Störmede: „Bloß nicht abreißen“
Viele Störmeder Bürger haben einen Herzenswunsch:Der Schlossruine soll wieder neues Leben eingehaucht werden
STöRMEDE - Der Kulturrings-Vorsitzende Franz Pieper hat die Worte der zuständigen Denkmalpflegerin noch im Ohr. „Bloß nicht abreißen, hat die Dame zu mir gesagt“, berichtete der Störmeder jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Rede ist von der alten Schlossruine im Herzen des Dorfes.Wenn die Störmeder das mittlerweile doch sehr marode Baudenkmal betrachten, kommt hier und da schon ein wenig Wehmut auf. „Wir hatten 1100 Jahre Adel im Dorf. Schade, dass diese Zeiten vorbei sind“, findet etwa Josef Becker. Der Störmeder kann sich gut an das Jahr 1964 erinnern. Damals hat die Familie von Ketteler das Anwesen an das damalige Amt Störmede vermacht. Anfang der 70er Jahr sollte das historische Bauwerk, das sich heute im Besitz der Stadt befindet, zu einem Altenwohnheim umgebaut werden. „Die Pläne waren weit fortgeschritten“, erinnert sich Ortsvorsteherin Maria Sprink. Gescheitert sei das Vorhaben dann aber an umliegenden Landwirten.Seitdem verkommt das alte Gemäuer, das schon seit Jahrzehnten kein Dach mehr über dem Kopf hat, zusehends. Nicht länger mit zusehen, wie die Ruine in sich zusammenfällt, wollen deshalb viele Störmeder. „Ich will das Schloss noch einmal komplett erleben“, spricht Franz Pieper einen Herzenswunsch vieler Störmeder aus. Nicht nur mit der Denkmalpflege, sondern auch mit zwei Architekten hat der Kulturrings-Vorsitzende deshalb bereits Kontakt aufgenommen. Einhelliger Tenor: „Wieder aufbauen.“ Die Voraussetzung dafür ist eine neue Nutzung des Baudenkmals. Denkbar wäre nach Ansicht Piepers etwa ein Gastronomiebetrieb im Gewölbekeller. Josef Becker hält sich da etwas bedeckter. „Ein erster Fortschritt wäre es, wenn das Gebäude wieder so abgesichert wird, dass man es betreten kann“, so Becker. „Vielleicht könnten dann dort irgendwann mal wieder Veranstaltungen stattfinden“, vergleicht er das Areal von der Atmosphäre mit der Stiftsruine in Lippstadt.Peter Stephan, Dorfbewohner und stellvertretender Bauamtsleiter der Stadt Geseke, weiß jedoch, dass diese Wünsche mit den geringen städtischen Mitteln kaum umzusetzen sind. Die Initiative, da waren sich die Störmeder schließlich einig, müsse deshalb aus dem Dorf selber kommen. df