OMS Werbung
Snippets
Artikelansicht
LIPPSTADT

Zinswetten: Steigt der Verlust auf 5,5 Mio. Euro?

LIPPSTADT - Die riskanten Finanzgeschäfte der Stadt, durch die möglicherweise in den nächsten Jahren millionenschwere Löcher in die Stadtkasse gerissen werden, haben hinter den Kulissen in dieser Woche kräftig Staub aufgewirbelt. Sowohl im Stadthaus wie auch in den Ratsfraktionen geht es ob der drohenden Millionen-Verluste mächtig rund. Dabei zeichnet sich ab, dass die bisherige Drohverlust-Rückstellung von 1,1 Mio. Euro längst nicht ausreicht. Inzwischen stehen 5,5 Mio. Euro für das Bilanzjahr 2010 im Raum - 2011 wohl mit weiter steigender Tendenz.

Die Politiker drängen mit Nachdruck auf Aufklärung. Am Donnerstagnachmittag hat SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Kayser einen Antrag auf „unverzügliche Sondersitzung des Rates“ gestellt. Diesem Antrag war am Mittwoch eine interfraktionelle Sitzung der Fraktionsspitzen mit der Verwaltung vorausgegangen. Weil im Anschluss Zusagen der Verwaltung nicht eingehalten worden seien, so Kayser, habe er die Sondersitzung beantragt, um bei den riskanten Finanzgeschäften der Stadt endlich für Aufklärung zu sorgen.

Eigentlich sollte bis Ende Januar der Rechnungsprüfungsausschuss tagen und Licht in die risikoreichen Finanzgeschäfte bringen. Doch der Termin für die Sitzung ist inzwischen geplatzt und ein neuer noch nicht angesetzt. „Solange hier kein Termin anberaumt ist, bleibt es bei unserer Forderung nach einer Sondersitzung des Rates“, machte Kayser unmissverständlich klar.

Anfang November war Kämmerer Rainer Strotmeier wegen seines risikoreichen Schuldenmanagements ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. „Die Stadt hat sich mit Schweizer Franken verspekuliert“, hieß es seinerzeit und sorgte für erste Kratzer am Image des städtischen Kassenwarts.

Um für drohende Ausfälle gewappnet zu sein, hatte Strotmeier über eine Million Euro Drohverlust-Rückstellung gebildet - und erst auf politischen Druck die Mitglieder des Stadtrats hinter verschlossenen Türen über die aus Sicht des Steuerzahlers eher unerfreuliche Entwicklung informiert (wir berichteten).

Bei den riskanten Geschäften geht es darum, Zinsunterschiede im Kreditgeschäft gegen Wechselkursunterschiede gegenzurechnen. „Das ist nichts anderes als eine Wette auf einen fallenden Kurs des Schweizer Franken“, urteilte ein Ratsmitglied.

Weitere Rückstellungen gebe es nicht, sagte Strotmeier Ende letzten Jahres. Doch die Informationen aus dem Stadthaus und der Politik lauten inzwischen ganz anders und nehmen sogar dramatische Ausmaße an. Statt von 1,1 Mio. Euro ist hinter vorgehaltener Hand vom sieben- bis achtfachen die Rede. Sogar von 12 bis 15 Mio. Euro wird schon gesprochen.

Darüber hinaus bekommt die Einschätzung der Verwaltungsspitze, dass die in die Kritik geratenen Finanztransaktionen als Geschäfte der laufenden Verwaltung einzustufen sind, inzwischen von der Örtlichen Rechnungsprüfung (ÖRP) einen kräftigen Dämpfer. - wp

03.02.2012 18:33
Vorlesen
Werbung
Artikel kommentieren
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein:
neuen Code generieren
  detlef griegoleit, lippstadt 06.02.2012 14:34:59
warum wird sowas nicht verboten?wie weit dürfen es diese herren denn noch treiben?es ist doch eine schande gegenüber den lippstädter bürgern,wenn die so weitermachen geht lippstadt richtung insolvenzverwalter!notfalls werden die bürger hier kräftig gemelkt-denn die sind zu blöde um sich gegen solche geschäfte der hohen herren,zu wehren!
  Dieter Scholthaus, Utzenfeld 06.02.2012 22:21:34
Mit fremdem Geld zockt man nicht. Vor allem nicht mit Steuergelder. Die Verantwortlichen sollten persönlich die Konsequenzen tragen, bzw. zur Rechenschaft herangezogen werden. Das geht schon in Richtung Veruntreuung.
  N M, Geseke 07.02.2012 01:19:15
Keine Bange liebe Lippstädter, CDU und BG werden es schon richten. Die paar Millionen werdet ihr schon auf bringen.
  Eugen Richter, Lippstadt 08.02.2012 23:48:40
Wer Steuergelder leichtfertig aufs Spiel setzt und der Stadtkasse einen Verlust in Millionenhöhe beschert, sollte ganz schnell die Konsequenzen ziehen und seinen Stuhl räumen. Es ist die Pflicht des Bürgermeisters alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und schleunigst die notwendigen Schritte einzuleiten. Einschaltung der Kommunalaufsicht und Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen des Verdachts eines Dienstvergehens des Kämmerers oder wer die Zockergeschäfte auch immer unterschrieben hat. Andernfalls sollte auch der Bürgermeister schnell zurücktreten.
Suche
Ticker
Lokal
Überregional
Videogalerie
02.03.2012
Sprengung Zementwerk
1
Meistgelesen
Meistgelesen
Meistkommentiert
Tagebuch zum Stadtjubiläum
Wetter
Kalenderblatt
Heute, 22.05.2012
21. Kalenderwoche, 143. Tag des Jahres
Noch 223 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen: Zwillinge
Namenstag: Emil, Julia, Renate, Rita
HISTORISCHE DATEN
Sonnenaufgang:
aa
Sonnenuntergang:
a
Mondaufgang:
b
Monduntergang:
c
Mondphase:
d
mehr
Zeitungsverlag Der Patriot GmbH • Hansastraße 2 • 59557 Lippstadt • Postfach 2350/2360 • Tel.: (02941) 201-00 • Fax (02941) 201-297