserfläche für Lippstadt viel zu klein ist, ist unverantwortlich.“

In einem weiteren Forums-Beitrag („Hallo wach“) heißt es, dass „die Vereine regelrecht hingehalten und verarscht“ worden seien. Dabei hätten deren Vertreter „viel Zeit geopfert, um diese Posse noch in ein vernünftiges zukunftsorientiertes Bad umzuwandeln“.

Katharina Tursi fragt sich in ihrer Stellungnahme, ob Familien mit Kleinkindern demnächst alle zum Alberssee fahren sollen; „der platzt schon jetzt aus allen Nähten“. Und Forum-Teilnehmer „Riverside“ prophezeit „Chaos am Alberssee“ und hofft, dass „die Bevölkerung Druck machen kann, dass das Freibad im Sommer doch noch geöffnet ist“. Ein Diskutant ist derweil „gespannt, was die Jugendlichen im Sommer in der Stadt tagsüber so anstellen“.

Ihre Enttäuschung über das überraschende Freibad-Aus äußert auch die elfjährige Johanna: „In diesem Jahr kein Freibad, im nächsten Jahr ein Kombibad, das ich mir nicht leisten kann“. Und ihre Eltern hätten „auch nicht immer Lust und Zeit, mich nach Erwitte, Anröchte oder Soest zu kutschieren“. Ihr Fazit: „Echt doof!“

Dass die heutigen Bäder nicht mehr zeitgemäß seien, wie Bürgermeister Christof Sommer erklärt hatte, lässt ein Leser („T. Trick“) nicht gelten. „Das einzige, was hier nicht zeitgemäß ist, ist die Basta-Politik von Stadtrat und Bürgermeister. Ich glaube, die Bürger wollen auch ein Mitspracherecht! Stuttgart 21 lässt grüßen.“

Einzig eine zustimmende Reaktion kommt - aus Soest (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). „Erik de Bug“ schreibt: „Wer ein neues Bad haben will, muss leiden. Genug geredet und diskutiert jetzt. Also ran an die Schaufeln, fertig, los !“ - hei

08.02.2011 18:15
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  Früh Schwimmer, Lippstadt 09.02.2011 09:43:06
Ich bin genauso verärgert über die Entscheidung, das Kombi-Bad zu bauen und das Freibad schon dieses Jahr geschlossen zu lassen, wie die meisten meiner Vorredner. Für mich völlig unverständlich ist überhaupt die Entscheidung ein solches Bad hier in Lippstadt zu bauen. Man muss sich doch nur einmal fragen, wer denn den größten Teil derer ausmacht, die ins Freibad gehen: Familien mit Kindern und Bahnenschwimmer! Und genau diese beiden Gruppen sind die Benachteiligten, denn 1. die Eintrittspreise werden sich erhöhen, folglich kann sich das kaum noch eine normale Familie leisten, und 2. gibt es nur noch die 25m-Bahn, was für die Freizeitschwimmer, aber vor allem die Vereine ein herber Verlust sein wird! Das Kombibad wird, meiner Meinung nach, das Stadtsäckl noch weiter schröpfen, als dass es ein Gewinn für die Stadt ist, in jeglicher Form! Vielleicht sollte man sich dort hochoben in den anderen Sphären, wo die Entscheider ja anscheinend zu sitzen scheinen, mal damit auseinandersetzen, was der Bürger, der aktiv das Freibad in Lippstadt nutzt, eigentlich will. Nämlich: das Freibad so wie es jetzt ist, behalten mit seiner 50m-Bahn und den momentan Eintrittspreisen, und nicht ein Hightech-Kombibad, das uns Verbraucher wieder mal nur kostet kostet kostet....
  Wolfgang Neumann, 59558 Lippstadt 09.02.2011 11:04:57
Irgendwie sind unsere Politiker gleich. Hier wird gespart und die Dauerbesucher des Freibades werden vergrault. Aber egal. Im Sommer gibt es ja den Alberssee oder sonstige Tümpel. Vielleicht werden auch viele Badegäste nach Außerhalb abwandern, weil es da noch Freibäder gibt (Erwitte, Anröchte usw.) Unsere Politiker verstehen es gut die Bewohner von Lippstadt zu vergraulen. Und Herr Sommer oder Herr Müller sollen mir nicht erzählen, das dieses Jahr das Kombibad begonnen wird. Dafür ist schon viel zu viel Planungszeit vergangen. Man kann ein Projekt auch zerplanen. Genauso ist das beim Güterbahnhof.
  Spaßbadgegner!!!, Lippstadt 09.02.2011 12:06:09
Eine Frage mal am Rande... Wann waren unsere Herren Politiker denn das letzte mal als Privatperson im Lippstädter Freibad???? Ich kann mir kaum vorstellen das die Herren in den letzten Jahren dort zu Gast waren - denn DANN hätten Sie selbst erkennen müssen das die jetzige Wasserfläche an typischen Freibadtagen sehr voll ist. Wie bitte soll eine Stadt wie Lippstadt dann mit einer kleineren Fläche auskommen???? Warum kann man das jetzige Freibad nicht umentwickeln und das jetzige Becken weiterhin sinnvoll nutzen? Keine Privatperson reisst sein Haus ab nur weil ihm ein Zimmer fehlt......
  Carsten Hille, Lippstadt 09.02.2011 12:33:31
Leserbrief: Bitte veröffentlichen! Demonstrieren wie bei Stuttgart 21 gegen Freibandschließung. Zur Zeit wohne ich noch in Sichtweite des schönsten Freibades im Kreis Soest. Über die jetzigen Beschlüsse des Stadtrates kann ich mich nur wundern. Das Freibad wird geschlossen und ein Planschbecken mit fünf Bahnen dafür gebaut. Ist Lippstadt ärmer als in den vergangenen 70 zig Jahren das es jetzt dieses Bad schließt was so lange Bestand hatte? Ich bin für Demos wie bei Stuttgart 21. Es kann nur politischer Wille sein von Wassersportignoranten. Im jetzt geplanten Becken kann man nicht mehr schwimmen und das ist das Wichtigste an einem Freibad !!! Für wen macht Ihr Politik lieber Rat? Für den Bürgerwillen doch wohl nicht!
  Dr. Prodehl Peter, Lippstadt 09.02.2011 12:57:46
Man sollte das Geld sparen, davon das Freibad renovieren und von dem anscheinend vorhandenen Geld eine schöne Sporthalle bauen, denn da haben wir in Lippstadt echte Kapazitätsprobleme!
  C. Backhaus, 09.02.2011 14:04:34
Wenn das neue Freibad 12 Millionen Euro kostet, dann sind das gut 20% der Verschuldung Lippstadts. Unser Freibad ist schön, weil es uns in der Vergangenheit viel Spaß gemach hat. Was ist denn heute anders? Nur weil Soest, die fast doppelt so viel Schulden haben (120 Millionen) sich eins geleistet hat, brauchen wir es nicht. Wir sollten nicht den gleichen Fehler machen! Bevor Lippstadt nicht den Haushalt hinbekommt, brauchen wir an so einem Spaßbad nicht einmal zu denken. Ich kann schließlich nur das Geld ausgeben, das ich habe! Wer mit unserem schönen Freibad nicht zufrieden ist, sollte nach Soest gehen! Außerdem würde das "Spaßbad" auf Dauer mehr Miese machen, wie das heutige, weil viele den erhöhten Eintritt nicht zahlen werden....
  Franz-Josef Weddemann, lippstadt 09.02.2011 15:31:37
Ein Minibad, das nur beschränkt von Vereinen/Schulen genutzt werden kann ist nicht zeitgemäß. Eine verschuldete Stadt, die auf dem Rücken der Bürger eine nicht bedarfsgerechte Planung mit jetzt schon angekündigten Kosten auf die Schultern aller Bürger abwältz, sollte den Mut haben, ein solches Projekt noch rechtzeitig abzubrechen. Entstehungs- und Folgekosten werden untragbar sein. Ein Combi-Minibad ...niemand will so etwas, weil es keine Verbesserung ist.
  Friedhelm Fischer, Lippstadt 09.02.2011 18:33:16
Betreff: Allwetterbad Zunächst einmal steht fest, daß der Bürger nicht gefragt worden ist, ob er ein solches Spaßbad haben will. Hier ist nach Gutsherrenart von den Mitgliedern des Stadt-rates und des Bürgermeister entschieden worden. Dieses vorgehen ist unverantwortlich und nicht demokratisch. Desweiteren muß nachgefragt werden, wer den Planungsauftrag erteilt hat und ob man diese enorme Summe von ca. 1,5 Millonen von den Kostenverursachern zurückfordern kann. Warum konnten diese Planungsarbeiten nicht vom Lippstädter Bauamt erbracht werden. Hier sind doch genügend Fachleute. Warum ist keine Bedarfsplanung für soch ein Luxusbad durchgeführt worden. In der wasserreichsten Stadt Westfalens Lippstadt gibt es genügend Möglichkeitenzum planschen baden und schwimmen. 1. Die Lippe 2. die Nebenflüsse der Lippe 3. Jede Menge Badeseen u. a. den Alberssee 4. Das hervorragende Freibad mit 50 m Bahn am Jahnplatz 5. Die Solebäder Bad Waldliesborn, Bad Westernkotten und Bad Sassendorf. Alle sind zu Fuß mit dem Fahrrad oder Auto in spätestens 20 Minuten zu erreichen. Das geplante Allwetterbad ist überflüssig wie ein Kropf, ganz zu Schweigen von den mindestens 15 Millionen Euro Wer soll eigentlich bei der völligen Überschuldung von Lippstadt die fälligen Annuitäten bezahlen. Ganz zu schweigen von den unheimlich hohen Unterhaltskosten. Den Lippstädter Bürger kann ich nur dazu raten eine Bürgeriniatiive zu gründen und gegen diesen Schwachsinn unserer Volksvertreter zu demonstrieren. 1. ,
  Christian Gönning, Lippstadt 13.02.2011 11:04:32
Ich habe absolut kein Verständnis dafür, das man in Lippstadt so ein Kombibad baut. Wer so ein Kombibad unbedingt besuchen möchte, der ist auch in der Lage nach Soest oder Gütersloh zu fahren und den entsprechenden Preis dafür zu bezahlen.Wenn das Kombibad in Lippstadt gebaut wird kann ich es mir nicht mehr leisten mit meinen Kindern jeden Tag dorthin zu gehen. Saniert das Freibad besser und macht es fit für Wettkämpfe des Schwimmvereins. Dann bekommt ihr bestimmt auch Zuschüsse dafür. Ich hoffe das das Kombibad nie gebaut wird. (Aber was hat der Volksmund schon mitzureden !!!!)
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