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WIRTSCHAFT
Tausende Kontrollen

Kreis Soest - Dioxin in Eiern im Januar, EHEC auf Sprossen im Mai und Rußpartikel auf Obst und Gemüse in Welver-Vellinghausen im Juni: Skandale und aktuelle Ereignisse hielten die Lebensmittelüberwachung des Kreises Soest im vergangenen Jahr auf Trab. Die zusätzliche Belastung hinderte die Mitarbeiter allerdings nicht, insgesamt 3993 reguläre Kontrollen in 2755 Betrieben durchzuführen. Im Vorjahr hatte es insgesamt 4519 Überprüfungen in 2917 Betrieben gegeben.

Der Rückgang wurde durch eine Vakanz verursacht, wie der Kreis Soest berichtet. Seit August 2011 sei das Team der Lebensmittelkontrolleure aber nicht nur wieder komplett, sondern sogar von fünf auf sechs Köpfe aufgestockt worden. Sandra Radtke (29) und Stefan Risse (40) fingen im Veterinärdienst an und erlebten gleich den Umzug der Abteilung samt Lebensmittelüberwachung vom Kreishaus ins neue Rettungszentrum. Die beiden Auszubildenden des Kreises hatten im Juli 2011 erfolgreich absolviert. Sandra Radtke ist gelernte Hotelfachfrau und Diplom-Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie und nun zuständig für Welver, Lippetal sowie die Ortsteile von Lippstadt. Stefan Risse, von Hause aus Koch- und Küchenmeister, betreut Warstein, Möhnesee und Bad Sassendorf. Studium oder Meisterausbildung sind Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur.

Bei 1623 der im vergangenen Jahr durchgeführten Kontrollen (40,7 %) monierten die Mitarbeiter geringe Mängel (Vorjahr: 38,3 %), in 556 Fällen Mängel (13,9 %; Vorjahr 9,3 %) und in 29 Fällen schwere Mängel (0,7 %; Vorjahr 0,3 %). Für Dr. Eberhard Büker, Leiter der Lebensmittelüberwachung, liegen die Abweichungen im Rahmen einer normalen statistischen Schwankungsbreite.

Als geringe Mängel rügt die Lebensmittelüberwachung zum Beispiel den fehlenden Deckel auf dem Mülleimer, Fliesenschäden oder leichte Verschmutzungen. Mängel sind u.a. fehlende Eigenkontrollmaßnahmen, ein verdorbenes Lebensmittel oder mehrere ältere Verschmutzungen. Als schwere Mängel eingestuft werden nicht beseitigte Brand- oder Wasserschäden am Gebäude, das Vorhandensein von mehreren verdorbenen oder abgelaufenen Lebensmitteln sowie Zustände, die Ekel erregend für jeden Verbraucher oder sogar gesundheitsgefährdend sind. „Natürlich führt eine Vielzahl von Mängeln, die in der Summe auch eine größere Wirkung haben, zu einer höheren Einstufung“, erläutert Dr. Büker.

Die Lebensmittelkontrolleure des Kreises zogen insgesamt 1811 Proben (Vorjahr 1720). Davon wurden 248 beanstandet (13,7 %; Vorjahr 12,9 %) und 138 bemängelt (7,6 %; Vorjahr ebenfalls 7,6 Prozent). Konkrete Verbraucherbeschwerden führten zu 22 Probennahmen und 76 Betriebsbesuchen. Die Kontrollen lösten 87 Ermittlungsverfahren nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aus (Vorjahr 92), von denen 18 eingestellt wurden und 15 noch laufen. 52 Bußgeldbescheide wurden ausgestellt (Vorjahr 47) und insgesamt 21 039 Euro an Buß- und Verwarnungsgeldern kassiert (Vorjahr 17 184 Euro).

30.01.2012 19:04
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