Anröchte - Deutscher Punkrock ist tot? Von wegen! Als Jupiter Jones am vergangenen Samstag die große Bühne des Big Day Out betraten, war allen klar, dass die nächsten anderthalb Stunden durchgerockt werden.
Das Vierergespann Nicholas Müller (Gesang und Gitarre), Sascha Eigner (Gitarre), Andreas Becker (Bass) und Marco Hontheim (Schlagzeug) wird seinem guten Ruf dabei durchaus gerecht, was man leicht am Lautstärkepegel des begeisterten Publikums erkennen konnte. Das eindeutige Highlight des Auftritts war ihr erfolgreicher Song „Still“, der das Publikum für eine kleine Zeit in eine überraschend besinnliche Stimmung versetzte und der bei einem Abendkonzert sicherlich einige hochgehaltene Feuerzeuge für sich hätte verbuchen können.
Die vier charismatischen Jungs rockten aber nicht nur die Bühne, sondern nahmen sich auch Zeit für ein Interview mit dem Patriot und verrieten unter anderem, was den Zauber des Live-Spielens ausmacht und welche Botschaft hinter ihren Songs steht.
Es gäbe im Moment zwar viele Bands, die deutsche Texte spielen, jedoch sei Jupiter Jones immer noch einzigartig, so die Aussage der Band. Auf der einen Seite hätten sie mit Frontmann Nicholas Müller eine einzigartige Stimme im Ensemble und auf der anderen Seite seien da noch die Texte, die nicht nur bloßes Wortgeklingel seien, sondern hinter denen immer auch eine Botschaft stecke. „Ob unsere Texte zusammen eine allgemeine Botschaft haben? Das ist eine Frage, die wir uns auch oft schon selbst gestellt haben. Ich glaube, dass wir sagen wollen, dass das Leben anstrengend und schwer sein kann, dass man aber immer weitermachen und durchhalten sollte, weil es eben auch schön ist“, so Müller.
Dass das Leben auch schön sein kann, merkt derjenige schnell, der Jupiter Jones einmal live gesehen hat. Als Vollblutmusiker genießen die Jungs ihre Live-Auftritte sehr, sprechen sogar von einem Kribbeln im Bauch und von dem Eintauchen in eine Art Parallelwelt. Jedoch haben auch die Studioaufnahmen ihren ganz eigenen Charme. Besonders stolz ist die Band auf ihre Fanbase, die nach ihrer Beschreibung sehr offen für musikalische Experimente sei. So würde niemand gleich losschreien, wenn einmal mit elektronischem Sounds rumprobiert wird. Trotzdem planen die vier Rocker für die Zukunft erst einmal keine radikale Weiterentwicklung.
Auf die Frage, wie lange Jupiter Jones noch Musik machen möchte, weiß Schlagzeuger Marco Hontheim gleich eine Antwort: „So lang wie es kickt, vielleicht sogar länger! Am liebsten würde ich noch im Rollstuhl Schlagzeug spielen.“ Allgemein wünschen sich aber alle, dass es mit dem Erfolg weitergeht, da sie sich im Moment gut im Musik-Business etabliert haben und natürlich, dass die Fans weiterhin so offen und begeistert bleiben, wie sie es jetzt sind.