LIPPSTADT

„Tierisch unterwegs“ mit neuem Kastenwagen

Lippstadt - „Tierisch unterwegs“ sind die Mitarbeiter des Lippstädter Tierschutzvereins. Sie durften einen der 50 Tierhilfewagen entgegennehmen, die der Deutsche Tierschutzbund in Paderborn an Mitgliedsvereine aus ganz Deutschland übergeben hat.

„Das Auto ermöglicht uns mehr Flexibilität“, sagt Sabine Mann, 1. Vorsitzende des heimischen Tierschutzvereins. „Wir können die Tiere sicher transportieren - sei es die Fahrt zum Tierarzt, zu Vermittlungsstellen, zum Abholen von Futterspenden oder um Schutzfälle aufzunehmen“, freut sie sich über den neuen Opel Combo.

Vor allen Dingen auch, weil das aktuelle Tierheim-Auto - mittlerweile zwölf Jahre alt - im letzten Jahr gelitten hat: „Wir hatten damit einen schweren Unfall“, sagt Mann. Anschließend wurde das Fahrzeug repariert. Geld für eine Neuanschaffung hat das Tierheim nicht. „Rücklagenbildung ist nicht möglich.“

Vor allen Dingen der Hundetrakt müsse saniert werden - ebenso stehe eine Feuchtraumsanierung auf der Agenda. „Das ist wirklich dringend“, erklärt Mann. „Seit 25 Jahren ist nichts passiert. Es müsste alles einmal richtig gemacht werden.“ Vor allen Dingen mit Blick darauf, dass an die Tierheime immer höhere Anforderungen gestellt würden.

Ein Sanierungszuschuss in Höhe von 20 000 Euro, den das Tierheim von den neun Kommunen (Lippstadt, Anröchte, Büren, Erwitte, Geseke, Lippetal, Rüthen, Wadersloh und Warstein) bekommen habe, sei 2015 in eine neue Schließanlage, eine dringend erforderliche Zaunsanierung und eine neue Abwasserpumpe geflossen.

Und auf die Gelder aus einem beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) gestellten Förderantrag warte das Tierheim nun seit zwei Jahren. „Um kostendeckend zu wirtschaften, müsste pro Einwohner der neun Kommunen ein Euro ans Tierheim gehen“, erklärt. „Das ist unser Ziel“, sagt sie.

Auf die finanziell angespannte Lage der Tierheime machte auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, bei der Übergabe der geräumigen Kastenwagen aufmerksam. „Die Kommunen ziehen sich zunehmend aus der Pflichtaufgabe zurück und lassen den karitativen Tierschutz ausbluten“, sagte er. „Die Tierschutzvereine stehen vor einer endlosen Liste mit immer neuen Aufgaben.“ Unter anderem kritisierte er, dass es noch keine Kastrationspflicht für Katzen gebe oder – mit Blick auf tierische Exoten –, bundesweite Regelungen, welche Tiere gehalten werden dürfen.

Mit den geräumigen Kastenwagen wolle man den Vereinen unter die Arme greifen. „Tierhilfewagen sind oft nicht mehr leistbar, aber für die Arbeit unverzichtbar.“ Gemeinsam mit den Landesverbänden habe der Deutsche Tierschutzbund deshalb 50 Mitgliedervereine ausgewählt, die einen Opel Combo erhalten. Dafür habe der Deutsche Tierschutzbund, der sich allein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziere, rund 700 000 Euro investiert.

Die geräumigen Kastenwagen, die von Opel speziell für den Transport lebender Tiere ausgestattet wurden, bieten einige Vorteile. Trenngitter, Anhängerkupplung, Käfigsicherungen, Klimaanlage, eine Ladefläche, die sich mit einem Gabelstapler ansteuern lässt: „Die Fahrzeuge sind multifunktional“, sagt Schröder und dankte auch dem Autohersteller für die „Partnerschaft“. „Wir sind froh, die Arbeit deutscher Tierheime zu unterstützen“, sagte Frank Hägele, Opel-Direktor Verkauf Groß- und Gewerbekunden.

Die Tierschützer aus ganz Deutschland, die zur Schlüsselübergabe nach Paderborn gekommen waren, konnten die neuen Fahrzeuge vor Ort auf Herz und Nieren prüfen. Nach einer Einführung ging es für sie auf das ADAC-Trainingsgelände. Aquaplaning oder das richtige Bremsen – beim Fahrsicherheitstraining war voller Einsatz gefragt. Ebenso stand eine Theorieschulung zur Sicherung von Tieren im Auto auf dem Programm. Für das heimische Tierheim gaben Leiterin Britta Langner und Heimtierpfleger Alexander Jücker auf der Teststrecke in Paderborn mächtig Gas. „Sie schulen unsere Mitarbeiter anschließend im Umgang mit dem Fahrzeug, damit wir möglichst schnell Routine bekommen“, sagte Sabine Mann. - cc

26.01.2016 17:20
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, zu hause 30.01.2016 10:08
Die finanzielle Klemme,in der die Tierheime stecken,wundert mich nicht besonders! Das trifft nicht auf alle Tierheime zu,aber wer schon mal versucht hat,ein Tier aus "manchem"Tierheim zu holen -egal welcher Art -weiss,was teils für absurde Forderungen an die neuen Halter gestellt werden.Das geht teilseise so weit,das Tierheimbschäftigte sich für das private Umfeld der Halter interressieren,deren Einkommen und der Wohnungsgröße.Ganz zu schweigen davon,daß man für ein Tier einen teilweise weit höheren Preis,als im Zoohandle bezahlen soll,die auch schon fragwürdig sind . . . .Wie gesagt:Es gibt sicherlich auch andere Tierheime,aber die,die ich kenne,lassen miich weiterhin Tiere beim Züchter kaufen,als die "armen Kreaturen"aus dem Heim zu retten . . . Und dann gibt es da noch ab und an die zweifelhafte Gesinnung einiger Tierheimleitungen zu PETA und Co. . . . .
No , Lippstadt 27.01.2016 07:58
Die Kommunen lassen den karitativen Tierschutz ausbluten - sieht man wie manche Tierheime sich zusätzlich Tiere aus dem Ausland beschaffen, scheint ein gewisses Maß an Rückzug der öffentlichen Hand nicht unangebracht.
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