ANRÖCHTE

Untrennbare Verbindung

Anröchte - Ein ungewöhnliches Bild bietet sich in den kommenden Wochen den Besuchern des Anröchter Steinmuseums: Zwischen Gesteinen und alten Werkzeugen erstrahlen prächtige Kleider und Uniformen längst vergangener Schützenfesttage. Eine mittelalterliche Armbrust hängt von der Decke, eine Fahne, an der der Zahn der Zeit bereits genagt hat, schmückt die Wand und zahlreiche Dokumente und Bilder bieten Einblicke in die Geschichte des heimischen Schützenwesens.

Am Samstag wurde mit einer kleinen Feier die Sonderausstellung im Vortragsraum eröffnet, die sich im Zuge des 400-jährigen Jubiläums des Anröchter Männerschützenvereins mit dem ereignisreichen Werdegang des MSV beschäftigt. „Alt und Jung sollen sich an dieser Ausstellung erfreuen“, betonte Heiner Mendelin, Vorsitzender des Heimatvereins, der Träger des Museums an der Hauptstraße ist. Der Heimatkundler hatte in mühevoller Kleinarbeit die Kirchenbücher seit dem Jahr 1500 durchgesehen, um die erste schriftliche Erwähnung der Anröchter Schützen zu finden - und stieß auf einen Eintrag am 18. Juli 1614. Dieser Beleg sowie zahlreiche andere Relikte der hiesigen Schützenvergangenheit sind in den kommenden Wochen jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr bis einschließlich des Steinfestes im August zu sehen.

Heiner Mendelin nahm die Eröffnungsgäste während seiner Begrüßung mit auf eine Reise in die Vergangenheit. So wurden im Jahr 1614 nicht nur die Anröchter Schützen erstmals erwähnt, auch wurde unter anderem die „Ursula Glocke“ gegossen und 55 Anwohner starben an der „roten Ruhr“, eine Infektionskrankheit. Bei der Feier war auch der stellvertretende Bürgermeister Karl Schmidt zugegen, der während seiner kurzen Ansprache die Vermutung anstellte, dass das Schützenwesen in Anröchte noch älter sei als es die erste schriftliche Erwähnung erahnen lässt. Pfarrer Sven Fröhlich lobte die Emsigkeit der Personen, die die Ausstellungsstücke zusammengetragen und die Recherche betrieben haben. „Was der Heimatverein an Exponaten zusammengetragen hat, ist schon außergewöhnlich“, lobte auch Günter Brunnen, 1. Vorsitzender des MSV, die geleistete Arbeit und wünschte der Ausstellung das, was sie verdient habe: viele Besucher.

Laut Mendelins Meinung ist ein eher unscheinbarer silberner Vogel das vielleicht interessanteste Ausstellungsstück. Wie in diesem Zusammenhang der Anröchter Friedhelm Sommer erklärte, handelt es sich hierbei um eine Insignie, die von der Adelsfamilie von Meschede 1614 gespendet wurde und die von dem Schützen in Anröchte getragen werden durfte, der beim Vogelschießen, damals noch ein Übungsschießen, der Beste war. Sommer, seines Zeichens Stadtarchivar in Rüthen, sieht in dem Steinmuseum eine stimmige Umgebung für die Exponate: „Schützen und Steine sind in Anröchte untrennbar miteinander verbunden.“ - so

30.06.2014 18:08
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