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LIPPSTADT
„E-Center bietet Norden nichts Neues“

Lippstadt - Es widerspreche eigentlich allem: dem Einzelhandelskonzept, der bisherigen Planungspraxis und nicht zuletzt dem unabhängigen GMA-Gutachten. Doch nicht allein deshalb lehnt die BG-Fraktion den Bau eines Edeka-Centers am Waldschlösschen entschieden ab. Summa summarum biete das E-Center dem Norden nichts Neues, fasse das bereits vorhandene Sortiment lediglich zentral zusammen. Eine Entwicklung, die nicht ohne Folgen bleiben werde, mahnen die Fraktionsmitglieder unisono.

Schon jetzt sei eine gewachsene, ausgewogene Versorgungsstruktur im Lippstädter Norden vorhanden, sagt BG-Sprecher Hans-Dieter Marche. Und verweist in diesem Zusammenhang gern aufs GMA-Gutachten. Auch darin seien die Gefahren von Betriebsaufgaben und Leerständen aufgezeigt. Mit Umsatzeinbußen von über 30 Prozent müssten beispielsweise der am Triftweg ansässige Carekauf sowie auch der Elli-Markt am Nordbahnhof rechnen. Immerhin jeder zehnte Euro würde aus dem Stadtzentrum, Bad Waldliesborn, Esbeck, Lipperode, Cappel und den Supermärkten an der Wiedenbrücker Straße gezogen.

Auch das Potential für die Ansiedlung „eines schon lange gewünschten Supermarktes für die Innenstadt“ auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs verringere sich mit dem rund 4000 Quadratmeter messenden Einkaufszentrum am Waldschlösschen drastisch. Die geplante Drogerie mit einer angedachten Verkaufsfläche von rund 600 Quadratmetern gehe im Wesentlichen zu Lasten der Innenstadt. Wie vertrage sich das mit dem Grundsatz zur Stärkung und Belebung der Innenstädte in NRW, fragt der BG-Vorsitzende Theodor Kremer. Und weiter: „Sind das alles nur Lippenbekenntnisse?“

Kein Verständnis zeigt die Bürgergemeinschaft derweil auch für die Haltung der Stadtverwaltung. Dieser seien die Pläne des Investors längst bekannt gewesen. Ungeachtet dessen habe sie dennoch über die Erweiterung des Elli-Marktes abstimmen lassen. Im Grunde fehle ein vernünftiges Zukunftskonzept für Lippstadt, ist sich Theodor Kremer sicher. Immer wieder würden Einzelfallentscheidungen getroffen - statt sich auf ein Gesamtkonzept zu verständigen. Und nach diesem auch tatsächlich vorzugehen. In diesem Zusammenhang wirft der BG-Chef die Frage auf, ob vielleicht ein zentraler Stadtplaner in der Verwaltung fehle.

Verkehr verstopft die Seitenstraßen

Dass das neue E-Center am Ende ein „Verkehrsverhinderer“ sei - wie vom Investor und jüngst auch der CDL-Fraktion dargestellt - das will die BG-Fraktion so nicht gelten lassen. Im Gegenteil: Schon jetzt seien die Beckumer- und Barbarossastraße „hoch belastet“. Weiterer Zusatzverkehr könne zu einem „Verkehrskollaps zu Spitzenzeiten“ führen. Die Folge: Der gesamte Verkehr weiche auf die Seitenstraßen aus - und sorge beispielsweise auf der Graf-Adolf-Straße für ein heilloses Durcheinander.

Was seien nun unterm Strich die Vorteile, die man fürs E-Center ins Feld führen könnte? „Groß, neu, schön“, beginnt Kremer. Und weiter: Vielleicht könnte das E-Center in der Tat einen Gegenpol zum Real-Markt und Kaufland im Süden darstellen. Aber braucht Lippstadt das wirklich? Die BG-Fraktion ist sich einig: „Wir glauben das nicht.“ - stn

25.01.2012 18:29
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