OMS Werbung
Snippets
Artikelansicht
KREIS
Wie im Kleinen so nicht im großen Ganzen

KREIS SOEST - Beim Thema Ökumene wird es schwierig, zumal wenn es um das große Ganze geht. Das weiß auch Superintendent Dieter Tometten, der jetzt in seinem Bericht an die Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Soest dem Miteinander von Katholiken und Protestanten rund 40 Druckzeilen widmete. Sozusagen der Wein (ein in der Bibel angeblich mehr als 400 Mal erwähntes Getränk) ist in der Ökumene die vor Ort „oft gute Zusammenarbeit“ zwischen katholischen und evangelischen Gemeinden. „Sie ließe sich als Modell der Zukunft weiter entwickeln“, meint der Superintendent.

In diesen Wein der Freude fallen aus Tomettens Sicht indes ernüchternde Wassertropfen. „Es wäre schön“, formuliert der Superintendent ein wenig kompliziert, „wenn die Akzeptanz dieses Modells von der Dynamik der kirchenleitenden Ökumenik und ihrer Theologien gedeckt wäre.“ Doch fügt er mit einem Anflug von Resignation hinzu: „Das sehe ich nicht so.“ Wie im Kleinen so nicht im großen Ganzen, könnte man sagen.

Bei allen Problemen mit Blick auf ersehnte große Schritte in der Ökumene beobachtet Tometten dennoch „Herzerfrischendes“ - etwa die Gastfreundschaft für eine evangelische Gesprächsgruppe in einem katholischen Gemeindehaus oder die katholische Leiterin eines evangelischen Altenpflegeheims. „Nicht wenige Kirchenmitglieder arbeiten gleichzeitig in der evangelischen und katholischen Gemeinde mit, weil es zu ihrer Familiensituation passt und weil sie sich gebraucht wissen.“ Grenzen kirchlicher Institutionen würden „relativer erlebt“ und nicht mehr so, wie sie einmal gedacht waren.

Am spannendsten finde er jene Bereiche, wo das jeweils andere Erbe sich im Eigenen plötzlich als fruchtbar erweist, meint der höchste Repräsentant von knapp 70 000 evangelischen Christen in der Region. „Protestanten entdecken Meditation und sinnliche Formen wieder, fangen an zu pilgern. Bei katholischen Gemeinden denke ich zum Beispiel an ihre Lebendigkeit auf lokaler Ebene. Es ist offenkundig möglich, auch in kleinen Dörfern oder Wohnbezirken aus der Initiative der Gemeindeglieder authentisches Gemeindeleben aufrecht zu erhalten.“

In diesem, wie Tometten formuliert, „ökumenischen Lernen können wir eigene Stärken wiedererkennen und hoffentlich wiederentdecken“. Kirche als Institution werde dabei so zu gestalten sein, dass „das authentische Leben am Ort nicht mehr an zu eng gefassten Grenzen ermüdet“. - fe

18.07.2012 18:40
Vorlesen
Werbung
Artikel kommentieren
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein:
neuen Code generieren
Suche
Ticker
Lokal
Überregional
Videogalerie
17.04.2013
Großbaustelle Flughafen Paderborn-Lippstadt
1
Meistgelesen
Meistgelesen
Meistkommentiert
Wetter
Kalenderblatt
Heute, 26.05.2013
21. Kalenderwoche
146. Tag des Jahres
Noch 219 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Zwillinge
Namenstag: Alwin, Philipp
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297